Alle Beiträge von Onkel Kopp
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Saab-Fachwerkstatt kippt 0W-40 auf 901i 8V Sauger
Hast du schon ein paar Kölsch auf, Farbenstern aus Kölle am Rhing? Ich hoffe ich muss das nicht verstehen...
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Saab-Fachwerkstatt kippt 0W-40 auf 901i 8V Sauger
Bedienungsanleitung habe ich leider nicht mehr. Eine Vorlesung besuchen muss man dafür nicht, ich komme nur darauf, weil mich das Fach sehr interessiert hat und ein paar Aussagen von Herrn Dr. Spilker hängengeblieben sind. Er hatte den Lehrauftrag für das Fach und war bzw. ist als selbstständiger Experte für die Ölindustrie tätig. Seine Kernaussagen für den Autofahrer waren: Das beste Öl für einen Motor ist das, was in der Bedienungsanleitung angegeben ist. Mit diesem ist der Motor auf Hunderttausenden Prüfstands- und Fahrzeugkilometern entwickelt und getestet worden, für dieses Öl ist er ausgelegt. Einem Motor, der z.B. für mineralisches 10W-40 ausgelegt ist, vollsynthetisches 0W-40 zu geben ist völlig unnötig. Die Viskositätsklassen und die Angabe, ob ein Öl synthetisch oder mineralisch ist, sind beides keine Qualitätsmerkmale. Es kommt auf ein gutes Grundöl und das Additivpaket an. Ein gutes Mineralöl mit hochwertigem Additivpaket kann besser sein als ein synthetisches No Name zweifelhafter Herkunft. (Tests haben übrigens mal ergeben, dass letztere z.T. im Neuzustand nicht mal die angegebenen Viskositätsklassen erreichen, wie ich in der AutoBild mal lesen konnte). Ein Motoröl altert vom ersten Kilometer an und verliert immer mehr seine ursprünglichen Eigenschaften. Ein eher einfaches Öl zu fahren und es oft zu wechseln ist besser, als mit Öl-High-Tech ewig rumzufahren. Ölanforderungen des Herstellers sind immer so definiert, dass der Motor auch unter extremen Bedingungen (Dauervollgas auf der Autobahn, ausschließlich Stadtverkehr) während des angegebenen Wechselintervalls keinen Schaden nimmt. Wer seinen Motor äußerst selten voll beansprucht und auf der Langstrecke regelmäßig gut warm fährt, der könnte auch ein einfacheres Öl verwenden, als vom Hersteller in der Bedienungsanleitung angegeben. Die Frage, welches Öl denn wirklich eingefüllt wurde, ist natürlich berechtigt. Habe schon von Fällen gelesen (Werkstatttests), wo teures Öl berechnet worden ist, aber nicht mal ein Ölwechsel gemacht wurde. Bei mir wurde er aber definitiv gemacht, das Öl war auf jeden Fall frisch. Ohne Ölanalyse kann ich aber wohl kaum prüfen, welches Öl wirklich verfüllt wurde, es sind jetzt bereits zwei Jahre und 11.000 km vergangen (für einen Wechsel wird es also allmählich Zeit...).
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Was passiert bei beginnendem Turbo-Defekt genau?
Das klingt sehr nachvollziehbar, vielen Dank! Ich nehme an, dass bei höheren Drehzahlen und höherem Öldruck auch der Ölfilm eher stabilisierend wirkt. Im Vergleich zur rotatorischen Trägheit des Laufzeugs, die zentrierend wirkt, wäre der Effekt aber sicherlich sekundär.
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Was passiert bei beginnendem Turbo-Defekt genau?
Warum nur bei Leerlaufdrehzahl? Da steht der Lader quasi und der Öldruck ist niedrig.
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Was passiert bei beginnendem Turbo-Defekt genau?
Hm, dann behaupte ich mal, eine defekte Dichtung der Welle (z.B. durch zu hohe Temperaturen/defektes Lager) lässt turbinenseitig Öl raus, das sich im heißen Auspuff selbst entzündet. Habe ich gewonnen? Aber dann müsste der Qualm doch bei heißer Maschine immer kommen, weil der Öldruck höher als der Abgasgegendruck ist... Mich wunderte auch, dass auf eine Anfrage, wo es zu Auspuffbläuen nach dem Starten kam (und nur dann), von einigen auf einen defekten Lader getippt wurde. Dass kann dann nämlich nicht sein.
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Was passiert bei beginnendem Turbo-Defekt genau?
Hallo, hier im Forum liest man oft, dass ein beginnender Turboladerdefekt sich durch Auspuffbläuen beim Gaswegnehmen ankündigt. Man liest auch überall, dass Turbolader beim Gebrauchtwagenkauf dadurch getestet werden können, dass man im Leerlauf kräftig aufs Gas tritt und dann auf blauen Qualm aus dem Auspuff achtet. Was genau geht da kaputt, woher stammt das verbrannte Öl und wie kommt es in den Abgastrakt? Das Symptom ähnelt ja defekten Ventilschaftdichtungen. Diese liegen im Ansaugtrakt nach Drosselklappe. Wird sie im Schubbetrieb geschlossen, baut sich im Ansaugsystem nach Drosselklappe Unterdruck auf und Öl wird aus dem Zylinderkopf an den Ventilschaftdichtungen vorbei ins Saugrohr gesogen. Beim Öffnen der Ventile gelangt es in den Brennraum, wird verbrannt und zum Auspuff hin ausgeschoben. Der Verdichter aber liegt in Strömungsrichtung VOR Drosselklappe, hier kann also beim Gaswegnehmen kein Öl vom Motor aus defekten Lagerdichtungen hinaus gesaugt werden. Gelangt es also turbinenseitig in den Abgastrakt? Dann dürfte es jedoch nur bei heißem Auspuff bläuen. Wer kann mir erklären, was im Detail passiert?
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Saab-Fachwerkstatt kippt 0W-40 auf 901i 8V Sauger
Hallo zusammen, bin neu hier im Forum und habe eine Motorölfrage (Ja, habe zuvor die Suche benutzt, dort scheint die Ölwahl aber manchmal etwas von der Wahl der richtigen Religion zu haben). Ich habe mir 2006 einen 87er 900i 8V gekauft, der einen Reparaturstau mit sich herumtrug. Diesen habe ich bei einem Saab-Spezialisten, der auch in der Hilfeliste auftaucht, beheben lassen. Neben zwei behobenen Defekten und neuen Reifen habe ich eine Inspektion durchführen lassen. Dabei wurde für 14.50 €/Liter 0W-40 von Castrol eingefüllt. Dies hat mich zuerst nur wegen der Kosten geärgert. Nachdem ich mich in letzter Zeit des Öfteren mit der Thematik Youngtimer und Motoröl beschäftig und mich an die Vorlesung „Betriebsstoffe und Tribologie“ im Rahmen meines Studiums an der FH Köln zurückerinnert habe, erscheint es mir völlig unsinnig, dieses Öl auf einen 8V Sauger zu kippen. Nicht nur das: Laut Oldtimer Markt/Praxis besitzen vollsynthetische 0W-Öle ein umfangreiches Additiv-Paket, das alte Dichtungen angreifen und aushärten kann. Die Folge: Ölverlust, der auch bei meinem 900 seitdem zunimmt. Außerdem sorgen in hohem Maße eingesetzte Detergentien für eine erhöhte Reinigungswirkung, die bei Motoren mit hoher Laufleistung unter Umständen im großen Stil Ablagerungen lösen können, die anschließend den Ölfilter rasch zusetzen und kleinere Bohrungen verstopfen können. Abschließend meine eigentliche Frage: Ist es aus irgendeinem modellspezifischen Grund sinnvoll, in einen B201i mit Kat 0W-40 zu kippen oder wollte die Werkstatt bloß möglichst teures Öl verkaufen? Ich möchte der Werkstatt nicht voreilig den Stempel "Inkompetent" aufdrücken. Vielleicht sei noch angemerkt, dass das Auto da schon ein Saisonkennzeichen November bis März hatte, hatte die Werkstatt also Verschleißminderung und Kraftstoffersparnis nach dem Kaltstart im Hinterkopf? Ersteres halte ich für abwegig bei solch einer alten Motorkonstruktion und an letzteres denkt eine Werkstatt doch nicht, oder?