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lunatic-factor

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Alle Beiträge von lunatic-factor

  1. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Wenn man so wie ich nichts selbst dran machen kann und trotzdem weiter solche Autos bewegen möchte, gibt es nichts Wichtigeres als eine stabile wechselseitige Vertrauensbeziehung zur "eigenen" Fachwerkstatt. Ein Beispiel: Als ich Anfang Januar meinen 9000 besuchte, meinte Borghardt senior: "Wir haben auch einen neuen Auspuff eingebaut." Da hatten wir gar nichts zu besprochen. Das macht er einfach, weil er weiß, was in meinem Sinne ist. Aber das ist natürlich etwas, das über Jahre gewachsen ist. Ich habe über meine mittlerweile 16 Saab-Jahre eigentlich fast ausschließlich gute Erfahrungen mit verschiedenen Saab-Werkstätten gemacht. In Berlin. In Hamburg. In NRW. Und die meisten, die jetzt noch da sind, sind ja auch gut. Trotzdem passt nicht jede davon zu mir. Es gibt zum Beispiel diejenigen, bei denen du irgendwann das Gefühl hast, dass du als Stammkunde eher immer hinten anstehst, weil die, die mehr drängeln und lauter fordern, lieber als erste abgehandelt werden. Und es gibt auch ein paar, die im Laufe der Jahre zu dem Schluss gekommen sind: Nicht die alten Autos sind die Ikonen, sondern sie selbst sind es. Mir ist die Mischung wichtig: Ein freundschaftliches Vertrauensverhältnis, bei dem der altmodisch professionelle Dienstleistungsanspruch trotzdem nie vergessen wird. Und mit Blick auf den Neuerwerb: Natürlich würde ich ein Auto normalerweise nie blind auf Basis eines Telefongesprächs und von ein paar Bildern kaufen, auf denen es auch noch nass ist. Aber beim Saab Service Frankfurt weiß man eben: Die können es sich weder leisten noch haben sie es nötig, irgendwelche geschminkten Leichen zu verkaufen. Darauf vertraue ich, auch wenn ich da noch nie selbst Kunde war.
  2. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Anderthalb Jahre später. Es gab hier wenig zu berichten. Denn der Saab-Teil meines Lebens war von ungewohnter Stetigkeit geprägt. Der Saab 900 ist nun seit vier Jahren bei mir. Probleme: Null. Im Mai sind HU und eine große Inspektion fällig. Dann kann und sollte auch mal wieder etwas zum Karosserieerhalt getan werden. Es fängt an, unter dem Sicherungskasten im Motorraum/auf dem Radhaus zu rosten. Der Plan ist deshalb, ihn in diesem Frühjahr im Saab-Luftkurort Paderborn gegen den odoardograuen 9000 CC zu tauschen. Denn der befindet sich noch immer bei Borghardts. Die Gründe sind verschieden. Erstens: Ich habe gleich im Januar 2023 gesagt: „Ich hab’s nicht eilig mit dem Auto. Also müsst ihr es auch nicht eilig haben.“ Es ist ein Teil meiner Ü40-Lebenseinstellung. Die Saabs in meinem Leben haben keine Alltagsfunktion außer die, mir selbst und anderen Freude machen. Und meine mir freundschaftlich verbundene Werkstatt sollen sie auch nicht unnötig stressen. Zweitens: Die Mängelliste ist zwar weitgehend abgearbeitet. Ein neu bezogener Dachhimmel ist drin. Ein hinteres Radhaus ist saniert. Ein neuer Auspuff verbaut. Das Schiebedach hat keine Beule mehr. Das Piktogramm spielt nicht mehr verrückt. Die Zentralverriegelung und Klimaanlage tun wieder ihren Dienst. Aber zwei Punkte sind noch offen. A: Das Rumpeln an der Vorderachse. Der Austausch der Stoßdämpfer brachte keine Verbesserung. Also werden jetzt die hart gewordenen Fahrwerksgummis getauscht. B: Das Automatikgetriebe ist endgültig im Eimer. Es kommt ein gebrauchtes Tauschgetriebe aus einem Schlachtfahrzeug rein. Wirtschaftlich betrachtet ist das natürlich alles gaga. Aber wann immer ich mal in Paderborn vorbeischaue, stehe ich wieder davor und denke: Was für ein schönes Auto. Ich konnte übrigens viele Jahre gar nicht benennen, warum mir einige 9000 CC und CD-Modelle so außerordentlich gut gefallen, während mich andere eher kalt lassen. Dabei ist der Grund ganz simpel: Es ist die seitliche Chromfensterleiste. Für meinen Geschmack hat selten ein Stück Chrom ein Autodesign so aufgewertet. Und mein 1991er Übergangsmodell hat sie. Dazu die wirklich elegante Farbkombination aus Odoardograu und Leder Dover, das klassische Felgendesign, das große Schiebedach, der Neuwagengeruch. Was weitere automobile Abenteuer angeht: Ich war da das ganze Jahr offen für:-) Aber die Versuchungen hielten sich in Grenzen. Mein Deal mit mir selbst ist: Es gibt eine definitive Shortlist von Autos, die ich mir noch erlauben würde. A) Ein gut erhaltener, geschlossener 9-3/I. B) Ein Citroën BX Break, Serie 2, in gehobener Ausstattungslinie. C) Ein Rover 827, Serie 1. Mein Glück oder Unglück war bisher: Kaum jemand hat sowas aufgehoben. Niemand will so etwas verkaufen. Beim Rover gibt es europaweit eine Handvoll Inseratsleichen zum fünfstelligen Preis. Das bezahlt keiner dafür. Ich auch nicht. Beim BX gibt es immer noch einen ganz akzeptablen Markt. Besonders in Frankreich und Benelux. Aber es gibt praktisch keine Kombis mehr. Tja … und der Saab 9-3? Unfassbar, wie selten der als Coupé und 5-Türer im guten Zustand geworden ist. Und ich möchte eben partout keinen Anniversary. Ich mag das Leder nicht. Ich mag das Carbonbrett nicht. Letzten Freitag dann lag ich krank auf dem Sofa und litt unter ultimativem mobilede-Boreout. Irgendwo muss es doch nochmal einen guten 9-3 geben! Dann erinnerte ich mich an eine Methode, die ich schon mal vor einem Jahrzehnt anwandte, als ich händeringend einen guten 9000 CS suchte. Ich suchte mir eine Handvoll guter Saab-Adressen in Deutschland zusammen und schrieb die an. Sie mögen sich bitte melden, wenn mal im Kundenstamm etwas Passendes zu verkaufen sei. Viel Hoffnung machte ich mir nicht bei der Aktion. Denn die wenigen Saab-Werkstätten, die durchhalten, drehen die Autos nach meiner Erfahrung am liebsten im eigenen Kundenkreis und behalten sie damit im Einzugsgebiet der eigenen Werkstatt. Und doch: Dienstagfrüh klingelte das Telefon und ich hatte den Saab Service Frankfurt auf der Mailbox. Herr Ratzmann: „Ich habe da etwas auf den Hof bekommen in wirklich sehr, sehr, sehr, sehr gutem Zustand. Rufen Sie gern mal zurück.“ Viermal „sehr“ aus vierfach sehr berufenem Munde. Natürlich rief ich da zurück. Und erfuhr: Ein mitternachtsblauer 9.3 2.0i SE 5-Türer, Schalter, 111tkm, Erstzulassung auf Saab Deutschland im Dezember 1998, dann Anfang Februar 1999 an den ersten und einzigen privaten Besitzer verkauft. Der Preis: Fair! Und so hörte ich mich selbst sagen: „Sie sind ja keine Pommesbude. Wenn Sie mir sagen, dass das ein gutes Auto ist, dann kaufe ich den. Schicken Sie mir gerne ein paar Bilder und machen den Kaufvertrag fertig.“ Später am Nachmittag kamen die Bilder und ich war begeistert. Am nächsten Vormittag war der unterschriebene Vertrag per E-Mail in Frankfurt und das Geld überwiesen. Und ich räume ein, dass ich mit einer gewissen grimmigen Zufriedenheit dachte: Ha! Den kauft mir keiner mehr vor der Nase weg. Zugegeben: So groß ist der Kreis der verdächtigen Kaufkonkurrenz wohl auch nicht bei einem 1998er Non-Turbo. Aber für mich ist er perfekt. Ich mag den 130PS-Motor. Er ist treu und dankbar, und das, was ihm an Punch fehlt, macht er durch seinen besonders saabigen Klang wett. Ein paar Kleinigkeiten werden jetzt noch gemacht. Eine Ecke der vorderen Stoßstange möchte ich neu lackiert haben. Neue Saab-Scania (!)-Embleme hat Herr Ratzmann schon zurecht gelegt. Solche Sachen eben. Ein neuer großer Service mit Poly-V-Riemen und Umlenkrollen ist mit drin im Preis. So werden es dann nun also drei Schweden in der bretonischen Garage. Und das anderthalb Jahre alte Audi A5 Cabrio zieht erstmal unter die Straßenlaterne. Der 900 als das ikonischste Auto, das Saab je gebaut hat. Der 9000 als das beste Auto, das Saab je gebaut hat. Und der 9-3 als der für mich letzte Saab, der sich nach einem Saab anfühlt. Für mich ein stimmiges Ensemble. Auch auf die Abholung in Frankfurt freue ich mich sehr. Wer wollte nicht mal ein Auto in der ehemaligen Saab-Deutschland-Zentrale in Empfang nehmen? Außerdem kann ich dann Saab-Freund Christoph besuchen, den ich zu Beginn meiner Saabfahrer-Karriere hier im Forum kennenlernte. Viele schöne Besuche und Ausfahrten im lieblichen Rheingau folgten. Seither: Nie aus den Augen verloren. Aber in den letzten Jahren nur noch selten gesehen. Es ist also so wie mit dem ganzen Auto und der ganzen Marke: Eine stetige Reminiszenz an gute Zeiten. Weiterhin schließt ein Saab-Traditionsbetrieb nach dem anderen. Das Fahrzeugangebot wird kärglicher. Auch auf der Autobahn werden die Begegnungen zwischen uns seltener. Und die Ersatzteilversorgung, bei der wir alle lange so verwöhnt waren, wird spürbar angespannter. Das alles macht bewusst: Es wird nicht mehr ewig so gehen. Umso kostbarer ist, dass es jetzt noch geht. Genießen wir es!
  3. Ein lautes Lachen für diesen Kommentar! Sehr wahr! Und ja, es stimmt: Beim Autokauf geht es ums Auto, aber immer auch ein bisschen um die Beteiligten. Ich habe kürzlich bei einem mutmaßlich sehr gepflegten Citroën BX abgewunken, weil mir die Erstbesitzerin und Verkäuferin so unsympathisch war. Irgendwie dachte ich: Das Auto selbst gefällt mir, aber ich will nicht das Auto von dieser verbitterten alten Spinatwachtel weiterfahren. Rationales Kaufverhalten war das nicht. Richtig war es für mich trotzdem. Was aber nun den Hannoveraner CC angeht: Die Begeisterung von der Probefahrt-Beschreibung springt über. So muss sich das anfühlen. Und dann sollte man auch nicht lange fackeln.
  4. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Diese Pedanterie hat sich bei mir in den letzten Jahren etwas verwaschen. Ein altes Auto darf für mich auch seine Patina in Würde tragen, wenn der grundsätzliche Pflegezustand stimmt, finde ich das sogar schöner als geschminkte Perfektion. So halte ich es mit dem 900, und so werde ich es mit diesem 9000 erst recht halten. Der Dachhimmel muss gemacht werden, die Karosseriestellen behandelt, insbesondere die angeknusperte Endspitze. Ansonsten bekommt er nur anständige Reifen (runter mit dem China-Müll), neue Bremsen, eine große Inspektion - und das wars. Aber zum Stichwort Pedanterie fällt mir ein: Die beige Hose, die mein Vater auf dem Bild trägt, ist untypisch für ihn. Die zog er nur an, weil ich in meinem damaligen 9-3 immer Angst hatte, dass mir jemand mit nassen Jeans die beigen Polster verfärbt.
  5. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Manchmal ist Unvernunft das einzig wirklich Vernünftige. Das ist eine Lektion, die ich früh von meinem Vater gelernt habe. Und häufig bezog sie sich auf Autos. So lange ich denken kann, waren Autos zwischen ihm und mir das verbindende Thema. Immer nach dem zweiten Bier begann er, vom ersten VW Käfer über diverse Renaults der 70er und Citroën der 80er und 90er bis zum jeweils aktuellen Auto seine gesamte Autovita nachzuerzählen. Der BMW, dessen Bodenblech durchgerostet war, so dass man auf die Straße gucken konnte. Der Simca, der leider immer hupte, wenn er um die Ecke fuhr. Der Opel Rekord, mit dem er mit Motorschaden in Kiel havarierte und sich von meiner Mutter in ihrem R6 abschleppen ließ. Die hörte allerdings dabei so laut Musik, dass sie nicht merkte, als sie meinen Vater mitten auf der Kreuzung verlor (mein Bruder drehte sich dann irgendwann auf der Rückbank um und sagte: "Mama, Papa ist gar nicht mehr da.") Der R4, mit dem er während des Ingenieursstudiums zwischen der Fachhochschule in Heidelberg und seiner jungen Familie in Eckernförde pendelte. Am Wochenende tauschte er auf dem Garagenhof auch schon mal das Getriebe. Dieses gesamte Erzähl-Ritual konnte man nicht unterbrechen. Und ich wollte es auch gar nicht. Ich liebte diese Geschichte immer und immer wieder. Und sie spiegelt auch die Geschichte meiner ganzen Familie. Ich erinnere mich zum Beispiel an den Stolz, als mein Vater 1989 den ersten fabrikneuen Citroen BX Break bestellte - mit Autotelefon. Und ich erinnere mich daran, wie er dann einige Jahre später in der Zeit seiner Insolvenz schlagartig ergraute und in einer Ente mit klemmenden Gaspedal nach Bremen pendelte. So lange ich denken kann, tingelten wir samstags durch die Autohäuser. Bis zuletzt. Mein Vater spielte Lotto. Und so überlegten wir uns jeden Samstag aufs Neue, welches Auto wir uns am Montag vom Sechser mit Zusatzzahl kaufen. Der eigentlich Gewinn erschien uns nur noch reine Formsache. Bis zur Ziehung der Zahlen am Abend hatten wir von der Lackierung bis zu den Felgen alles festgelegt. Natürlich gewannen wir nie. Aber das machte nichts. Am Samstag drauf zogen wir einfach wieder los. So verstand ich früh, dass es im Leben nicht immer darum geht, etwas zu besitzen. Die Fantasie, die freudige Vorstellung von etwas - das ist ein Wert an sich. Noch eine Lektion, die ich von meinem Vater gelernt habe. Als ich mit dem Studium fertig war, kam dann der erste SAAB in unser Leben. Gut fanden wir die Individualisten- und Ingenieursmarke schon immer. Sie spiegelte unsere eigene Lebenseinstellung. Aber als wir meinen weißen 9-3 in Bremen Probe fuhren und kurz darauf abholten, waren wir beide einfach hellauf begeistert. Uns schien dies das beste Auto, das überhaupt jemals gebaut wurde. Ein automobiles Erweckungserlebnis. Ein Jahr später bekamen meine Eltern ihren eigenen 9-3. Ich entdeckte ihn bei einem Berliner Kiesplatzhändler in Neukölln. Als ich ihn kaufte, hatte ich die 3.000 Euro wegen der zwielichtigen Gegend in einer Plastiktüte in die Unterhose gesteckt. Eine Geschichte, die meinen Vater so erfreute, dass er sie noch Jahre später bei passenden und unpassenden Gelegenheiten erzählte. Ein paar Tage, nachdem er den Wagen bei mir in Berlin abgeholt hatte, schrieb er mir abends eine Mail: "Hallo Faxi! Mama und ich freuen uns jeden Tag mehr über den Saab. Es ist so, dass man oft einfach mal das Auto aus der Garage holen möchte um mal, ohne besonderes Ziel, einfach eine Runde damit zu drehen. Es ist einfach schön beim Fahren das innere Ambiente zu geniessen während es von aussen ein Understatementfahrzeug ist über das Andere hinwegsehen. Das habe ich bisher noch bei keinem anderen Auto erlebt, auch nicht bei dem XM. Ich kann jetzt gut verstehen, das Saab-Fahrer ihr Auto lieben und die Negativaspekte (Verbrauch, Werkstattpreise) in großem Umfang bereit sind zu akzeptieren. Wir sind dir sehr, sehr dankbar das wir so etwas Schönes noch auf unsere alten Tage erleben dürfen. Schönes Wochenende und liebe Grüße (nach 2 Cola-Rum), Papa" Viele weitere Saab-Probefahrten und Abenteuer folgten. Gemeinsam waren wir im Saab-Museum in Trollhättan und standen andächtig vor dem Ur-Saab. Wir fuhren zusammen nach Paderborn und besuchten Heinz-Jürgen Borghardt. Gemeinsam fuhren wir auch aus dem hohen Norden nach Nürnberg, um einen 9000 CD anzuschauen, den ich nur wegen eines kleinen Rostlochs am Radlauf stehen ließ. Also fuhren wir wieder zurück. Bei den vielen Saabs, die ich nicht stehen ließ, sondern kaufte, entwickelten wir eine gewisse Virtuosität darin, uns den Kauf gemeinsam schön zu reden. Am Ende war jeder Saab nichts Anderes als ein absolut zwingender Vernunftkauf. An einem Sonntag im Herbst 2022 besichtigten wir gemeinsam noch einmal einen Saab. Ein 9000 CC in Kiel. Wir waren beide vom Pflegezustand positiv überrascht. Eine Tür war nicht verriegelt. Also setzten wir uns ins Auto und sagten beide zueinander: Wow, Neuwagengeruch. Mitte November - ich war wieder in Frankreich - fuhr mein Vater den Wagen für mich zur Probe. Meine Mutter machte auf einem provisorischen Klemmbrett Notizen auf dem Beifahrersitz, mein Vater füllte nachher die Checkliste säuberlich aus, die ich vorbereitet hatte. Wir telefonierten viel über das Auto, wogen Für und Wider ab. Am Ende entschied ich mich, einmal - nur einmal! - vernünftig zu sein. Zu großer Investitionsbedarf für ein Auto ohne Marktwert. Punkt. Eine Woche später kam mein Vater ins Krankenhaus. Er wurde mit einer akuten Erkrankung erst ins besser ausgerüstete Krankenhaus des Nachbarorts verlegt, und dann auf die Intensivstation. Am 16. Dezember um halb 7 am Morgen starb er. Draußen war die Landschaft ganz in weiß gehüllt, es sollte ein wunderschöner Wintertag werden. Drinnen hielten mein Bruder und ich jeweils eine Hand unseres Vaters, meine Mutter strich ihm über den Kopf und sagte immer wieder: Du kannst gehen. Als wir einen Tag später beim Bestattungsunternehmen die Formalitäten geklärt hatten, zuckte ich auf der Rückfahrt nach Hause zusammen. Ich hatte das Allerwichtigste vergessen. Also schrieb ich dem Bestatter eine Mail und erkundigte mich: Mit welchem Auto würde denn mein Vater eigentlich überführt? Die Antwort kam prompt: Mit einem Volvo V90. Ich nickte zufrieden. Das hätte ihm gefallen. Heute nun setzte ich mich - erschöpft von all der Traurigkeits-Organisation - in meinen Firmenwagen und fuhr noch einmal die Strecke von Eckernförde nach Kiel, die ich schon so oft mit meinem Vater fuhr, um "Autos zu gucken". Natürlich landete ich auf dem Hof, auf dem der 9000 CC stand. Der letzte Wagen, den mein Vater und ich gemeinsam besichtigt hatten. Der letzte Wagen, den er für mich probegefahren hatte. Am Empfang ließ ich mir die Schlüssel geben und setze mich noch einmal hinein. Wieder dachte ich: Wow! Neuwagengeruch. Und hörte mich sagen, was ich vor wenigen Wochen an der gleichen Stelle sagte: "Du Papa, der ist besser, als ich dachte. Ehrlich gesagt hat mir lange keiner mehr so gut gefallen. Auch, wenn was dran zu tun ist." Schließlich kam der Verkäufer dazu. Ich stieg aus, schlug die Tür zu und sagte: "Sie erinnern sich vielleicht. Wir haben vor einigen Wochen geschrieben. Mein Vater hat diesen Wagen kürzlich für mich Probe gefahren. Ich nehme ihn vielleicht doch. Sie wollten 2.500 für ihn, so wie er da steht, oder? Wollen wir uns auf 2.000 einigen, und ich hole ihn bis Ende Januar ab?" Ein bisschen zierte er sich noch. Schließlich sagte er: "Ok, 2.100?" Ich nickte: "Hand drauf." Manchmal ist Unvernunft das einzig wirklich Vernünftige.
  6. Der Wagen fiel mir zum ersten Mal im Oktober 2020 auf. Damals wurde er tatsächlich von einem Holländer (zweiter Besitzer nach eigener Angabe) auf Facebook in der Saab 9000 Owners-Gruppe angeboten. Ich erkundigte mich danach, und er schrieb mir: "you' re asking me about the issues, yes, that,s the interior roof carpet, it's starting to hang, but i can let this fix here in my village, there is a company who can fix car interiors ( with original stuff) high quality work. The right front door needs attention for rust @ the inside, its a little stroke that needs care ( (8-10 cm) is not good to see, but it's starting under the paint. And that's all what i know considering issues, it' s clean and fresh everywhere. Conserning the km: i have to take a look, i am not sure, i guess 240k." Seine Preisvorstellung war 3.250 EUR. Vor einigen Monaten tauchte das Auto irgendwo im nordwestdeutschen (?) Raum auf. In den einschlägigen Portalen. Deutlich günstiger als jetzt, nach meiner vagen Erinnerung für 2900 oder 3900 (bin mir nicht sicher), aber scheinbar ist seither auch nochmal etwas reingesteckt worden. Vermutlich u.a. der Dachhimmel. Die Farbkombi und der Erhaltungszustand der Innenausstattung sind in jedem Fall ein Oberkracher.
  7. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Dieser Moment, wenn man sich nach dem Einparken nochmal nach seinem Auto umdreht und denkt: Schon schön.
  8. Um das Thema hier mal von meiner Seite abzuschließen. Meine Eltern haben für mich eine Probefahrt mit diesem Auto gemacht. Ich bin weit davon entfernt, es schlecht reden zu wollen. Im Gegenteil: Es hat insgesamt einen absolut erhaltenswerten Zustand. Und der bestehende Handlungsbedarf ist m.E. im „So wie er ist“-Preis von 2.500 Euro auch schon berücksichtigt. Die Farbkombination ist top, der Pflegezustand auch überdurchschnittlich gut. Die Maschine läuft sehr ruhig, ohne übermäßige Geräusche von der Steuerkette. Die elektrischen Helfer funktionieren - mit den unten stehenden Ausnahmen - fehlerfrei. Er hat erst zwei Vorbesitzer. Das Auto wurde auch die letzten Jahre auch nicht auf Verschleiß gefahren. Der Scheibenrahmen wurde vor zwei/drei Jahren saniert. Kühler und Kurbelwellensenor wurden erneuert. Sonst normale Wartungsarbeiten. Das vorausgeschickt sind folgende Mängel aufgefallen: - Zentralverriegelung Beifahrertür defekt - Chromgrill zum Teil abgeplatzt - Schlossträger, eine Endspitze und zwei Türen in noch beherrschbarem Umfang angerostet. - Klimakompressor ohne Funktion - Radio tot - Sitzheizung Fahrerseite ohne Funktion Automatikgetriebe – leichtes Rucken beim Gangwechsel - Fahrwerkspoltern ungeklärten Ursprungs. - Bremsbacken derbe vergammelt - Bremsscheiben und Belege fällig - Fiese Chinareifen - Leichtes Ölschwitzen am Getriebe - Kein Serviceheft und keine Bordmappe vorhanden - Unfallschäden unbekannt - Dachhimmel, C-Säulenverkleidung und Türverkleidungen (teilweise) müssen erneuert werden Nicht überprüft wurden die hinteren Stoßdämpferaufnahmen. Der Wegstreckenzähler zählt Meilen. Die Gesamtlaufleistung in Kilometer ist also rund 228.000. Ich habe mich dennoch gegen das Auto entschieden. Rein sachlich schienen mir die anstehenden Investitionen unwirtschaftlich gemessen daran, dass der Wagen mit der Motorisierung und dem Kilometerstand nie ein klassisches Sammlerobjekt wird. Dieser CC ist sicher keine schlechte Gelegenheit. Ich persönlich warte aber einfach noch auf eine bessere. Falls jemand Lust auf den Saab hat, gebe ich gerne per PN weitere Kontaktinfos raus.
  9. Lieber Klaus, ich glaube, diesmal täuschst du dich:-) Gekauft habe ich den CC noch nicht, aber letzten (Feiertag-)Montag konnte ich ihn mir auf dem verlassenen Betriebsgelände zumindest mal persönlich anschauen. Und ich konnte mich sogar reinsetzen. Einmal war ich dankbar dafür, dass diese verfluchten 9000-Zentralverriegelungen im Alter kaum jemals alle vier Türen ansteuern. Was soll ich sagen: Innen erwartete mich SAAB-Neuwagengeruch. Der Pflegezustand ist wirklich sehr schön. Das Gegenteil von "verwohnt." Und auch der Lack ist wirklich top erhalten. Dass die 142.000 auf dem Wegstreckenzähler wirklich Meilen sein sollen - sehr schwer vorstellbar. Eine Probefahrt ging natürlich nicht. Ich denke, da muss ich nochmal meinen Vater bemühen. Wobei das für den keine Strafe ist. Ansonsten wäre mein Ansatz: Auto kaufen, wie es ist. Mit Händlerkennzeichen nach Paderborn bringen. Dort die Roststellen, den Dachhimmel, Bremsen, Reifen und evtl. Klimakompressor machen lassen - und ansonsten den Wagen mit seiner Patina erhalten. Der Kaufpreis liegt dann rund bei der Hälfte.
  10. Herzlichen Dank für deinen umfangreichen und sehr hilfreichen Beitrag! Der Wagen war die letzten Jahre bei einer freien Werkstatt in Kiel im Service, die sich mit Saab auskennen soll. Las ich zumindest verschiedentlich. Im Zweifel fahre ich da mal hin bei der Probefahrt. Die kennen ja das Fahrzeug.
  11. Moin! Ich hatte es schon in meinem Hallo-Rubrik-Thread gepostet, aber ich mache es nochmal hier. Dieses Auto haben meine Eltern sich vor ein paar Tagen in Kiel für mich angesehen. 2.3i Automatik CC von März 1991. 5.000 Euro soll er kosten mit neuen Bremsen, TÜV und H-Gutachten. Finde ich überzogen, aber trotzdem lässt mich ausgerechnet dieser Saab gedanklich nicht los. Ich mag die Schrägschnauzer-Optik und die Chromleisten am Fensterrahmen, die Felgen, die Lack/Polster-Farbkombination, die US-Bremsleuchte ... Kurios: Der Wagen wurde gemäß altem Fahrzeugbrief als Neufahrzeug über den Hamburger Händler Scan-Cars von Schweden nach Deutschland eingeführt, scheint aber eine US/Kanada-Spezifikation zu sein. Vielleicht fahre ich nächstes Wochenende, wenn ich selbst in Norddeutschland bin, nochmal hin, um den 9000 mal Probe zu fahren und von unten anzuschauen/anschauen zu lassen. Dann sehe ich auch, ob der Tacho nun eigentlich Meilen oder Kilometer zählt und ob man umgekehrt den Kaufpreis vielleicht noch mit 0,621 multiplizieren kann:-) Mit dem CC habe ich bisher wenig Erfahrungen. Von den Roststellen sieht das mehr oder weniger nach "im Rahmen des Üblichen" aus, oder? Hat jemand halbwegs aktuelle Erfahrungswerte, was die erkennbar fälligen Karosseriearbeiten und der neue Dachhimmel kosten werden? Ein kurzer Videorundgang findet sich hier: https://www.dropbox.com/s/z73p16ufrm6wxrj/9000-v1.mp4?dl=0&fbclid=IwAR1I8TIpWpKiKGsdkRkmUF_2dGwnV9QylgYCf0VuEiy124iu_mxgS1svKxI
  12. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Und noch ein Schwung Bilder.
  13. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Meine Eltern gelten zurecht als Schrecken aller schleswig-holsteinischen Kiesplätze. Heue haben sie sich diesen 9000 CC für mich angesehen: https://www.autoscout24.de/angebote/saab-others-saab-9000-benzin-silber-2bae96d3-d683-42fb-80b7-4dbcfeea35ce?sort=age&desc=1&lastSeenGuidPresent=true&cldtidx=160&position=160&search_id=yduyqkwvzk&source_otp=t10&source=listpage_search-results&fbclid=IwAR2tYbW2dMp4z0lUKjWaMlpKpX7sC1scvFthqlYa9HkrTE7Ps7c-7F0Ty2w Ich finde: Ein ziemlich charmantes Auto. Einige Roststellen, der obligatorisch hängende Himmel. Ein EU-Reimport, kurioserweise mit Meilentacho. Wenn ich das richtig sehe, sind die angegebenen 142.000 Kilometer also eher 230.000 Kilometer. Wer sich ein Bild machen möchte: https://www.dropbox.com/s/z73p16ufrm6wxrj/9000-v1.mp4?dl=0&fbclid=IwAR1I8TIpWpKiKGsdkRkmUF_2dGwnV9QylgYCf0VuEiy124iu_mxgS1svKxI Für mich ist der Wagen mit der Laufleistung und zu dem Preis keine ernsthafte Option. Aber zum Wegwerfen ist der nun wahrlich auch zu schade.
  14. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Haha! Mich reizt die Aussicht, dich nochmal in Österreich zu besuchen. Der Zwo-Liter ist für meinen Geschmack sogar das angenehmere Aggregat für den 9000. Und in Rubinrot dürfte der ein ziemlicher Solitär sein. Aber es ist einfach so gar nicht das, was ich suche:-)
  15. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Kann ich gut nachvollziehen. Ich finde die 800er auch weiterhin reizvoll. Aber so schnell wage ich mich an kein britisches Auto mit anspruchsvoller Konstruktion und Elektrik/Elektronik aus dem letzten Jahrhundert mehr heran. Ansonsten: Der Alfa ist weg. Ging alles reibungslos. Der Montego-Eigner meldet sich einfach nicht - und ich verliere die Lust an dem Projekt. Beim üblichen Wundscrollen auf mobile.de beobachte ich an mir selbst, dass mich eigentlich nur noch die Saab-Neuzugänge interessieren. Auch wenn mich derzeit kein konkretes Auto reizt.
  16. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Ich hatte ja mir und euch geschworen, hier nur noch Bilder vom Saab zu posten. Aber ein Link wird erlaubt sein: https://www.carandclassic.com/car/C1439242
  17. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Haha! Hätte ich mir fast denken können, dass hier in diesem Förderverein für den Erhalt automobiler Sonderlinge auch einige Insassen auf das Stichwort Montego anspringen. Das einzige Mal in meinem Leben, dass ich so ein Auto real gesehen habe, muss Mitte der 90er gewesen sein. Da war es ein später Countryman. Da mein Herz schon immer für Außenseiter schlug, hat sich mir das damals eingebrannt. Bei "meinem" Montego handelt es sich um das Basismodell. 1.3 Liter A-Series-Engine, absolutes Kassengestell, in weiß und mit unter 30.000km. Gab es mit der Motorisierung in Deutschland gar nicht zu verkaufen. Der Verkäufer löst aus gesundheitlichen Gründen die gesamte Sammlung auf. Ich hole den Wagen allerdings nur auf eigener Achse. Auf Speditionen habe ich seit dem Jaguar-Abenteuer keine Lust mehr. Der Transport-Preis steht auch in keinem angemessenen Verhältnis zum realen Fahrzeugwert. Das Auto würde ich ja rein aus Spaß am Kuriosen kaufen, und dazu würde dann auch die Heimfahrt über San Sebastian, Biarritz und Bordeaux gehören. In Stuttgart gibt es eine etablierte British Leyland Werkstatt, die die Dinger schon neu verkauft hat (wenn sie mal einen verkauft hat) und meint: Die kümmern sich um alles für mich. Die Technik ist denkbar einfach. Ich muss den Hobel vor genanntem tragischen Hintergrund aber erstmal in Portugal loseisen. Und will da auch nicht andauernd nachfragen. Es kommt so alle drei Wochen mal eine Antwort im Sinne von: Ja, kannst den Wagen haben, bin nur gerade im Krankenhaus, melde mich, wenn es wieder geht. Ein möglicher zweiter SAAB steht nicht in Konkurrenz zu Projekt Monty. Es ginge beides. Beim 9000 würde mich allerdings kein Aero mehr reizen, [mention=39]gerald[/mention]. Wenn, dann eher ein 9000 CD. Oder ein Buchhalter-CC/CS mit Stoffsitzen. Wichtig: Automatik und Klimaanlage. Und wenn es mit dem Austin nicht klappt und sich auch kein SAAB findet, geht eben der 900 nächstes Jahr mal zur großen Borghardt-Kur nach Paderborn. Das Auto steckt voller "muss man noch nicht, könnte man aber mal machen"-Mängelchen à la: Rückbank klappert, Radio ist kaputt, Dachhimmel ist nicht original bezogen. In der Summe nerven sie mich. Vor allem hätte ich gerne bessere Lederpolster (sind sind vom Zustand nicht übel, aber für mich nicht gut genug). Allerdings schrecke ich davor zurück, komplett vom Sattler neu beziehen zu lassen. Irgendwann waren mal originale Neubezüge für 1000 Euro in der Bucht. Da hätte ich zuschlagen sollen.
  18. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Ich melde: Der Schwede ist störungsfrei am Ärmelkanal gelandet. Und mir drängt sich der Eindruck auf: Eine bretonische Seele gehörte beim SAAB 900 zur Serienausstattung. Der Alfa wiederum geht Ende nächster Woche zu Wirkaufendeinauto nach Aachen. Sofern die am fairen Online-Angebotspreis vor Ort nicht mehr derbe nach unten drehen wollen. Aber in letzter Zeit habe ich mehrfach Gutes gehört. Es ist schade, denn ich mag den Wagen wirklich sehr. Aber es hat einfach keinen Sinn, ein drei Jahre altes Auto als Sammlerobjekt beiseite zu stellen. Ob und was stattdessen in die Garage rollt? Time will tell. Ich habe sporadischen Kontakt mit einem Portugiesen, der einen scheinbar extrem gut erhaltenen Austin Montego verkaufen will. Für einen schmalen Taler. Leider ist der Besitzer sehr krank, die Kommunikation daher schwierig. Das Auto "passiert" mir also oder nicht. An mir würde es nicht scheitern. Vom Gedanken an einen BX oder einen anderen Citroën entferne ich mich derzeit eher. Das Herz klopft einfach lauter beim Gedanken an einen schönen SAAB 9-3 oder 9000 als Ergänzung zum 900. Zur Zeit ist aber kein Auto inseriert, das mich wirklich reizt. Glücklicherweise:-)
  19. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Danke. Die meisten meiner SAABs waren tatsächlich Alltagsautos. Zutrauen würde ich das auch dem jetzigen 900. Nur ist es bei 60.000 Kilometern, einer international gültigen Firmentankkarte und der eher niedrigen Dienstwagensteuer meines Arbeitsorts Belgien (endlich mal irgend eine Steuer, die in Belgien niedrig ist!) finanziell keine ernsthafte Alternative, zu sagen: "Danke, lieber Arbeitgeber, aber ich nehme lieber meinen Privatwagen. Er ist Ausdruck meines Lebensstils und meiner Persönlichkeit." Wenn du mich allerdings fragen würdest, was mir das liebste wäre - gerade weil ich 12 bis 14 Stunden pro Woche auf der Autobahn verbringe: Natürlich würde ich die viele Zeit am liebsten in einem SAAB verbringen. Sicher nicht in einem 900. Aber in einem schönen frühen 9-5 Benziner mit Automatik zum Beispiel. Vor vielen Jahren las ich im SAAB Magazin mal ein Porträt von jemandem, der regelmäßig mit seinem damals brandneuen 9-5 von Deutschland über den Eurotunnel nach England pendelte und erzählte, warum er sich solche Strecken nur in einem SAAB zumuten wolle. Da dachte ich noch: Der Mann hat es gut. So viele schöne Langstreckenfahrten im SAAB. Das kann der Audi natürlich nicht ersetzen. Auch wenn er WIRKLICH ein SEHR gutes Auto ist. Mittlerweile hätte ich auch ein schlechtes Gewissen, (m)einen SAAB bei Wind und Wetter, Kurz- und Langstrecke, Streusalz und Rekordhitze zu nutzen. Sie sind ja doch recht selten geworden, die Dinger. Wäre interessant, hier mal eine Umfrage zu starten, wie viele Foren-Insassen noch einen SAAB als Alltagsauto nutzen und wie viele nur noch als Freizeitauto oder Sammlerobjekt.
  20. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Hallo zusammen! Schon wieder mehr als ein halbes Jahr her seit dem letzten Update. Und wenn ich hier die Seiten zurückblättere, sehe ich, dass ich seit geraumer Zeit eigentlich immer nur Bilder von Fremdmarken gepostet habe. Feierliches Gelübde: Das hört auf. Nur noch Bilder vom SAAB. In diesem Fall: Vom letzten Besuch mit dem 900 im norddeutschen Zuhause Mitte Juni. Erwähnen muss ich sie dennoch kurz, die Fremdmarken. Aktuelle Fuhrparksituation: Seit dieser Woche ein neues Audi A5 Cabrio als Firmenwagen. Für die rund 60.000 Kilometer, die ich jährlich zwischen Arbeits- und Wohnort zurücklege. Ziemlich schöner Tourenwagen, muss man sagen. Und: Analoge Rundinstrumente. Und: Echte Drehknöpfe an der Klimaautomatik. Halleluja! Auch noch da: Die Giulietta. Gerade heute holte ich sie vom Lackierer, wo ich diverse Kampfspuren von den ersten Monaten im französischen Straßenverkehr beseitigen ließ. Wobei: Ich will es nicht den Franzosen in die Schuhe zu schieben. Die größte Beschädigung rührte daher, dass ich den Alfa ohne eingelegten Gang und ohne angezogene Handbremse parkte und er von einer Windböe zärtlich gegen einen Poller geschoben wurde. Das geschah übrigens direkt am Hafen von Saint-Malo. Der Wagen hätte also auch schwungvoll im Hafenbecken landen können. Möglicherweise spielte mein Saab-Fahrer-Unterbewusstsein eine Rolle dabei, dass ich die Handbremse vergaß? Oder die bajuwarische Fernhypnose von [mention=646]Eber[/mention] ? Jedenfalls: Als ich ihn heute in der Garage abstellte, den Alfa, dachte ich wieder: So ein elegantes Auto. Und ich fahre ihn so gerne. Nur fahre ich ihn halt nicht. Er war ja als Alltagswagen gedacht, und für den Alltag wird er nicht mehr gebraucht. Das macht der Audi. Was aber soll ich dann damit anfangen? 40 Jahre aufbewahren, damit sich irgendwann mal irgendein Schrat darüber freut, dass irgendein anderer Schrat eine Alfa Giulietta mit 120 PS und Stoffsitzen aufbewahrt hat? Oder den wenig verlockenden Versuch wagen, einen vier Jahre alten Alfa Romeo zu einem halbwegs vertretbaren Preis loszuschlagen? Wie würde ein Freund sagen? - Strafarbeit für Muttermörder. Führt mich zum SAAB. Den wollte ich losschlagen. Ich gebe es zu. Denn er steht ja auch nur noch rum. Also vereinbarte ich mit Borghardt in Paderborn, ihn für mich im Kundenauftrag zu veräußern. Es gab auch schon Interessenten. Ich reiste extra von Frankreich nach Deutschland, um den 900 von Hamburg nach Paderborn zu überführen. Auf der Fahrt überlegte ich es mir dann anders. Man kann ja so einen alten SAAB 900 nicht 300 Kilometer bewegen, ohne dass er einen dabei auch irgendwie bewegt. Zudem geht es nicht nur um das Auto selbst, sondern eben auch um ein letztes Festhalten an der Marke in meinem Leben. Kurzum: ich rollte bei Borghardt am Samstagnachmittag auf den Hof. Senior wartete auf mich. Ich stieg aus und erklärte ihm: Es wird doch nur eine Jahresinspektion. Das Auto bleibt noch eine Weile bei mir. Nun: Er ist ja mittlerweile Kummer von mir gewöhnt. Auf Dauer allerdings wird es bei einer Jahresinspektion nicht bleiben. Der (schlecht) neubezogene Himmel beult schon wieder aus. Das Auto riecht irgendwie immer muffig von innen. Die Lederbespannung des Fahrersitzes könnte gut ersetzt werden. Und die Sitze wurden offenbar mal so schlecht neu aufgepolstert, dass man in dem Wagen nicht länger als 150 Kilometer einigermaßen erträglich sitzen kann. Was bei einem SAAB natürlich besonders schwer wiegt. Alles Kleinigkeiten, versteht sich. Ich muss mich eben nur mal drum kümmern und aufhören, mein Geld mit irgendwelchen anderen Autos sinnlos zu verbrennen, statt es sinnvoll in einen Saab zu stecken:-) Ab Montag habe ich hier in Frankreich einen dritten Garagenplatz. Dann könnte der alte Schwede seiner europäischen Vita (Erstzulassung Niederlande, Zweitzulassung Schweden, Drittzulassung Deutschland) auch noch die Bretagne hinzufügen. Ich hätte ihn schon gerne hier. Ob ich ihn wirklich nachhole oder in der Hamburger Garage lasse, weiß ich aber noch nicht. Lustigerweise habe ich ausgerechnet in meiner 10.000-Seelen-Gemeinde eine auf SAAB spezialisierte Werkstatt. Die einzige im Umkreis von 200 Kilometern. Der Inhaber ist auch super nett und ein echter Enthusiast (und teilt sich die Werkstatt mit einem Kumpel, der auf Renault Avantime spezialisiert ist. Leidenschaften gibt's ...). Aber als er mir auf den Alfa neue Reifen aufgezogen hat, hat er es geschafft, mir dabei alle vier Alufelgen derbe zu zerschrammen. Zwar übernahm er anstandslos die Kosten für die Neulackierung. Vertrauensbildend war das Ganze trotzdem nicht. Vielleicht will der 900 eben einfach in der Einflugschneise zum SAAB Zentrum Paderborn bleiben. Man wird sehen. Im Übrigen: Es ist nun schon über zwei Jahre her, dass ich zum letzten Mal einen SAAB gekauft habe. Ich müsste lange überlegen, ob mir das seit 2007 überhaupt schon mal gelungen ist. Auf jeden Fall steigt die Lust auf ein neues Projekt: Zugegebenermaßen schiele ich dabei nicht nur auf SAAB. Auch ein Citroen BX steht weiter hoch im Kurs. Aber ich hätte auch noch immer sehr viel Bock auf einen 9000 CD (mit der alten Front). Oder vielleicht mal einen 9-5 als Limousine mit Automatik (vor dem ersten Facelift). Oder nochmal wieder einen schön erhaltenen 9-3/I, der ja nun bei all meinem automobilen Wankelmut das Modell ist, das mich am kontinuierlichsten begleitet hat. Klar ist nur: Vor so einer Anschaffung müsste der Alfa weichen. Womit ich wieder beim Thema Muttermörder wäre.
  21. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    (Und ja, ich teile ganz schön aus dafür, dass ich mir gerade einen neonblauen Citroen Saxo 1.1 X gekauft habe. Dessen Heizung mit Schiebereglern bedient wird wie sonst nur noch beim Lada Niva. Ein "voiture de pauvre", wie so einer dieser jungen YouTuber wenig charmant auf den Punkt brachte.)
  22. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Man sieht hier bei mir in der Gegend erstaunlich viele alte Muttchen mit ihren Ligiers langknattern. Gerne mit Hund auf dem Beifahrersitz. Da denke ich dann immer gerne an dich und deinen i3. Rein von der Formensprache natürlich.
  23. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Fahr doch gleich Corolla:-)
  24. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Ich lese jetzt übrigens lieber die Beiträge auf Autoplenum als mit euch zu reden. Dort versteht man mich und meine wahren Motive. Zitat: "er (also: Der Saxo. Anm. d. Verf.) macht optisch was her, und dank ihm verführe ich jede Frau die ich kennenlerne; das hat was damit zu tun, das er diesen typisch französischen Charm versprüht; im Vergleich zu deutschen Autos die eher arrogant wirken." Ich dachte mir auch schon: Wenn mich künftig jemand an der Bar fragt, was ich für ein Auto fahre, dann sage ich: "Einen Alfa Romeo und einen alten Citroën." Wenn dann jemand nachfragt, was für ein Modell genau ... na ja, dann muss man wahlweise schnell aufs Klo, ein Bierglas umwerfen oder dem Gegenüber in einem flammenden Bekenntnis die Liebe gestehen.
  25. lunatic-factor hat auf lunatic-factor's Thema geantwortet in Hallo !
    Da hast du tatsächlich das einzige Ausstattungsmerkmal erwähnt, das WIRKLICH schmerzlich fehlt. Neben dem Nightpanel und dem Zündschloss zwischen den Sitzen, versteht sich:-)

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