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Alma kommt
Schlau! Nebenbei: Meine Woche sieht dann so aus. Dienstag mit dem Alfa von Dinard nach Paderborn. 1000km und Zwischenübernachtung im Gästehaus des Erzbistums (Geheimtipp!) Mittwoch mit dem Alfa zunächst 200km von Paderborn nach Braunschweig, um was Berufliches abzuholen. Dann 200km von Braunschweig nach Potsdam, um den Citroen zu bezahlen, die Papiere und Kennzeichen mitzunehmen. Anschließend knapp 400km von Potsdam nach Eckernförde. Donnerstag: Vormittags Zulassung des Citroen in Eckernförde. Weil die Saftsäcke in Hamburg keinen kurzfristigen Termin mehr haben, wird der Saxo vorübergehend auf meinen Vater zugelassen. Dann nach Weihnachten in Hamburg auf mich. Anschließend mit dem Alfa 100km nach Hamburg, um dort den Firmenwagen aus der Garage zu holen. Danach nach Norderstedt, um den Firmenwagen abzugeben. Anschließend mit Bus und Bahn wieder nach Hamburg und mit dem Alfa 100km zurück nach Eckernförde. Freitag: Vormittags Abgabe des Alfa im ausliefernden Autohaus in Gettorf, um in der kommenden Woche den defekten Heckklappenöffner und hinteren Fensterheber zu erneuern. (Nein, ich beschwere mich nicht. Ich habe einen Alfa Romeo gekauft und damit auch einen Alfa Romeo gemeint.) Von Gettorf aus dann mit der Eisenbahn nach Potsdam, um den Citroen zu holen. Anschließend mit dem Citroën rund 300km zurück nach Hamburg. In Hamburg tausche ich den Citroën gegen den Saab und fahre mit dem Saab 300km nach Paderborn. Dort schlafe ich im Gästehaus des Erzbistums (Geheimtipp!) Samstag: Abgabe des Saab bei Borghardts, dann mit der Eisenbahn nach Hamburg. Von Hamburg mit dem Citroën wieder 100km nach Eckernförde. Sonntag: Mit dem Citroën 300km in den Weihnachtsurlaub nach Dänemark. Ich schrieb hier vor drei, vier Wochen, mein bestimmendes Motiv sei gerade die automobile Komplexitätsreduzierung, nicht?
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Alma kommt
Ja. Ich werde in Dänemark durch die Dünen hindurch mehrere Verlängerungskabel aneinanderstöpseln müssen, um mit dem Fön bis zum Auto zu kommen:-)
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Alma kommt
Ich bin schon im Schneegestöber auf Sommerreifen mit den 39PS eines Fiat Cinquecento nach Stockholm gefahren. Mich erschüttert so leicht nichts:-)
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Alma kommt
1a Anregung ... Ich werde es gewissenhaft in Erwägung ziehen, wenn ich über Weihnachten bei frostigem Wetter an der dänischen Nordsee diesen schlimmen Brandenburg-Aufkleber (nix gegen Brandenburg an sich!) von der Heckklappe abgegnubbelt habe. Egal, ob der Lack darunter weniger ausgeblichen ist. Der Aufkleber muss da weg. Hier übrigens nochmal die betörende Innenausstattung: Und schlussendlich das Kraftpaket unter der Haube. Mein erstes Auto war übrigens ein AX mit 60PS. Das Leichtgewicht war ne echte Rakete.
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Alma kommt
Alors mes amis! Man darf mitleidig gratulieren oder höflich schweigen zum neuesten Fahrzeugerwerb: Citroën Saxo 1.1i X, Erstzulassung 15. April 1997, Kilometerstand 20.183. Der Wagen kommt aus zweiter Hand, laut Besitzer - und nach Videorundgang plausibel - frei von jeglichen Blessuren im Blechkleid. Auspuff sieht gut aus, Ganzjahresreifen neuwertig, Zahnriemen immerhin 2013 schonmal erneuert. Wartungsunterlagen gibt es nicht, war wohl der Klassiker: Die Witwe konnte sie in den Unterlagen ihres Mannes nicht mehr finden und wollte auch nicht suchen. Der Ölzettel im Motorraum datiert den letzten Ölwechsel auf 2018. Gelaufen ist der Wagen seither so gut wie nicht, gewechselt werden muss es natürlich dennoch. HU hat er noch bis August 2022. Den Rest muss ich Mittwoch vor Ort sehen. Unterschrieben ist noch nix. Fest in die Hand versprochen hingegen schon. Als Preis rief der Besitzer 1.300 EUR auf. Auf 1.100 EUR haben wir uns dann geeinigt. Dafür: Keine Servolenkung. Keine Klimaanlage. Keine elektrischen Fensterheber. Keine Zentralverriegelung. Kein Alles. Aber zum Ausgleich hübsche bunte Stoffpolster, bei denen man sich denkt: Man, was hatten wir in den 90er Jahren alle für einen beschissenen Geschmack, während wir uns über den beschissenen Geschmack der 80er lustig machten:-) Es wird alles ein bisschen logistisch herausfordernd, den Wagen diese Woche noch zu holen und zuzulassen. Aber ich bin erstmal ganz happy mit dem billigsten Autokauf meines Lebens. Und immerhin: Ein Doppelwinkel im Grill. So wie sich das in der Bretagne gehört.
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Alma kommt
Ja, in der Regel brauche ich den Wagen nur in Frankreich vor Ort. Er muss aber auch in Ausnahmefällen mal eine Nachtfahrt von 1300km mitmachen, wenn ich kurzfristig beruflich nach Deutschland muss. Ich wohne direkt am Meer. Mein Auto parkt fast schon mit zwei Reifen im Sand. Auf einem umzäunten Grundstück, aber ohne Unterstand. Ich würde sagen: Die Lebenserwartung jedes Wagens wird hier schätzungsweise halbiert. Das ist auch der Grund, warum der fast neue Alfa Romeo dann auf Dauer lieber bei meiner Hamburger Wohnung (mit Tiefgarage) stationiert werden soll und ich für Frankreich etwas Billiges suche. Vorhin wurde der hier inseriert. Den finde ich tatsächlich auch ziemlich charmant: https://suchen.mobile.de/fahrzeuge/details.html?action=parkItem&id=336044355
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Alma kommt
Danke dir sehr für deine Ausführungen! Sehr hilfreich und interessant! Nein, eine Klimaanlage hat er in der Tat nicht. Und ja, das fehlende Schiebedach finde ich auch ein wenig bedauerlich. Aber das sind in dieser Preiskategorie ja Dinge, die man nimmt, wie sie kommen. Der Gesamteindruck muss stimmen. Das werde ich nächste Woche vor Ort entscheiden. Tendenz geht weiterhin eher in Richtung des Peugeot 306. Noch günstiger, noch unkomplizierter. Aber ich gebe dem Renault eine Chance, mich zu becircen. In Frankreich sind derzeit rund 100 R25 inseriert, davon knapp die Hälfte mit Diesel. Viele im dreistelligen Bereich. Das beruhigt mich auch etwas hinsichtlich der Teileversorgung.
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Alma kommt
Schon wieder markenfremd. Aber ich dachte, das bringt doch dem einen oder anderen hier Spaß, sowas nochmal zu sehen. ich schaue mich gerade für den Zweitwohnsitz in Frankreich nach einem sehr einfachen, sehr günstigen Franzosen um. Peugeot 306, Citroen ZX ... irgendwas, das hier jede Dorfwerkstatt wieder flott kriegt. Deshalb korrespondierte ich unter anderem mit einem ausgesucht freundlichen Händler, der auf Altfranzosen spezialisiert ist. Und der so: "Kurz am Rande: Ich habe noch so einen Kandidaten Ich konnte nicht nein sagen, als mir ein Herr aus der Nachbarschaft kürzlich seinen ganz tollen Renault 25 angeboten hat. Ich habe mir fest vorgenommen ihn nicht zu kaufen. Hat nicht geklappt. Der Wagen ist ein Diesel mit H-Kennzeichen neuem Service, neuem Zahnriemen, neuen Reifen und neuem TÜV. Billiger reisen geht nicht. Wenn mir jemand 2400€ für den Wagen gibt bin ich sehr zufrieden. Aber hier darf nichts kaputt gehen. Dann könnte ich ihn besser entsorgen. Im Anhang drei Bilder." "Kurz am Rande" ... schon klar ... schönen Dank auch. Was macht man denn jetzt mit sowas? Kann man das - zumindest in Frankreich - noch auf der Straße halten? Und wenn ja: Will man? Und die wichtigste Frage: Haben wir eigentlich alle irgendwas an uns, dass ständig irgendwelche alten Autos zu uns gerollt kommen, um gerettet zu werden? So wie andere Leute Hunde, Katzen, Kleinkinder anziehen? Ist das etwas, womit man sich einfach abfinden muss? Widerstand zwecklos?
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Alma kommt
Ich bin ein großer Lille-Fan und nötige jedem den Tipp auf, mal ein Wochenende dort zu verbringen. Unterschätzte Stadt. Meistens mache ich dort eine Zwischenübernachtung auf dem Weg in die Bretagne. Auf das Päuschen komme ich gerne zurück! Und zum Audi auf der Stoßstange fällt mir noch ein: Ich kaufte meinen Alfa in einem Autohaus für Alfa, Maserati, Jeep, Jaguar und Land Rover. Als ich den Verkäufer fragte, welche Marke die schwierigsten Kunden habe, sagte er ohne zu Zögern: "Mit Abstand die Schlimmsten waren bei Audi." Dann schüttelte er sich so, als ob er an einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden würde.
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Alma kommt
Wie leise die Fahrten mit deinem 84er GL durch Frankreich werden, vermag ich auch nicht vorherzusagen. Nur, dass Sie dir ziemlich sicher großen Spaß bringen werden!;-) Das große Fass Tempolimit will ich hier nicht aufmachen, hat sich mit der Elektromobilität eh bald erledigt. Ich stelle nur die letzten Wochen bei meiner Pendelei immer wieder fest: Ich genieße das entspannte Fahren in Belgien und Frankreich. Wenn ich nach Deutschland komme, freue ich die erste Viertelstunde ab Aachen darüber, das Gaspedal mal durchtreten zu können. Aber dann merke ich schnell, dass ich wesentlich gestresster und genervter bin als vorher. Umgekehrt registriere ich ab Grenzübertritt nach Belgien, wie ein kontemplativer Modus einsetzt: Tempomat an, Hörbuch rein, rollen lassen. Kein Drängeln, kein ständiges Bremsen und Beschleunigen. Klimaschutz, der nix kostet und die Nerven schont. Mein Vergleich zu anderen Automobilen ist auch der E30. Ich hatte ja vor meinem ersten Saab einen BMW 316i Automatik. Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich würde einen SAAB 900 insgesamt vorziehen. Aber in Sachen Geräuschdämmung gibt's da nen klaren Gewinner. Beim 9000i war's schlicht der Motor. Mit viel Wohlwollen kann man den noch als kernig bezeichnen. Nüchtern betrachtet ist er aber einfach laut und unkultiviert. Als dann der 2,3 Liter mit den Ausgleichswellen kam, war der 9000 auf einen Schlag auch ohne Turbo der perfekte Reisewagen.
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Alma kommt
Ja, wenn’s ein 16V mit 5-Gang-Getriebe ist, kann ich mir das vorstellen. Mein 900i war ein 8V mit BorgWarner. Auf der Autobahn unfahrbar. Sicher kann man bei meinem Softie durch die Getriebeübersetzung auch noch was abmildern. Sollte ich den Wagen längerfristig behalten, lass ich das nochmal machen. Ändert nur nix dran: Die Geräuschdämmung eines SAAB 900 war schon damals nicht zeitgemäß. Mir erzählte mal ein SAAB-Händler: WENN damals Kunden einen SAAB nach der Probefahrt NICHT kauften, dann meistens mit dem Argument: Der ist zu laut. Galt übrigens auch für den 9000CC mit dem 2.0i-Basismotor.
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Haha! Zugegeben: Altbacken könnte ein SAAB 900 nie werden. Nur: Langstreckentauglich ist er eben auch nicht. Und das schreibe ich hier immer einmal öfter als Klaus das Gegenteil.
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Verstehe ich. Ich bin glücklicherweise selbst etwas altbacken:-) Ich freue mich über den echten Handbremshebel, analoge Rundinstrumente und eine Klimaautomatik, die ich noch per Drehregler regulieren kann. Dafür schraube ich auch gerne vor der Autowäsche die Radioantenne vom Dach, achte selbst darauf, in der Spur zu bleiben, und mache vor dem Ausscheren den Schulterblick.
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Danke für den Hinweis. Klingt so, als ob es in deinem Fall keine Alternative zu einer kompletten Neulackierung der Tür gab. Bei mir wäre es ein bisschen wie Kanonen auf Spatzen. Die Schramme ist an der Tür nur bei genauerem Hinsehen zu erkennen. Deshalb ist mir der ausgebesserte Schaden mutmaßlich auch beim Kauf nicht aufgefallen. Ich hoffe darauf, dass sowas hier geht: http://www.grabbe-lack.de/spotrepair.html In jedem Fall lasse ich da erst was machen, wenn ich nächstes Mal nach Deutschland komme. Ich unterstelle den französischen Lackierern nicht, dass sie schlechter arbeiten. Ich unterstelle nur mir selbst, dass ich auf Französisch weniger genau beschreiben kann, was ich eigentlich will:-)
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Alma kommt
Ein echtes Ärgernis gibt es allerdings auch. Gestern nachmittag stieg ich nach der Autowäsche in den Alfa und entdeckte plötzlich einen fiesen Lackschaden an der Kante der Fahrertür. Seltsam, denn ich könnte schwören: Der war die Tage vorher noch nicht da. Und ich könnte ebenso schwören: Ich habe ihn nicht verursacht. Es gab schlicht keine Situation, in der ich die Tür gegen irgendwas hätte schlagen können. Vielleicht hat der Händler/Aufbereiter da was mit wasserlöslichem Lack geschickt überpinselt, und nach der letzten Wäsche kommt die ältere Schadstelle wieder zum Vorschein? Das scheint mir fast die einzig denkbare Erklärung. Der französische Lackierer jedenfalls meinte: Nix zu machen. Die gesamte Tür muss betlackiert werden. Kostenpunkt: 300 Euro. Mich schrecken ehrlich gesagt weniger die 300 Euro als die Aussicht darauf, dass der Farbton nicht gut getroffen wird. Ich lebe lieber mit einer Schramme in der Fahrertür als mit deiner Fahrertür in einer anderen Farbe... Eventuell besorge ich mir erstmal einen Lackstift und einen sehr feinen Pinsel. Oder ich finde einen Lackierer, der per Spot Repair da rangeht.
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Alma kommt
Ich würde es nach den ersten Tagen mit dem Julchen mal so zusammenfassen: Mit einem SAAB wären sehr viel mehr Leute glücklich geworden, wenn sie sich einen SAAB nur einfach mal getraut hätten. Mit einem Alfa Romeo werden nur die Leute glücklich, die wirklich (!) einen Alfa Romeo wollen - mit allen Konsequenzen. Auf keinen Fall sollte man einen Alfa nur deshalb kaufen, weil er günstiger ist als ein Golf oder hübscher als ein Volvo V40. Ich holte meine Giulietta am Dienstag um 14.30 Uhr beim Händler ab, um 16.30 Uhr war ich dann schon wieder da. Ein Abblendlicht funktionierte nicht. Nun dachte ich in meiner Naivität: Da muss nur eine Birne gewechselt werden. Bis ich dann im Autohaus durch die Glasscheibe in die Werkstatt spähte, wo sechs Leute engagiert diskutierend und gestikulierend um den geöffneten Motorraum meiner Italienerin standen. Der Werkstattleiter war schließlich den gesamten nächsten Tag damit beschäftigt, Steckverbindung für Steckverbindung zu prüfen, um den Fehler zu finden. Während ich auf gepackten Koffern saß. Zwei Tage später stand ich spätabends in Saint-Malo am Drive-In Schalter von McDonalds (leider hatte am Feiertag nix anderes mehr auf). Ich drückte aus Versehen auf den Schalter für den hinteren Fensterheber. Die hintere Seitenscheibe fuhr runter… aber nicht wieder hoch. Genauer: Sie fuhr ein Stückchen hoch und dann selbstständig wieder runter. Zündung aus, gedanklich bis zehn gezählt, Zündung wieder an. Siehe da: Das Fenster ging wieder, als sei nix gewesen. Ich verbuchte es als Revolte der italienischen Diva dagegen, dass sie ihren hübschen Hintern in die Warteschlange vor einem amerikanischen Fastfood-Restaurant klemmen sollte. Quando è troppo è troppo! Das mit den Elektrohelfern und dem kuriosen Verhalten kann ich also bestätigen. Nur bin ich unfähig, es dem Auto übel zu nehmen. Dafür sind seine Stärken zu bestechend. Eigentlich dachte ich: Das Beste an der Giulietta sei ihr Aussehen. Ich finde dieses Auto wirklich aus jeder Perspektive formal gelungen. Nothing compares. Doch nach der ersten 1.400km-Fahrt muss ich sagen: Das Beste an der Giulietta sind ihre Fahreigenschaften. Ich weiß nicht, was die Italiener machen, um aus dem 120PS-Benziner derart viel Bums zu holen. Fühlt sich eher nach 170PS an. Interessanterweise wirkt der Benziner übrigens potenter als der nominell gleichstarke Turbodiesel. Der Motorsound im Innenraum ist angenehm kernig, der Auspuffsound von außen schon ziemlich cool:-) Die Sitze haben (nach SAAB) den besten Langstreckenkomfort, den ich erlebt habe. Dazu eine ideale Sitzposition, ein schön griffiges Lenkrad, hübsche klassische Rundinstrumente, durchaus wertige Materialien im sicht- und fühlbaren Bereich. Vor allem aber: Fahrwerk und Lenkung sind großartig. Die Lenkung ist herrlich direkt, das Auto klebt auf der Bahn und zirkelt um die Kurven, dass es eine helle Freude ist. Ich habe wirklich sehr lange kein modernes Auto mehr gefahren, dass so viel Spaß bringt. Mehr, als man in einem gewöhnlichen Kompaktwagen je erwarten würde. Nach 1.400 Kilometern steige ich vielleicht nicht ganz so erholt aus wie aus einem SAAB, aber genauso gut gelaunt. Ich würde sogar so weit gehen und sagen: Seit meinem SAAB 9000 Aero hat mich keine Neuanschaffung mehr so begeistert wie die Giulietta. Ich bin bereit, diesem Auto noch sehr viel zu verzeihen. Und ich denke: Genau das ist die Einstellung, die man für einen Alfa Romeo braucht. Im Übrigen ist meine Giulietta mittlerweile auch zum Sondermodell Borghardt-Edition geadelt. Auf dem Weg nach Frankreich hielt ich wie üblich einmal im SAAB Zentrum Paderborn, um Guten Tag zu sagen. Dabei erzählte ich dem Senior-Chef, dass ich mir so eine Smartphone-Halterung auf die Lüftungsdüsen geklemmt hätte und fürchte, sie könne mir das schöne Armaturenbrett zerkratzen. Da griff er kurzerhand zu einem Blasenpflaster und isolierte die Halterung damit ab:-) SAAB bleibt - nicht nur, aber auch wegen Borghardts - für mich stets die Marke erster Wahl. Ein Alfa könnte nie einen SAAB ersetzen. Aber ergänzen kann er ihn wunderbar. Oder, wie einmal vor vielen Jahren der Werbepsychologe und SAAB-Fahrer Rainer Baginski in einem NZZ-Interview sagte: „Es gibt weltweit drei Differenzierermarken. Das sind Automarken, deren Käufer mit der Wahl ihres Autos bewusst oder unbewusst mitteilen wollen, dass sie anders sind als der Rest der fahrfähigen Welt. Diese drei Marken sind Alfa Romeo, Citroën und Saab. Citroën ist die Marke der Künstler, Alfa Romeo jene für die Frauenfreunde, die sich nicht binden mögen, die eine unberechenbare Geliebte einer zuverlässigen Ehefrau vorziehen. Und Saab ist die Marke der eher anonymen Intellektuellen und Selbständigen, etwa der Verlagsleiter, Journalisten und Architekten. Saab-Fahrer haben gewöhnlich ihre ganz eigenen Ansichten und Lebensgewohnheiten.“
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Kaum Geld, wenig Ahnung und trotzdem den Wunsch nach einem 9000CC
Einen 9000 mit dreistelligem Kaufpreis, der KEINE reine Wundertüte ist - das ist auf jeden Fall viel wert. Mit Kontakten in Rhein-Main kann ich nicht helfen. Ideen, die ich spontan hätte: - Als ich noch in Berlin wohnte (lange her…), fuhr ich für faire Preise und Saab-Kompetenz zu Bischoff ins Märkischen Viertel. Evtl. kann Jörg da nochmal einen KVA für die fälligen Arbeiten einholen, falls ”Tüv-fertig machen in Berlin” für ihn eine Option ist. Die Wohlfahrt sind die aber natürlich auch nicht. - Vielleicht ist ne Idee, Kontakt zu Tom vom Saabblog aufzunehmen. Er scheint seinen Texten zur Folge ja exzellent verdrahtet mit Saab Ratzmann in Frankfurt. Ich finde, so ne Geschichte würde dem Blog redakionell gut tun, im Sinne von: Wir alle schimpfen immer über Endverbraucher und Wartungsstau. Aber was ist, wenn man wirklich mit schmalem Taler UND Idealismus einen Saab auf der Straße halten will? Was ist Pflicht? Wo kann man sparen? Welches Auto kann man sich trauen, welches lässt man lieber stehen? Nur so ne abseitige Idee von mir…
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Kaum Geld, wenig Ahnung und trotzdem den Wunsch nach einem 9000CC
Selbstkorrektur: Ist natürlich kein Anniversary. Interessant finde ich ihn trotzdem.
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Kaum Geld, wenig Ahnung und trotzdem den Wunsch nach einem 9000CC
Hey! Sympathische Diskussion hier! Gilt erstmal für dich: Ich finde es im Grunde spannender, einer Saab-Suche mit wenig Budget und viel Herzblut zu folgen - als einer mit viel Budget und wenig Herzblut. Gilt aber auch einmal mehr für dieses Forum mit seiner Bereitschaft, sich auf unterschiedlichste Zugänge, Hintergründe und Wissensstände zur Marke einzulassen, wenn ein Newbie anklopft. Schön, das zu verfolgen! Mir scheint als erster Rat wichtig: Lass dich nicht hetzen. Die bessere Alternative dazu, das (für dich) falsche Auto zu kaufen, ist immer noch: Kein Auto zu kaufen. Es muss schon passen. Sowohl mit Blick aufs kalkulierbare Risiko als auch mit dem Bauchgefühl. Mein zweiter Rat wäre normalerweise der Klassiker: Das teurere Auto ist am Ende oft das günstigere Auto. Allerdings ist dieser Rat eben in deinem Fall nur begrenzt anwendbar. Das sehe ich ein. Trotzdem: Mir schiene der ambassadorblaue CS 2.0i in Kiel, den Klaus verlinkt hat, echt nochmal eine Überlegung wert. Der ist halt ”Sondermodell Hattanicht”, aber gerade das spricht ja bei deinen Maßgaben eher für dieses Auto. Velours statt Leder, Sauger statt Turbo, keine Klima - all das fände ich persönlich wurscht. Dein erster Saab wird in jedem Fall was Besonderes für dich sein. Interessant finde ich sonst auch noch den silbernen Anniversary aus Berlin, der hier heute im Forum inseriert wurde. Schiene mir in jedem Fall lohnenswert, mal nachzufragen, was da für den TÜV alles absehbar anfällt. Was deine heutige Besichtigung angeht: Ich würde das Auto nicht kaufen. Die Folgekosten für die nahende HU kannst du vermutlich nicht schultern. Du hast ja mit ”schlechter als erwartet” eigentlich auch schon dein persönliches Urteil dazu gesprochen. Und das zählt.
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Alma kommt
Ach cool! Brachtest du die Sprachkenntnisse beim Umzug schon mit? Ja, ich bekäme den 900 schon weiterhin unter in meinem Leben. Entweder folgt er mir in die Bretagne, oder er bleibt in Deutschland, wo ich ja weiterhin sein werde - nicht oft, aber regelmäßig. Wenn ich ihn verkaufe, dann eher nach dem Motto ”Dröhnbüchse gegen Komfortschaukel”. Ich würde mir wieder einen SAAB als Zweitwagen nehmen. Vielleicht 9000 CD. Oder 9-3/I. Oder 9-5 vor dem ersten Facelift. Aber nun bleibt erstmal alles, wie es ist. Mit dem SAAB zumindest:-)
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Ich wohne in Dinard. Bis Dezember: Sechs Monate Sabbatical. Ab Januar: Homeoffice-Regelung. Drei Wochen kann ich in Frankreich arbeiten, eine Woche in Deutschland. So zumindest der derzeitige Plan.
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Verdammt. Ich hoffe, es ist nur das Radlager... Vage in Erinnerung habe ich, dass damals im Zuge des großen Kuraufenthalts auch das Getriebe überholt wurde, oder? Nicht, dass das irgendwelche Defekte ausschließt. Und zum Jaguar: Ich weiß, du bist mit mehr Herzensgüte, Gelassenheit und Langmut gesegnet als ich. Aber wirklich: Lass es bleiben. (Natürlich nur meine bescheidene, aber immerhin teuer erworbene Meinung.)
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Na sowas. Schon wieder über ein Jahr her, dass ich hier etwas geschrieben habe. Und über zehn Jahre, dass ich diesen Thread eröffnet habe. Verrückt. Ein Fuhrpark-Update: Zum Jaguar will ich gar nicht so viel schreiben. Das Auto hat mich einfach zu sehr geärgert. Oder besser gesagt: Die Kombination aus Auto, inkompetenter Werkstatt und Brexit-verschärftem Teilemangel. Netto war der Wagen, seit ich ihn im Juli 2020 kaufte, rund drei Monate bei mir. Gefahren bin ich knapp 2.000km. Den Rest der Zeit verbrachte er bei einer freien Jaguar-Werkstatt am Hamburger Rand auf Hof und Hebebühne. Lange Rede, kurzer Sinn: Viel Geld für viel Spaß ist ok. Viel Geld für viel Ärger ist ne echt doofe Kombination. Und so sehr man einem alten Auto verzeihen können muss: Es gab keine einzige längere Fahrt, ohne dass irgend eine Kontrolllampe ansprang. Das Auto musste weg. Zugleich hat sich meine Lebenssituation verändert. Ich wohne nun hauptsächlich in der Bretagne. In Deutschland bin ich derzeit kaum und ab nächstem Jahr nur eine Woche im Monat. Im französischen Alltag fahre ich insgesamt wenig Auto. Aber dafür fallen eben häufiger mal Langstrecken von 1300km an. Kurz: Mir stand der Sinn nach mobiler Komplexitätsreduzierung. Idealerweise ein schönes, individuelles Auto mit etwas Fahrspaß, das trotzdem voll alltags- und langstreckentauglich ist. Deshalb habe ich den Jaguar zu einem einigermaßen erträglichen Preis für eine Alfa Romeo Giulietta in Zahlung gegeben. Jahreswagen, 11.000km, 120PS-Turbo-Benziner. Mit der Giulietta liebäugele ich seit Markteinführung 2010. Jetzt war die Zeit reif und die Gelegenheit günstig. Dienstag kommt sie. Mittwoch gehts mit ihr auf die erste große Fahrt an den Atlantik. Ich freu mich drauf. Tja, und der SAAB 900, um den es hier ja eigentlich geht? Der befindet sich im Dornröschenschlaf in der Hamburger Tiefgarage. Seit ich ihn gekauft habe, sind knapp 4.000km dazu gekommen. Wenn ich ihn mal fahre, fährt er völlig problemlos. Nach der Jaguar-Erfahrung weiß ich mehr denn je, wie SAAB mich über die Jahre verwöhnt hat... Die Fahrt(en) zwischen Frankreich und Deutschland würde ich dem 900 auch ohne Weiteres zutrauen. Nur mir nicht. Dafür ist mir das Auto schlicht zu laut. Selbst bei Tempolimit 130. Und zu schade obendrein. So richtig weiß ich also derzeit noch nicht, was ich mit dem Wagen mache. Wenn ich ihn mal fahre, will ich ihn eher behalten. Wenn er weit weg ist, will ich ihn eher verkaufen. Nur: Meistens ist er eben weit weg... Die Werkstatt meines Vertrauens würde sich für mich um den Verkauf in Deutschland kümmern. Aber irgendwas hält mich noch davon ab. Wahrscheinlich kenne ich mich mittlerweile selbst zu gut: Wenn der SAAB erst weg ist, fange ich sofort an, wieder einen SAAB zu wollen. Falls ich drohe, diese Selbsterkenntnis zu vergessen, brauche ich ja nur diesen Thread selbst nachzulesen:-) Ansonsten bleibt zu fragen: [mention=39]gerald[/mention] , was macht der 9000 Aero?:-)
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Alma kommt
Der damalige Jaguar-Chef John Egan beschrieb die schöne Anekdote, wie er mit Jaguar-Gründer und Design-Genie Sir William Lyons vor dem Prototypen des XJ40 stand und sagte: "I am still not sure about the headlamps." Lyons antwortete: "But I am." Ich finde sie auch eher zeitgeistig als klassisch schön. Aber ich käme nie auf die Idee, sie so wie manche Eigner nachträglich gegen die Doppelscheinwerfer des XJ6-Basismodells zu tauschen. Ein Sovereign hat eben diese Glasbausteine. Punkt.