Alle Beiträge von lunatic-factor
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JR´s Gedanken zur Bananenrepublik Deutschland
... Und der Prager Frühling ist auch nur deshalb gescheitert, weil sich die Tschechen nicht richtig angestrengt haben? Ich habe tiefen Respekt vor jedem Einzelnen, der den Mut hatte, unter Einsatz seines Lebens auf die Straße zu gehen und gegen eine Diktatur aufzubegehren. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich nie den Mut beweisen musste, mir das Leben in einem freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat zu erkämpfen. Dass ich zu den Ersten gehört hätte, die sich vor rollende Panzer stellen, würde ich nie für mich in Anspruch nehmen. Trotzdem gilt: Erfolgreiche Revolutionen waren immer auch durch verschiedene politische Rahmenbedingungen begünstigt. Ich würde sogar behaupten, sie wurden dadurch erst ermöglicht. Ohne den Mut der Menschen in der DDR wäre es 89/90 nicht zur Wende gekommen. Ohne die veränderte Politik der Sowjetunion allerdings auch nicht. Und was nun das „Augen öffnen“ angeht: Wenn 84 Prozent in einer Umfrage sagen, sie sehen „keine Alternative zur Demokratie, wie sie jetzt in Deutschland existiert“ (<- sic!), und nur 12 Prozent sich ein besseres politisches System vorstellen können, kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass den 84 Prozent nur die „Augen geöffnet“ werden müssen. Und man kann die deutsche Bildungskatastrophe beklagen, die dazu führt, dass 84 Prozent so verblödet sind, dass sie eine andere Meinung haben als man selbst. Da ich zu den 84 Prozent gehöre, würde ich aber erwidern: Das ist ungefähr so, als ob ein Geisterfahrer auf der Autobahn sagt: „Hätte man denen in der Fahrschule mehr beigebracht, würden die jetzt nicht alle auf der falschen Straßenseite fahren.“ Nicht bestreiten würde ich, dass wir nicht nur, aber vor allem in Teilen der jungen Generation eklatante Mängel in der politischen Bildung haben. Das hat aber sicher auch etwas damit zu tun, dass ein erheblicher Teil sich denkt, er könne es sich leisten, sich nicht mit Politik zu beschäftigen. Und es hat etwas damit zu tun, dass politische Zusammenhänge in den letzten zwei Jahrzehnten so komplex geworden sind, dass sie abschrecken und die großen Konfliktlinien fehlen, an denen entlang man politisiert wird. Oder besser gesagt: Es gibt sie schon, diese Konfliktlinien. Aber sie werden politisch nicht hinreichend erklärt und organisiert. Nicht bestreiten würde ich ebenfalls, dass es eine Unzufriedenheit mit der Qualität der politischen Arbeit von Regierungen, Parlamenten und Parteien gibt. Gleichwohl stelle ich fest: Die Beteiligung an Bürger- und Volksentscheiden ist – von seltenen Ausnahmen abgesehen – noch geringer als bei Wahlen. Und das ist ja nun nicht die Schuld der ach so bösen Parteien, sondern die Weigerung vieler, sich ein Urteil in einer Sachfrage zu bilden. Ich bin selbst aus verschiedenen Gründen kein Freund der direkten Demokratie. In Hamburg erlebe ich immer mit großer Freude, dass Anlässe und Mehrheiten für Bürgerbegehren und Volksentscheide vor allem dadurch entschieden werden, wer die Ressourcen hat. Mein Lieblingsbeispiel ist ein Bürgerbegehren im benachbarten Villenvorort Blankenese gegen den Bau eines DLRG-Rettungsturms. Die Anwohner wollten nicht, dass ihnen der schöne Elbblick verbaut wird. Sie schauen offenbar lieber Leuten beim Ertrinken zu. Da fände ich es dann gut, wenn vernunftbegabte Menschen nicht dazu gezwungen werden, über so einen Schwachsinn abzustimmen, sondern die gute alte Bezirksversammlung sich mit der Eingabe beschäftigt und sagt: „So, Kinder, nun geht mal nach Hause und heult in Eure Satinbettwäsche. Wir ziehen in der Zwischenzeit den Rettungsturm hoch.“ Die Grundidee unseres politischen Systems ist und bleibt gut. Parlamente werden durch Wahlen bestimmt, für die Parteien antreten, die sich programmatisch so aufstellen müssen, dass sie mindestens 5 Prozent der Wähler gewinnen. Und wer sich über Wahlen hinaus direkt in die Politik einbringen will, hat jederzeit die Möglichkeit, eine politische Partei als demokratisches Forum zu nutzen und sich für seine Ideen und Überzeugungen einzusetzen. Er muss dann allerdings auch damit leben, wenn er gelegentlich von der Mehrheit überstimmt wird. Die Bereitschaft, anzuerkennen, dass die Mehrheit etwas anderes will als man selbst, gehört aber zu einer republikanischen Grundhaltung dazu. So wie zum Autofahren gehört, dass man weiß, auf welcher Straßenseite man fahren muss.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Denk ich gerade so: Oh, nette Farbkombination. Oh, interessante Daten. Klick ich mich durch die Bilder und denke: Oh ... der Spoiler. Wer in der Designabteilung von Saab wurde dafür fristlos gekündigt? Und wieviel Mut musste man sich in der Werkstatt ansaufen, um dafür Löcher ins Blech zu bohren? http://suchen.mobile.de/auto-inserat/saab-9-3-saab-scania-9-3-2-0i-t-se-sehr-gepflegt-154ps-ransbach-baumbach/172024617.html?origin=PARK
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Ehemaliger 901 Fahrer sucht 9-3 I zum Kauf
Wenn ich mich richtig erinnere, war der Wegfall der Scheinwerferwischer nicht frei von Saab gewählt, sondern neuen Sicherheitsbestimmungen geschuldet.
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Wertentwicklung 9-3 I insb. VIGGEN
Glücklicherweise bemessen sich der Wert und die Qualität eines Automobils, das man mag, nicht daran, ob man es in eine Werkstatt bringen kann, die es nicht mag.
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Ehemaliger 901 Fahrer sucht 9-3 I zum Kauf
Richtig ist: Der 9-3/I ist kein 900. Es kommt also sehr auf die Prämissen an, die Dich zum 9-3/I führen. Ist es nur die mangelnde Verfügbarkeit von sehr gut erhaltenen 900? Dann würde ich mich lieber auf die geduldige Suche nach einem 900 machen. Denn ein vollumfänglich zufriedenstellender Ersatz für jemanden, der eigentlich 900 fahren will, ist der 9-3/I nicht. Wenn Du hingegen ein Auto haben willst, das sich unverkennbar wie ein Saab anfühlt und trotzdem moderner und jünger ist, kannst Du mit einem 9-3/I durchaus glücklich werden. Es sind zahlreiche Reminiszenzen an den Vorgänger zu finden. Vom zweigeteilten Armaturenbrett über die steile Frontscheibe und dem Zündschloss zwischen den Sitzen bis zur klassischen Saab-Form. Nur das Fahrgefühl ist eben ganz anders. Der 9-3/I ist keine klassische Fahrmaschine, sondern komfortbetont und mit weniger aufwändig konstruiertem Fahrwerk. Ein 900-Purist würde wohl sagen: verweichlicht:-) Richtig ist auch: Die Motoren ohne Turbo haben keinen Turbo. Sowohl der 2.0i als auch der im 9-3 nur noch kurz und selten verbaute 2.3i sind sehr leise, kultivierte und insgesamt zuverlässige Motoren. Da Du explizit einen Motor unter 150 PS willst, nehme ich an, dass Leistung für Dich nicht vorrangig ist. Dann kannst Du getrost eine der beiden Saugervarianten kaufen. Ich konnte mit beiden Maschinen ebenfalls sehr gut leben. Beim Beschleunigen aus der Baustellenausfahrt auf der Autobahn oder beim Überholen auf der Landstraße hat man sich manchmal einen Turbo gewünscht. Aber sonst konnte ich darauf verzichten. Die Ölschlammproblematik ist bei beiden Varianten weniger relevant. Falls Du doch bei einem Turbo landest: Aufgrund des Ölschlammrisikos ist ein gut gepflegtes Wartungsheft beim 9-3 fast noch wichtiger als es sowieso bei jedem Auto ist. Vorgeschriebene Wartungsintervalle waren alle 20tkm, wünschenswert wäre, wenn Ölwechsel alle 10tkm durchgeführt wurden. Das ist aber nicht leicht zu finden. Im Zweifel muss eben vor dem Kauf die Wanne runter und kontrolliert werden. Was den Turbodiesel angeht: Er ist laut, klingt nach landwirtschaftlichem Gerät und hält ewig. Muss man mögen. Ich finde, er passt nicht in einen Saab. Auf jeden Fall beachten: Du bekommst keine Grüne Plakette, es sei denn, es ist eines der wenigen umgerüsteten Exemplare. Richtig ist ebenso: Es ist nicht die typische Saab-Kanonenofenheizung verbaut. Zumindest mit ACC (manuelle Klimaanlage kenne ich nicht) ist die Heizungsleistung aber völlig ok. Richtig ist auch: Die Federbeine sind ein Schwachpunkt. Aber: Das lässt sich kontrollieren und gegebenenfalls reparieren. Und: Kann, aber muss nicht. Bei meinem 98er Modell hatte ich keine Probleme damit. Sonstige Schwachstellen: Ja, gibt es. Klimakompressor, AGR-Ventil beim Diesel, Pixelfehler im Display und diverse andere Dinge. Auch Rost wird langsam ein Thema. Insgesamt kann man aber bei einem gut gewarteten Exemplar davon ausgehen, dass man ein Auto mit hoher Zuverlässigkeit(swahrscheinlichkeit) erwirbt. Ob Deine Vorauswahlkriterien gut sind oder nicht, kannst ja nur Du beurteilen. Schließlich sind es Deine Kriterien. Was man sagen muss: Du hast Dir einen sehr gesunden finanziellen Rahmen gesteckt. Du bekommst für das Geld ein gutes Cabrio, und Du wirst das Geld selbst für ein sehr gutes Coupé nicht vollständig brauchen. Allerdings sind Deine Kriterien auch so gestrickt, dass Du die Auswahl sehr stark eingrenzt. Wenn es kein Metalliclack und auch kein Schwarz sein soll, bleiben ja nur Weiß, Rot und dieses stumpfe Dunkelblau. Das waren nicht gerade die am meisten verkauften Farben, folglich sind auch nicht viele Gebrauchte in der Farbe lackiert. Den 2.3i gab es nur im ersten Halbjahr 1998 (danach wurde er vom 2.0t abgelöst), den 2.0i nur bis 2000. Das begrenzt die Auswahl zusätzlich und führt dazu, dass es noch schwieriger wird, ein gut erhaltenes Exemplar zu bekommen. Außerdem bekommst Du dann kein Modell mit der schicken Bespoilerung ab 2001. Nicht zuletzt: Das Coupé ist nach meinem persönlichen Geschmack die schönste Form. Aber aufgrund des eingeschränkten praktischen Nutzens wurde es nicht häufig bestellt. Die 5Türer sind deutlich weiter verbreitet - und schön sehen die auch aus. Finde ich zumindest. Wenn es ein Cabrio sein soll, triffst Du noch auf einen reichlich bestückten Markt von gut erhaltenen Exemplaren. Bei den Coupés und Limousinen wird es mittlerweile schwieriger, aber auch nicht unmöglich. Ein Angebot, das Deinen Vorstellungen (abgesehen von der Motorisierung) recht nahe kommt, wäre doch der hier: http://suchen.mobile.de/auto-inserat/saab-9-3-2-0-t-se-anniversary-appel/171468035.html?origin=PARK Ich finde ihn etwas zu teuer. Aber da ist ja vielleicht noch Spielraum.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Ja, den citrinbeigen CSE finde ich sehr fein. Und ich finde, dass der auch 4.000 Euro kosten darf. Allein: Ich kann keine 4.000 Euro ausgeben. Jeder Euro, den ich in die Anschaffung des Zweitsaab investiere, fehlt für die Instandhaltung des Aero. Ihn zu erhalten ist ja aber Sinn und Zweck dieser ganzen Unternehmung. Er hat Priorität. Für 4.000 Euro würde ich übrigens auch den weinroten CDE in Gießen in Erwägung ziehen, der angeblich eine kompette Motorrevision plus Neulackierung bekommen hat. Aber auch der ist eben so teuer. Es gibt eine einzige Ausnahme: Für einen super gepflegten 9-3/I in Zirrusweiß würde ich mehr bezahlen. Aber das letzte Mal, dass ich sowas bei mobile.de gesehen habe, ist geschätzte zwei Jahre her. Was den Nürnberger angeht: Man hätte das Auto auch kaufen können. Der Pflegezustand war insgesamt wirklich extrem gut. Der Händler hat am Telefon nicht vorsätzlich die Unwahrheit gesagt. Er hat Tatsachen nur anders gewichtet (dazu ist er Händler) und zum Teil andere Kriterien. Sein "beginnender" Rostbefall an den Radläufen ist nach meiner Definition "fortgeschrittener" Rostbefall. @Elmar: Ganz ehrlich ... die drei genannten Alternativen sind keine. Auch nicht der Saab dazwischen:-) Ich hab ja Zeit ... und bin in der Zwischenzeit ausreichend motorisiert. Wobei sich die Beleuchtung des rechten Sitzheizungsschalters im Aero verabschiedet hat. Ich schaue andauernd drauf und ärgere mich drüber.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Guten Morgen. Was bisher geschah. Gestern um 2 Uhr 30 brachen mein Herr Vater und ich auf, um den Zuwachs in der Saab-Familie abzuholen. Motorisiert von einem Seat Ibiza 1.4. Wie heißt es immer so schön? "Richtig schlechte Autos werden heutzutage gar nicht mehr gebaut." Dieser Behauptung möchte ich entschieden widersprechen. Ich kenne Kleinwagen. Fiat Punto, VW Polo, Opel Corsa, Ford Fiesta, Honda Jazz ... alle schon gefahren. Alle sind nicht für 600 Kilometer Autobahnfahrt gedacht, aber es geht. Mit diesem Seat hingegen ging das nicht. Kurz vor Hannover hatte ihn mein Vater schon das „Horrorauto“ getauft. Oberhalb von Tempo 110 wurde die Karre derartig nervös auf der Straße, als ob Glatteis wäre. Lange Autobahnkurven mit Tempo 120 glichen einer Mutprobe. Ich will dem Volkswagenkonzern einfach mal zugute halten, dass dieses Auto nicht so gedacht war. Vielleicht ist ein Vormieter damit 40mal diabolisch lachend mit Tempo 40 über eine hohe Bordsteinkante gebrettert. So oder so: Die Vorfreude auf die Rückfahrt im Saab war unermesslich. In Bayern angekommen machten wir zunächst einen Abstecher über Kitzingen, um den uniblauen 98er CSE FPT in Augenschein zu nehmen, der von einem hiesigen Mercedes-Händler angeboten wird. Resultat: So ohne Aero-Bespoilerung, mit Baumarktradkappen in dieser trostlosen Farbe kann ein 9000 aussehen wie ein sehr altes, sehr unmodernes Auto. Der Zustand war ok. Ein Brandloch in der Fahrertürverkleidung zeugt von Rauchervorbesitz. Die vordere Stoßstange ist an der Beifahrerseite kräftig angeschrammt und verzogen. Die Hintertür auf der Beifahrerseite hatte ne große Delle und eine unschöne Schramme. Alles kosmetischer Kram. Aber mein Auto war das nicht. Die Farbe ist ein echtes KO-Kriterium. Sodann Weiterfahrt nach Nürnberg. Auf dem Händlerhof stand er schon, der CD. Frisch gewaschen und dekorativ in der Hofmitte geparkt entfaltete er den ganzen Charme eines Automobils, das irgendwie aus der Zeit gefallen ist. Der freundliche und kundige Händler führte mich nach einem strammen und geübten Plan um das und durch das Auto. Die erste Mängeldiagnose ergab: Die hinteren Radläufe haben Handlungsbedarf, auf der Fahrerseite so akut, dass man durch ein Rostloch fast den kleinen Finger stecken kann. Ursache sind hier wohl die Spritzlappen, deren Löcher im Blech Väterchen Rost eine behagliches Quartier boten. Die Frontscheibe scheint noch die erste zu sein - den Aufklebern nach zu urteilen. Allerdings war sie an den Rändern milchig, offenbar löste sich die Verklebung des Verbundglases und es schien Luft zwischen innere und äußere Scheibe zu ziehen. Eine Hintertür hatte eine leichte Beule. Sah aus, als ob die schon mal größer war und unzulänglich ausgebeult wurde. Der Motor war nicht gewaschen und trotzdem nicht verölt. Der Himmel kündete hinten mit einer handflächengroßen Beule davon, dass er irgendwann mal neu bezogen werden will. Nach dem Starten des Motors starb dieser wieder ab. Das mache er manchmal, man müsse nach dem Anlassen einmal kräftig Gas geben. Aha. So tat ich es, und er lief. Der Leerlauf war ein bißchen unruhig und pendelte zwischen 800 und 1300 Umdrehungen. Die Bordelektronik verrichtete klaglos ihren Dienst, nur die Bremslichtkontrollleuchten gingen nicht aus, und das Radio ist defekt. Auf zur Probefahrt. Er benahm sich gut. Die Automatik schaltete butterweich, die Maschine klang gesund, Lenkung und Fahrwerk machten den Kilometerstand so glaubwürdig wie der wirklich makellos gepflegte Innenraum. Nur die Kühlwassertemparaturanzeige bliebt hartnäckig bei kurz vor 7 Uhr festgenagelt. Scheinbar ein neuer Thermostat fällig. Die Papiere des Autos sind ok. Bis 2005 jedes Jahr in der Wartung bei der hiesigen Saab-Vertretung, danach in den üblichen berüchtigten Werkstattketten, um das zu tun, was eben getan werden muss. Da der Wagen seit 2005 kaum noch bewegt wurde, hat er das sicher verkraftet. Immerhin waren die Ganzjahresreifen fast neu und die Auspuffanlage ebenfalls. Zurück auf dem Händlerhof erbat ich mir 10 Minuten für mich alleine, um meine rituellen Runden um den CD zu ziehen. Nach ungefähr 6 Minuten entschied ich: Ich nehme ihn nicht mit. Im Grunde hatte der 9000 keine Mängel, die man einem 22 ½ Jahre alten Auto vorwerfen konnte. Im Gegenteil. Aber für mich war er kein Auto der 2000 Euro-Kategorie, sondern ein Liebhaberexemplar für jemanden, der zu einem geringeren Einstandspreis dieses Auto ersteht, weil er genau dieses Auto will, und dann in dieses Auto investiert. Für meinen Gebrauch, tägliche 200 Kilometer Pendelverkehr mit einem Auto, das laufen MUSS, war er hingegen nur bedingt geeignet. Das hätte man zugegebenermaßen auch theoretisch durchspielen können, bevor man nach Nürnberg fuhr. Aber für manche Entscheidungen muss man eben vor Ort sein. Technisch kundige Menschen müssen das sein, um ihre Checkliste abzuarbeiten. Ich muss das sein, um ein Bauchgefühl zu bekommen. Bei all meinen Saab wusste ich sofort, dass es meine Saab sind (auch wenn ich mich beim 9-5 täuschte). Bei diesem Saab wusste ich: Den muss ich nicht unbedingt haben. Also: Tschüss, 9000 CD. Der nächste Weg führte mich zur Europcar-Vertretung. Ich erklärte der guten Frau, dass ich wieder zurück nach Hamburg müsse, aber auf keinem Fall mit diesem Ding da draußen. Das sei kaputt. Ihre lakonische Antwort: „Der ist nicht kaputt. Der ist so.“ Schließlich einigten wir uns darauf, dass sie den Opel Insignia Sports Tourer rausrückt. Nicht gerade ein Auto, das mein Herz wärmt. Aber es fährt geradeaus. Ein Fortschritt. Über die 700 Kilometer Heimfahrt von Nürnberg nach Eckernförde verstand der Opel es allerdings, sich nachhaltig einzuschmeicheln. Er hatte diesen neuen 1.4 EcoFlex unter der Haube, eine beachtliche Maschine. Der Klang ein bißchen rustikal, die Schaltung ein bißchen knochig, die Beschleunigung ein bisschen zäh ... aber wenn er einmal lief, dann lief er. Und das sogar sehr schnell. Vor allem jedoch: Sparsam. Kasseler Berge unter Vollast, Vollgas mit 200 km/h, wenn die Bahn frei und das Tempolimit aufgehoben war. Ergebnis an der Tanksäule: 7,55 Liter. Das ist endlich mal ein technischer Fortschritt, den ich überzeugend finde. Dazu: Hervorragendes Fahrwerk, Stille im Innenraum, angenehme Sitzposition. Wenn man die Rabatte mitdenkt, die Opel gibt, um den Insignia irgendwie in den widerspenstigen Markt zu drücken, muss ich sagen: Ich würde das Auto in Erwägung ziehen. Ernsthaft. Das Ergebnis der langen Reise in fremde Länder ist jedenfalls: Der Aero bleibt ein Einzelkind. Der richtige Zweit-Saab wird schon noch kommen.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Wie bitte?! Dein Vorkriegsmodell hat eine Stotterbremse? - - - Aktualisiert - - - Ich kann nicht schlafen! Und dabei muss ich in drei Stunden wieder aufstehen. Aber ich bin so aufgeregt, weil ich ... dann Seat Ibiza fahren darf. Europcar hat mitgedacht. Sie gaben mir ein Auto, das die 128 PS im CD als völlig auskömmliche Motorisierung erscheinen lässt.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Super, danke!! Ich bin mir nur gar nicht so sicher, ob der überhaupt ABS hat. Hab ich vergessen zu fragen, und im Inserat steht nix davon. Morgen um die Zeit bin ich schlauer.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Treffer! Das ist es! Iridiumblau ... klingt schön. Der Fred hier nennt es bei seinem CDE aus 91 zumindest auch Iridiumblue: Iridium blue is a very rare colour in the 9000 range - full stop - so fitted to this car it is extremly rare perhaps the only one in existence. Read more: http://retrorides.proboards.com/index.cgi?board=FSW&action=display&thread=114395#ixzz2GMGnF6uw - - - Aktualisiert - - - Und Platinblau war zumindest beim 900 nur bis Modelljahr 89 zu bestellen.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Nee, klaus, das ist so ein helles SilberBLAU. - - - Aktualisiert - - - Da es der Ostwestfale gerne schnörkellos mag, haben Eure Straßen auffällig wenig Kurven. Ich habe also mit dem 9000 eine reelle Chance!
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Haha! Sei froh, in Deiner Nachbarschaft wird nur getrommelt. In meiner wird lieber gekratzt und getreten. Vorzugsweise bei SUVs und Cabrios.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Gerade nochmal mit dem Händler in Bayern telefoniert, weil ich gestern zwar lauter wesentliche Dinge erfragt habe, aber eine völlig unwesentliche Sache vergessen hatte: Ob der Wagen unfallfrei ist. Antwort: "Ich habe das Auto gerade gewaschen und mache es jetzt für sie fertig. Der ist unfallfrei. Da ist keine Schramme und nix im Erstlack. Ich bin schon wieder selbst ganz verliebt. Der ist wirklich tadellos, unglaublich guter Zustand. Ich würde sie nicht aus Hamburg kommen lassen, wenn da irgendwas mit wäre." Klingt alles zu gut um wahr zu sein. Aber vielleicht bestätigt sich ja das eigenartige Phänomen, dass ich als technischer Vollidiot, der nicht mal fragt, ob ein Auto einen Unfall hatte, bevor er es kauft, irgendwie immer Glück beim Fahrzeugkauf habe. Der Dachhimmel soll auch nicht hängen. - - - Aktualisiert - - - Weiß jemand zufällig, wie die offizielle Bezeichnung für diese Farbe war?
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Natürlich kriegt der welche! So lange ich noch keine alten Nummernschildhalter "Saab Hamburg - Kenner wissen warum" gefunden habe, versteht sich.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Antwort aus Trollhättan auf meine Mitteilung, dass ich den 9000 CS leider nicht nehme, weil ich mir eine bayerische Rostlaube angelacht habe: Hello Sebastian! I hope that your new 9000CD will run great for you! You are always welcome back to me! I hope you will have a happy new year, with some positive information from the new saab NEVS white some hot stuff for saab likers!" Der CD und ich haben also den Segen von ganz oben.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Stimmt! Du brauchst mehr Kilo Auto, um auf neun Nullen zu kommen. Und es zählen nur rostfreie Kilos.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Die Beschreibung erinnert mich an Kiel. Der CD wird aus Gründen der Versicherungsersparnis auf meine Mutter zugelassen. - - - Aktualisiert - - - Im Übrigen hängt die ganze Saab-Familienehre mittlerweile sowieso an mir. Meine Eltern haben den 9-3 gegen einen Honda getauscht. Und der Aero meines Bruders rollt in diesem Jahr auch noch auf mich zu. So füllt sich dann zumindest meine Signatur mit 9000ern und ich nähere mich dem Stadium fortgeschrittenen Saab-Messitums von StRudel an.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
In Düsseldorf bekam ich auch wunderhübsche Wunschkennzeichen: D-S 931 und D-SB 951. Trotzdem habe ich da vor Heimweh die Tapete zerkratzt. Seither vertrete ich die egoistische Auffassung: Mein Auto hat sich meiner Wohnortpräferenz zu beugen und nicht ich mich seiner. In diesem Fall muss sich der CD zusätzlich dem Aero unterwerfen. Denn ich finde einen schwarzen Aero mit HH-Kennzeichen am schönsten. Kuhles Auto, kuhle Stadt. Sozusagen die Icewatchuhr unter den in Deutschland zugelassenen Personenkraftwagen.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Auch wenn gefällige deutschsprachige Unterhaltungsmusik über diese Stadt geschrieben wurde ... ich möchte da bitte nicht für ein Wunschkennzeichen hinziehen müssen.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Da Du ohnehin die inoffizielle Meisterschaft für kreative Autospitznamen innehältst, wundert mich Deine Kreativität bei der Kennzeichensuche nicht. Ich könnte mich jetzt lächerlich machen und fragen: Gibt es denn noch Austauschmotoren, falls der B202 kaputt geht? - - - Aktualisiert - - - @klaus: Dass es ein ECK-IG wird, ist schon mal sicher! Danke für den Tipp! - - - Aktualisiert - - - Also: HH-TU 901 ECK-IG 90
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Ist die Ersatzteilversorgung bei einem 1990er Modell eigentlich deutlich angespannter als bei einem CS?
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Frage. Welche Pogromstimmung löse ich unter den Kollegen der 900-Fraktion aus, wenn ich mir für das Saisonkennzeichen des Aero "HH-TU 901" hole? Aus unerfindlichen Gründen ist das gerade frei. Als mildernde Umstände möchte ich geltend machen, dass mit der Ziffernkombination "AE" und "SB" nur Zahlensalat möglich und die Zahl 9000 grundsätzlich nicht verfügbar ist. Mein wunderschönes "HH-AE 2290" muss ich ja leider aufgeben. Und das Kennzeichen "HH-NO 900" trägt schon ein schwarzer 9000 in meiner Nachbarschaft. Außerdem hat ein Aero nicht nötig, zu betonen, was er nicht ist. Über den armen 9000 CD möchte ich an dieser Stelle lieber gar nicht nachdenken. Der bekommt ein ECK-Kennzeichen. Was darauf folgt, ist dann eigentlich auch egal.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Hässlich waren diese Autos alle nicht, wie ich finde.
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Der Händler, von dem ich den CD kaufe, sagt, er habe über viele Jahre von Kaiser die älteren gebrauchten Saab angekauft und weiterverkauft. So auch den CD. Den bekam er vor sechs Jahren zum ersten Mal, als der Vorbesitzer ihn bei Kaiser in Zahlung gab, und verkaufte ihn an die Schwiegereltern eines Freundes. Und von denen hat er ihn nun zurückgekauft. - - - Aktualisiert - - - Ich überlege gerade ... da mir meine Hillary-Aufkleber ja sowieso ständig geklaut werden, könnte ich mir auch einen neuen Aufkleber für die Heckscheibe machen lassen: "The ugliest Saab ever built" - - - Aktualisiert - - - Oder auch mitten auf die formschöne Heckklappe: "Sason lost his life. Envall lost his glasses. That's why."
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Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Übrigens: Da cit1966 viel zu höflich ist, um es öffentlich zu posten ... Er teilte mir gerade mit, mein eisblauer CD sei der hässlichste Saab, den er je gesehen habe. Jetzt mag ich dieses Auto noch mehr. In keinem anderen Lebensbereich bereiten mir unverstanden gebliebene Wesen so wenig Ärger wie in der Garage.