Fahrwerk Spurstange ausbauen

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SAAB
900 II
Hallo zusammen, ich muss beim 9000 ne Achsvermessung machen lassen, da das Lenkrad leicht schief steht.

Leider sind die verbauten Spurstangen nicht mehr gangbar.

Wie bekommt man die Axialgelenke am Lenkgetriebe gelöst??


Die andere Frage wäre ...
Macht es Sinn die Lager von der Hinterachse,die mit 2 Schrauben an der Karosserie verschraubt sind , direkt mit zu ersetzen??

LG Nase
 
Leider sind die verbauten Spurstangen nicht mehr gangbar.

Was ist wogegen nicht mehr gangbar? Spurstange gegen Kopf?
Ich würde das ganze ordentlich mit Rostlöser einsuden und ein paar Tage stehen lassen. Danach die Spurstange mit stabiler Gripzange fassen.

Wenn das nicht geht, wird es wohl aufwändig. So wie ich das WHB verstehe, muss die Zahnstange zum Lösen direkt per Schraubstock gegengehalten werden, Es darf also nicht gegen das Gehäuse verkantet werden. Das geht wahrscheinlich ohne Ausbau des Lenkgetriebes nur recht suboptimal.
Außerdem sind die Zahnstangen verstemmt, dürfen also bei Wiederverwendung nicht wieder an die alte Position. Lt. SAAB gibt es für den Fall Zwischenscheiben. Aber ich würde wahrscheinlich einfach erstmal re / li tauschen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man dann sauber verstemmen kann, sollte recht hoch sein.

Was haben die Lenksträgerlager damit zu tun? Wenn Du jetzt gleich 'nen Rundumschlag zum Thema Achsaufhängung machen willst, wären die dicksten Lager nicht mein erstes Thema. Davon ab war der Kram zumindest bei mir in den letzten inzwischen fast 30 Jahren mit 9k völlig unauffällig. Außerdem würde ich heutzutage keinen noch halbwegs brauchbaren Seriengummi gegen ein aktuelles Neuteil mehr tauschen. Denn die Restnutzungsdauer der Altware dürfte jene der meist recht untauglichen Neuware in den allermeisten Fällen deutlich übertreffen.
(Es sei denn, jemand kann hier von wirklich guter aktuell verfügbarer Ware berichten.)
 
Ja Ja die WHBs...
Bei anderen Marken gehts unkomplizierter und die verbauen garantiert die gleichen Lenkgetriebe.
Nachdem die rechte Spurstange nach Unfall einen 90° Knick aufwies bin ich mit WHB zu unserem alten Meister.
Der hat die kaputte Spurstange dann einfach so rausgedreht. Die Verstemmung hat sich dabei zurückverformt.
Die neue Spurstange wurde dann mit Loctite eingesetzt und nicht verstemmt. Danach dann Spur eingestellt.
Ist jetzt knapp 50.000 km her und funktioniert wie erwartet immer noch.
 
Mit wieviel nm werden die Spurstangen im Lenkgetriebe befestigt? Gibt es ein Werkzeug zum gegenhalten, oder wird es ohne gegenhalten fest gemacht?
 
die Aufnahme im Getriebe ist frei 360° drehbar. Die Spurstange wird ganz reingeschraubt und soll dann bei Saab wieder verstemmt werden als Rausdrehsicherung. Wie gesagt bei unserem wurde Loctite benutzt und die Aufnahme wurde beim reinschrauben so gut es ging gegengehalten.
 
Angezogen wird mit 90 Nm! Zum Gegenhalten gibt es nichts. Verdrehung der Lenkstange wird nur durch das Ritzel verhindert. Das WHB sagt:

1731269694289.png

Auch wenn Material meist geduldig ist, hier würde ich mich nicht zwangsläufig auf den alten Meister verlassen.

Anleitung im Anhang.
 

Anhänge

Also einfach mir dem passenden Drehmoment festziehen, wenn das Ding im Auto ist? (Stehe grade etwas auf dem Schlauch)
 
Richtig ist nur die Methode aus #2 bzw. dem WHB. Also Lenkung ausbauen, Stange in Schraubstock einspannen.

Beim Lösen und Anziehen im eingebauten Zustand wirkt eine Kraft von ca. 10000 N auf das Ritzel und dessen Lager.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vorstellbar wäre ggf.:
Lenkungsgehäuse nur vom Auto lösen, also beide Schrauben raus. Dann hält einer mit einer Riesenzange die Lenkstange und der andere löst bzw. montiert das Kugelgelenk mit Drehmoment. Dabei aufpassen, dass eben keine Kraft gegen das Gehäuse wirkt.
 
Unser Gawasch hatte so eine Kreuzung aus Rohrzange und Schraubstock. Konnte man hinten an dem gut 1m langen Hebel mit einem Knebel vorne das Maul mit V-förmigen Backen zudrehen. Ist dann deutlich definierter als eine reine Rohrzange. Und mit Lederunterlage auch für Flächen die glatt bleiben mussten. Aber ich habe keinen Blassen worunter man das findet.
 
Vielleicht geht es ja mit einer großen Gripzange und einem langen Rohr :smile:
 
Ok.. habs mir heute nochmal angeschaut… die eine Seite ist glatt und rund… das finde ich auch mit Ausbau und Schraubstock nicht das gelbe..

Könnte man nicht auch mit einem Kumpel und zwei Drehmomentschlüsseln einfach zeitgleich auf beiden Seiten mit 90nm festziehen?

Die Welle an sich ist ja recht stabil. Da habe ich schon mehr nm auf m14 Getriebewellen vom Zweirad gegeben..

Dann müssten sich theoretisch die Spurstangen das Drehmoment an den Enden teilen
 
Ja Ja die WHBs...
Bei anderen Marken gehts unkomplizierter und die verbauen garantiert die gleichen Lenkgetriebe.
Nachdem die rechte Spurstange nach Unfall einen 90° Knick aufwies bin ich mit WHB zu unserem alten Meister.
Der hat die kaputte Spurstange dann einfach so rausgedreht. Die Verstemmung hat sich dabei zurückverformt.
Die neue Spurstange wurde dann mit Loctite eingesetzt und nicht verstemmt. Danach dann Spur eingestellt.
Ist jetzt knapp 50.000 km her und funktioniert wie erwartet immer noch.
Ich habe mich mal selbst zitiert. Ist jetzt wieder ein Jahr her und mehrer 1000 km. Sie Verschraubung ist immer noch fest und die Spur stimmt.
Bei anderen Herstellern hats doch auch immer funktioniert.
 
Meine was mit „passender Riesenzange“ gelesen zu haben :-D Aber wenn ihr es einfach so festgezogen habt, ist es das normale Vorgehen in der Werkstatt (was hier wieder keiner hören will :biggrin:)
 
Wenn ich sicher beurteilen könnte, dass das Pinion Shaft Kit (20) und das Kugellager (24) ca. 10000 N schadlos verkraften, hätte ich keinerlei Bedenken, die Warnhinweise des Herstellers als substanzlos abzutun.

1743155311741.png



Bei 90 Nm Anzugsmoment wirken am roten Pfeil ca. 10 kN. Das Lösemoment einer verstemmten Spurstange kennt keiner, dürfte aber höher sein. An den gelben Pfeilen muss das abgefangen werden. Beim 9k ist unten ein kleines Kugellager (24).
Z.B. ein 6002, was da ungefähr passen könnte, hat eine statische Tragzahl von <3 kN. Auch wenn da nicht unmittelbar etwas wegbricht, ist eine Beschädigung hier wahrscheinlicher als keine Beschädigung.

1743157042732.png Quelle
Das ist keine Saab Lenkung. Soll nur grob zeigen, wo die Kräfte wirken.

Es geht hier nicht um "hören wollen" im Sinne von Rechthaberei, sondern um technisch gut begründete Sorge und Vermeidung möglicher schwerer Folgen für dich, deine Familie und weitere Verkehrsteilnehmer.
Wenn mir einer erzählt, dass er an der Bremse immer mit dem vierfachen Drehmoment arbeitet und das damit begründet, dass fester = besser und noch nie etwas passiert ist, dann würde ich das auch nicht so stehenlassen wollen...
 
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Könnte man nicht auch mit einem Kumpel und zwei Drehmomentschlüsseln einfach zeitgleich auf beiden Seiten mit 90nm festziehen?
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Guter Ansatz. Der Schlüssel auf der Gegenseite würde die "Riesenzange" aus #11 ersetzen und müsste kein Drehmomentschlüssel sein. Auf das vorherige Lösen des Lenkgehäuses vom Auto (2 Schrauben) würde ich dennoch nicht verzichten, damit wirklich keine Kraft auf das Ritzel wirkt. Es ist ja nicht möglich, von beiden Seiten gleichzeitig mit gleicher Kraft zu arbeiten.
 
Als erstes.. vielen Dank für die genaue und fachliche Einschätzung und Erklärung. :party:

Die eigene und natürlich auch die Sicherheit anderer sollte immer höchste Priorität haben.
Daher sollte jeder immer erst verstehen bevor er anfängt.

In den meisten Werkstätten geht man aber nach der Methode „das wird schon irgendwie passen, sonst kommt der Kunde halt wieder“ vor. Aber das ist hier ja nicht unser aller Anspruch :-)

Kann natürlich auch in 99% der Fälle funktionieren… aber das eine Prozent macht mir immer Sorgen :tongue:

Zum losen Lenkgetriebe… dachte ich anfangs auch. Aber so haben beide Seiten eine gleichmäßige Führung und definierte Kraftentfaltung beider Seiten. Das schätze ich als wichtiger ein.
 
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