Alle Beiträge von lunatic-factor
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Hallo zusammen! Schon wieder mehr als ein halbes Jahr her seit dem letzten Update. Und wenn ich hier die Seiten zurückblättere, sehe ich, dass ich seit geraumer Zeit eigentlich immer nur Bilder von Fremdmarken gepostet habe. Feierliches Gelübde: Das hört auf. Nur noch Bilder vom SAAB. In diesem Fall: Vom letzten Besuch mit dem 900 im norddeutschen Zuhause Mitte Juni. Erwähnen muss ich sie dennoch kurz, die Fremdmarken. Aktuelle Fuhrparksituation: Seit dieser Woche ein neues Audi A5 Cabrio als Firmenwagen. Für die rund 60.000 Kilometer, die ich jährlich zwischen Arbeits- und Wohnort zurücklege. Ziemlich schöner Tourenwagen, muss man sagen. Und: Analoge Rundinstrumente. Und: Echte Drehknöpfe an der Klimaautomatik. Halleluja! Auch noch da: Die Giulietta. Gerade heute holte ich sie vom Lackierer, wo ich diverse Kampfspuren von den ersten Monaten im französischen Straßenverkehr beseitigen ließ. Wobei: Ich will es nicht den Franzosen in die Schuhe zu schieben. Die größte Beschädigung rührte daher, dass ich den Alfa ohne eingelegten Gang und ohne angezogene Handbremse parkte und er von einer Windböe zärtlich gegen einen Poller geschoben wurde. Das geschah übrigens direkt am Hafen von Saint-Malo. Der Wagen hätte also auch schwungvoll im Hafenbecken landen können. Möglicherweise spielte mein Saab-Fahrer-Unterbewusstsein eine Rolle dabei, dass ich die Handbremse vergaß? Oder die bajuwarische Fernhypnose von [mention=646]Eber[/mention] ? Jedenfalls: Als ich ihn heute in der Garage abstellte, den Alfa, dachte ich wieder: So ein elegantes Auto. Und ich fahre ihn so gerne. Nur fahre ich ihn halt nicht. Er war ja als Alltagswagen gedacht, und für den Alltag wird er nicht mehr gebraucht. Das macht der Audi. Was aber soll ich dann damit anfangen? 40 Jahre aufbewahren, damit sich irgendwann mal irgendein Schrat darüber freut, dass irgendein anderer Schrat eine Alfa Giulietta mit 120 PS und Stoffsitzen aufbewahrt hat? Oder den wenig verlockenden Versuch wagen, einen vier Jahre alten Alfa Romeo zu einem halbwegs vertretbaren Preis loszuschlagen? Wie würde ein Freund sagen? - Strafarbeit für Muttermörder. Führt mich zum SAAB. Den wollte ich losschlagen. Ich gebe es zu. Denn er steht ja auch nur noch rum. Also vereinbarte ich mit Borghardt in Paderborn, ihn für mich im Kundenauftrag zu veräußern. Es gab auch schon Interessenten. Ich reiste extra von Frankreich nach Deutschland, um den 900 von Hamburg nach Paderborn zu überführen. Auf der Fahrt überlegte ich es mir dann anders. Man kann ja so einen alten SAAB 900 nicht 300 Kilometer bewegen, ohne dass er einen dabei auch irgendwie bewegt. Zudem geht es nicht nur um das Auto selbst, sondern eben auch um ein letztes Festhalten an der Marke in meinem Leben. Kurzum: ich rollte bei Borghardt am Samstagnachmittag auf den Hof. Senior wartete auf mich. Ich stieg aus und erklärte ihm: Es wird doch nur eine Jahresinspektion. Das Auto bleibt noch eine Weile bei mir. Nun: Er ist ja mittlerweile Kummer von mir gewöhnt. Auf Dauer allerdings wird es bei einer Jahresinspektion nicht bleiben. Der (schlecht) neubezogene Himmel beult schon wieder aus. Das Auto riecht irgendwie immer muffig von innen. Die Lederbespannung des Fahrersitzes könnte gut ersetzt werden. Und die Sitze wurden offenbar mal so schlecht neu aufgepolstert, dass man in dem Wagen nicht länger als 150 Kilometer einigermaßen erträglich sitzen kann. Was bei einem SAAB natürlich besonders schwer wiegt. Alles Kleinigkeiten, versteht sich. Ich muss mich eben nur mal drum kümmern und aufhören, mein Geld mit irgendwelchen anderen Autos sinnlos zu verbrennen, statt es sinnvoll in einen Saab zu stecken:-) Ab Montag habe ich hier in Frankreich einen dritten Garagenplatz. Dann könnte der alte Schwede seiner europäischen Vita (Erstzulassung Niederlande, Zweitzulassung Schweden, Drittzulassung Deutschland) auch noch die Bretagne hinzufügen. Ich hätte ihn schon gerne hier. Ob ich ihn wirklich nachhole oder in der Hamburger Garage lasse, weiß ich aber noch nicht. Lustigerweise habe ich ausgerechnet in meiner 10.000-Seelen-Gemeinde eine auf SAAB spezialisierte Werkstatt. Die einzige im Umkreis von 200 Kilometern. Der Inhaber ist auch super nett und ein echter Enthusiast (und teilt sich die Werkstatt mit einem Kumpel, der auf Renault Avantime spezialisiert ist. Leidenschaften gibt's ...). Aber als er mir auf den Alfa neue Reifen aufgezogen hat, hat er es geschafft, mir dabei alle vier Alufelgen derbe zu zerschrammen. Zwar übernahm er anstandslos die Kosten für die Neulackierung. Vertrauensbildend war das Ganze trotzdem nicht. Vielleicht will der 900 eben einfach in der Einflugschneise zum SAAB Zentrum Paderborn bleiben. Man wird sehen. Im Übrigen: Es ist nun schon über zwei Jahre her, dass ich zum letzten Mal einen SAAB gekauft habe. Ich müsste lange überlegen, ob mir das seit 2007 überhaupt schon mal gelungen ist. Auf jeden Fall steigt die Lust auf ein neues Projekt: Zugegebenermaßen schiele ich dabei nicht nur auf SAAB. Auch ein Citroen BX steht weiter hoch im Kurs. Aber ich hätte auch noch immer sehr viel Bock auf einen 9000 CD (mit der alten Front). Oder vielleicht mal einen 9-5 als Limousine mit Automatik (vor dem ersten Facelift). Oder nochmal wieder einen schön erhaltenen 9-3/I, der ja nun bei all meinem automobilen Wankelmut das Modell ist, das mich am kontinuierlichsten begleitet hat. Klar ist nur: Vor so einer Anschaffung müsste der Alfa weichen. Womit ich wieder beim Thema Muttermörder wäre.
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
(Und ja, ich teile ganz schön aus dafür, dass ich mir gerade einen neonblauen Citroen Saxo 1.1 X gekauft habe. Dessen Heizung mit Schiebereglern bedient wird wie sonst nur noch beim Lada Niva. Ein "voiture de pauvre", wie so einer dieser jungen YouTuber wenig charmant auf den Punkt brachte.)
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Man sieht hier bei mir in der Gegend erstaunlich viele alte Muttchen mit ihren Ligiers langknattern. Gerne mit Hund auf dem Beifahrersitz. Da denke ich dann immer gerne an dich und deinen i3. Rein von der Formensprache natürlich.
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Fahr doch gleich Corolla:-)
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Ich lese jetzt übrigens lieber die Beiträge auf Autoplenum als mit euch zu reden. Dort versteht man mich und meine wahren Motive. Zitat: "er (also: Der Saxo. Anm. d. Verf.) macht optisch was her, und dank ihm verführe ich jede Frau die ich kennenlerne; das hat was damit zu tun, das er diesen typisch französischen Charm versprüht; im Vergleich zu deutschen Autos die eher arrogant wirken." Ich dachte mir auch schon: Wenn mich künftig jemand an der Bar fragt, was ich für ein Auto fahre, dann sage ich: "Einen Alfa Romeo und einen alten Citroën." Wenn dann jemand nachfragt, was für ein Modell genau ... na ja, dann muss man wahlweise schnell aufs Klo, ein Bierglas umwerfen oder dem Gegenüber in einem flammenden Bekenntnis die Liebe gestehen.
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Da hast du tatsächlich das einzige Ausstattungsmerkmal erwähnt, das WIRKLICH schmerzlich fehlt. Neben dem Nightpanel und dem Zündschloss zwischen den Sitzen, versteht sich:-)
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
.
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Schlau! Nebenbei: Meine Woche sieht dann so aus. Dienstag mit dem Alfa von Dinard nach Paderborn. 1000km und Zwischenübernachtung im Gästehaus des Erzbistums (Geheimtipp!) Mittwoch mit dem Alfa zunächst 200km von Paderborn nach Braunschweig, um was Berufliches abzuholen. Dann 200km von Braunschweig nach Potsdam, um den Citroen zu bezahlen, die Papiere und Kennzeichen mitzunehmen. Anschließend knapp 400km von Potsdam nach Eckernförde. Donnerstag: Vormittags Zulassung des Citroen in Eckernförde. Weil die Saftsäcke in Hamburg keinen kurzfristigen Termin mehr haben, wird der Saxo vorübergehend auf meinen Vater zugelassen. Dann nach Weihnachten in Hamburg auf mich. Anschließend mit dem Alfa 100km nach Hamburg, um dort den Firmenwagen aus der Garage zu holen. Danach nach Norderstedt, um den Firmenwagen abzugeben. Anschließend mit Bus und Bahn wieder nach Hamburg und mit dem Alfa 100km zurück nach Eckernförde. Freitag: Vormittags Abgabe des Alfa im ausliefernden Autohaus in Gettorf, um in der kommenden Woche den defekten Heckklappenöffner und hinteren Fensterheber zu erneuern. (Nein, ich beschwere mich nicht. Ich habe einen Alfa Romeo gekauft und damit auch einen Alfa Romeo gemeint.) Von Gettorf aus dann mit der Eisenbahn nach Potsdam, um den Citroen zu holen. Anschließend mit dem Citroën rund 300km zurück nach Hamburg. In Hamburg tausche ich den Citroën gegen den Saab und fahre mit dem Saab 300km nach Paderborn. Dort schlafe ich im Gästehaus des Erzbistums (Geheimtipp!) Samstag: Abgabe des Saab bei Borghardts, dann mit der Eisenbahn nach Hamburg. Von Hamburg mit dem Citroën wieder 100km nach Eckernförde. Sonntag: Mit dem Citroën 300km in den Weihnachtsurlaub nach Dänemark. Ich schrieb hier vor drei, vier Wochen, mein bestimmendes Motiv sei gerade die automobile Komplexitätsreduzierung, nicht?
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Ja. Ich werde in Dänemark durch die Dünen hindurch mehrere Verlängerungskabel aneinanderstöpseln müssen, um mit dem Fön bis zum Auto zu kommen:-)
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Ich bin schon im Schneegestöber auf Sommerreifen mit den 39PS eines Fiat Cinquecento nach Stockholm gefahren. Mich erschüttert so leicht nichts:-)
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
1a Anregung ... Ich werde es gewissenhaft in Erwägung ziehen, wenn ich über Weihnachten bei frostigem Wetter an der dänischen Nordsee diesen schlimmen Brandenburg-Aufkleber (nix gegen Brandenburg an sich!) von der Heckklappe abgegnubbelt habe. Egal, ob der Lack darunter weniger ausgeblichen ist. Der Aufkleber muss da weg. Hier übrigens nochmal die betörende Innenausstattung: Und schlussendlich das Kraftpaket unter der Haube. Mein erstes Auto war übrigens ein AX mit 60PS. Das Leichtgewicht war ne echte Rakete.
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Alors mes amis! Man darf mitleidig gratulieren oder höflich schweigen zum neuesten Fahrzeugerwerb: Citroën Saxo 1.1i X, Erstzulassung 15. April 1997, Kilometerstand 20.183. Der Wagen kommt aus zweiter Hand, laut Besitzer - und nach Videorundgang plausibel - frei von jeglichen Blessuren im Blechkleid. Auspuff sieht gut aus, Ganzjahresreifen neuwertig, Zahnriemen immerhin 2013 schonmal erneuert. Wartungsunterlagen gibt es nicht, war wohl der Klassiker: Die Witwe konnte sie in den Unterlagen ihres Mannes nicht mehr finden und wollte auch nicht suchen. Der Ölzettel im Motorraum datiert den letzten Ölwechsel auf 2018. Gelaufen ist der Wagen seither so gut wie nicht, gewechselt werden muss es natürlich dennoch. HU hat er noch bis August 2022. Den Rest muss ich Mittwoch vor Ort sehen. Unterschrieben ist noch nix. Fest in die Hand versprochen hingegen schon. Als Preis rief der Besitzer 1.300 EUR auf. Auf 1.100 EUR haben wir uns dann geeinigt. Dafür: Keine Servolenkung. Keine Klimaanlage. Keine elektrischen Fensterheber. Keine Zentralverriegelung. Kein Alles. Aber zum Ausgleich hübsche bunte Stoffpolster, bei denen man sich denkt: Man, was hatten wir in den 90er Jahren alle für einen beschissenen Geschmack, während wir uns über den beschissenen Geschmack der 80er lustig machten:-) Es wird alles ein bisschen logistisch herausfordernd, den Wagen diese Woche noch zu holen und zuzulassen. Aber ich bin erstmal ganz happy mit dem billigsten Autokauf meines Lebens. Und immerhin: Ein Doppelwinkel im Grill. So wie sich das in der Bretagne gehört.
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Ja, in der Regel brauche ich den Wagen nur in Frankreich vor Ort. Er muss aber auch in Ausnahmefällen mal eine Nachtfahrt von 1300km mitmachen, wenn ich kurzfristig beruflich nach Deutschland muss. Ich wohne direkt am Meer. Mein Auto parkt fast schon mit zwei Reifen im Sand. Auf einem umzäunten Grundstück, aber ohne Unterstand. Ich würde sagen: Die Lebenserwartung jedes Wagens wird hier schätzungsweise halbiert. Das ist auch der Grund, warum der fast neue Alfa Romeo dann auf Dauer lieber bei meiner Hamburger Wohnung (mit Tiefgarage) stationiert werden soll und ich für Frankreich etwas Billiges suche. Vorhin wurde der hier inseriert. Den finde ich tatsächlich auch ziemlich charmant: https://suchen.mobile.de/fahrzeuge/details.html?action=parkItem&id=336044355
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Danke dir sehr für deine Ausführungen! Sehr hilfreich und interessant! Nein, eine Klimaanlage hat er in der Tat nicht. Und ja, das fehlende Schiebedach finde ich auch ein wenig bedauerlich. Aber das sind in dieser Preiskategorie ja Dinge, die man nimmt, wie sie kommen. Der Gesamteindruck muss stimmen. Das werde ich nächste Woche vor Ort entscheiden. Tendenz geht weiterhin eher in Richtung des Peugeot 306. Noch günstiger, noch unkomplizierter. Aber ich gebe dem Renault eine Chance, mich zu becircen. In Frankreich sind derzeit rund 100 R25 inseriert, davon knapp die Hälfte mit Diesel. Viele im dreistelligen Bereich. Das beruhigt mich auch etwas hinsichtlich der Teileversorgung.
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Schon wieder markenfremd. Aber ich dachte, das bringt doch dem einen oder anderen hier Spaß, sowas nochmal zu sehen. ich schaue mich gerade für den Zweitwohnsitz in Frankreich nach einem sehr einfachen, sehr günstigen Franzosen um. Peugeot 306, Citroen ZX ... irgendwas, das hier jede Dorfwerkstatt wieder flott kriegt. Deshalb korrespondierte ich unter anderem mit einem ausgesucht freundlichen Händler, der auf Altfranzosen spezialisiert ist. Und der so: "Kurz am Rande: Ich habe noch so einen Kandidaten Ich konnte nicht nein sagen, als mir ein Herr aus der Nachbarschaft kürzlich seinen ganz tollen Renault 25 angeboten hat. Ich habe mir fest vorgenommen ihn nicht zu kaufen. Hat nicht geklappt. Der Wagen ist ein Diesel mit H-Kennzeichen neuem Service, neuem Zahnriemen, neuen Reifen und neuem TÜV. Billiger reisen geht nicht. Wenn mir jemand 2400€ für den Wagen gibt bin ich sehr zufrieden. Aber hier darf nichts kaputt gehen. Dann könnte ich ihn besser entsorgen. Im Anhang drei Bilder." "Kurz am Rande" ... schon klar ... schönen Dank auch. Was macht man denn jetzt mit sowas? Kann man das - zumindest in Frankreich - noch auf der Straße halten? Und wenn ja: Will man? Und die wichtigste Frage: Haben wir eigentlich alle irgendwas an uns, dass ständig irgendwelche alten Autos zu uns gerollt kommen, um gerettet zu werden? So wie andere Leute Hunde, Katzen, Kleinkinder anziehen? Ist das etwas, womit man sich einfach abfinden muss? Widerstand zwecklos?
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Ich bin ein großer Lille-Fan und nötige jedem den Tipp auf, mal ein Wochenende dort zu verbringen. Unterschätzte Stadt. Meistens mache ich dort eine Zwischenübernachtung auf dem Weg in die Bretagne. Auf das Päuschen komme ich gerne zurück! Und zum Audi auf der Stoßstange fällt mir noch ein: Ich kaufte meinen Alfa in einem Autohaus für Alfa, Maserati, Jeep, Jaguar und Land Rover. Als ich den Verkäufer fragte, welche Marke die schwierigsten Kunden habe, sagte er ohne zu Zögern: "Mit Abstand die Schlimmsten waren bei Audi." Dann schüttelte er sich so, als ob er an einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden würde.
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Wie leise die Fahrten mit deinem 84er GL durch Frankreich werden, vermag ich auch nicht vorherzusagen. Nur, dass Sie dir ziemlich sicher großen Spaß bringen werden!;-) Das große Fass Tempolimit will ich hier nicht aufmachen, hat sich mit der Elektromobilität eh bald erledigt. Ich stelle nur die letzten Wochen bei meiner Pendelei immer wieder fest: Ich genieße das entspannte Fahren in Belgien und Frankreich. Wenn ich nach Deutschland komme, freue ich die erste Viertelstunde ab Aachen darüber, das Gaspedal mal durchtreten zu können. Aber dann merke ich schnell, dass ich wesentlich gestresster und genervter bin als vorher. Umgekehrt registriere ich ab Grenzübertritt nach Belgien, wie ein kontemplativer Modus einsetzt: Tempomat an, Hörbuch rein, rollen lassen. Kein Drängeln, kein ständiges Bremsen und Beschleunigen. Klimaschutz, der nix kostet und die Nerven schont. Mein Vergleich zu anderen Automobilen ist auch der E30. Ich hatte ja vor meinem ersten Saab einen BMW 316i Automatik. Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich würde einen SAAB 900 insgesamt vorziehen. Aber in Sachen Geräuschdämmung gibt's da nen klaren Gewinner. Beim 9000i war's schlicht der Motor. Mit viel Wohlwollen kann man den noch als kernig bezeichnen. Nüchtern betrachtet ist er aber einfach laut und unkultiviert. Als dann der 2,3 Liter mit den Ausgleichswellen kam, war der 9000 auf einen Schlag auch ohne Turbo der perfekte Reisewagen.
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Ja, wenn’s ein 16V mit 5-Gang-Getriebe ist, kann ich mir das vorstellen. Mein 900i war ein 8V mit BorgWarner. Auf der Autobahn unfahrbar. Sicher kann man bei meinem Softie durch die Getriebeübersetzung auch noch was abmildern. Sollte ich den Wagen längerfristig behalten, lass ich das nochmal machen. Ändert nur nix dran: Die Geräuschdämmung eines SAAB 900 war schon damals nicht zeitgemäß. Mir erzählte mal ein SAAB-Händler: WENN damals Kunden einen SAAB nach der Probefahrt NICHT kauften, dann meistens mit dem Argument: Der ist zu laut. Galt übrigens auch für den 9000CC mit dem 2.0i-Basismotor.
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Haha! Zugegeben: Altbacken könnte ein SAAB 900 nie werden. Nur: Langstreckentauglich ist er eben auch nicht. Und das schreibe ich hier immer einmal öfter als Klaus das Gegenteil.
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Verstehe ich. Ich bin glücklicherweise selbst etwas altbacken:-) Ich freue mich über den echten Handbremshebel, analoge Rundinstrumente und eine Klimaautomatik, die ich noch per Drehregler regulieren kann. Dafür schraube ich auch gerne vor der Autowäsche die Radioantenne vom Dach, achte selbst darauf, in der Spur zu bleiben, und mache vor dem Ausscheren den Schulterblick.
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Danke für den Hinweis. Klingt so, als ob es in deinem Fall keine Alternative zu einer kompletten Neulackierung der Tür gab. Bei mir wäre es ein bisschen wie Kanonen auf Spatzen. Die Schramme ist an der Tür nur bei genauerem Hinsehen zu erkennen. Deshalb ist mir der ausgebesserte Schaden mutmaßlich auch beim Kauf nicht aufgefallen. Ich hoffe darauf, dass sowas hier geht: http://www.grabbe-lack.de/spotrepair.html In jedem Fall lasse ich da erst was machen, wenn ich nächstes Mal nach Deutschland komme. Ich unterstelle den französischen Lackierern nicht, dass sie schlechter arbeiten. Ich unterstelle nur mir selbst, dass ich auf Französisch weniger genau beschreiben kann, was ich eigentlich will:-)
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Ein echtes Ärgernis gibt es allerdings auch. Gestern nachmittag stieg ich nach der Autowäsche in den Alfa und entdeckte plötzlich einen fiesen Lackschaden an der Kante der Fahrertür. Seltsam, denn ich könnte schwören: Der war die Tage vorher noch nicht da. Und ich könnte ebenso schwören: Ich habe ihn nicht verursacht. Es gab schlicht keine Situation, in der ich die Tür gegen irgendwas hätte schlagen können. Vielleicht hat der Händler/Aufbereiter da was mit wasserlöslichem Lack geschickt überpinselt, und nach der letzten Wäsche kommt die ältere Schadstelle wieder zum Vorschein? Das scheint mir fast die einzig denkbare Erklärung. Der französische Lackierer jedenfalls meinte: Nix zu machen. Die gesamte Tür muss betlackiert werden. Kostenpunkt: 300 Euro. Mich schrecken ehrlich gesagt weniger die 300 Euro als die Aussicht darauf, dass der Farbton nicht gut getroffen wird. Ich lebe lieber mit einer Schramme in der Fahrertür als mit deiner Fahrertür in einer anderen Farbe... Eventuell besorge ich mir erstmal einen Lackstift und einen sehr feinen Pinsel. Oder ich finde einen Lackierer, der per Spot Repair da rangeht.
-
Meine bremisch-bretonische Saab-Vita
Ich würde es nach den ersten Tagen mit dem Julchen mal so zusammenfassen: Mit einem SAAB wären sehr viel mehr Leute glücklich geworden, wenn sie sich einen SAAB nur einfach mal getraut hätten. Mit einem Alfa Romeo werden nur die Leute glücklich, die wirklich (!) einen Alfa Romeo wollen - mit allen Konsequenzen. Auf keinen Fall sollte man einen Alfa nur deshalb kaufen, weil er günstiger ist als ein Golf oder hübscher als ein Volvo V40. Ich holte meine Giulietta am Dienstag um 14.30 Uhr beim Händler ab, um 16.30 Uhr war ich dann schon wieder da. Ein Abblendlicht funktionierte nicht. Nun dachte ich in meiner Naivität: Da muss nur eine Birne gewechselt werden. Bis ich dann im Autohaus durch die Glasscheibe in die Werkstatt spähte, wo sechs Leute engagiert diskutierend und gestikulierend um den geöffneten Motorraum meiner Italienerin standen. Der Werkstattleiter war schließlich den gesamten nächsten Tag damit beschäftigt, Steckverbindung für Steckverbindung zu prüfen, um den Fehler zu finden. Während ich auf gepackten Koffern saß. Zwei Tage später stand ich spätabends in Saint-Malo am Drive-In Schalter von McDonalds (leider hatte am Feiertag nix anderes mehr auf). Ich drückte aus Versehen auf den Schalter für den hinteren Fensterheber. Die hintere Seitenscheibe fuhr runter… aber nicht wieder hoch. Genauer: Sie fuhr ein Stückchen hoch und dann selbstständig wieder runter. Zündung aus, gedanklich bis zehn gezählt, Zündung wieder an. Siehe da: Das Fenster ging wieder, als sei nix gewesen. Ich verbuchte es als Revolte der italienischen Diva dagegen, dass sie ihren hübschen Hintern in die Warteschlange vor einem amerikanischen Fastfood-Restaurant klemmen sollte. Quando è troppo è troppo! Das mit den Elektrohelfern und dem kuriosen Verhalten kann ich also bestätigen. Nur bin ich unfähig, es dem Auto übel zu nehmen. Dafür sind seine Stärken zu bestechend. Eigentlich dachte ich: Das Beste an der Giulietta sei ihr Aussehen. Ich finde dieses Auto wirklich aus jeder Perspektive formal gelungen. Nothing compares. Doch nach der ersten 1.400km-Fahrt muss ich sagen: Das Beste an der Giulietta sind ihre Fahreigenschaften. Ich weiß nicht, was die Italiener machen, um aus dem 120PS-Benziner derart viel Bums zu holen. Fühlt sich eher nach 170PS an. Interessanterweise wirkt der Benziner übrigens potenter als der nominell gleichstarke Turbodiesel. Der Motorsound im Innenraum ist angenehm kernig, der Auspuffsound von außen schon ziemlich cool:-) Die Sitze haben (nach SAAB) den besten Langstreckenkomfort, den ich erlebt habe. Dazu eine ideale Sitzposition, ein schön griffiges Lenkrad, hübsche klassische Rundinstrumente, durchaus wertige Materialien im sicht- und fühlbaren Bereich. Vor allem aber: Fahrwerk und Lenkung sind großartig. Die Lenkung ist herrlich direkt, das Auto klebt auf der Bahn und zirkelt um die Kurven, dass es eine helle Freude ist. Ich habe wirklich sehr lange kein modernes Auto mehr gefahren, dass so viel Spaß bringt. Mehr, als man in einem gewöhnlichen Kompaktwagen je erwarten würde. Nach 1.400 Kilometern steige ich vielleicht nicht ganz so erholt aus wie aus einem SAAB, aber genauso gut gelaunt. Ich würde sogar so weit gehen und sagen: Seit meinem SAAB 9000 Aero hat mich keine Neuanschaffung mehr so begeistert wie die Giulietta. Ich bin bereit, diesem Auto noch sehr viel zu verzeihen. Und ich denke: Genau das ist die Einstellung, die man für einen Alfa Romeo braucht. Im Übrigen ist meine Giulietta mittlerweile auch zum Sondermodell Borghardt-Edition geadelt. Auf dem Weg nach Frankreich hielt ich wie üblich einmal im SAAB Zentrum Paderborn, um Guten Tag zu sagen. Dabei erzählte ich dem Senior-Chef, dass ich mir so eine Smartphone-Halterung auf die Lüftungsdüsen geklemmt hätte und fürchte, sie könne mir das schöne Armaturenbrett zerkratzen. Da griff er kurzerhand zu einem Blasenpflaster und isolierte die Halterung damit ab:-) SAAB bleibt - nicht nur, aber auch wegen Borghardts - für mich stets die Marke erster Wahl. Ein Alfa könnte nie einen SAAB ersetzen. Aber ergänzen kann er ihn wunderbar. Oder, wie einmal vor vielen Jahren der Werbepsychologe und SAAB-Fahrer Rainer Baginski in einem NZZ-Interview sagte: „Es gibt weltweit drei Differenzierermarken. Das sind Automarken, deren Käufer mit der Wahl ihres Autos bewusst oder unbewusst mitteilen wollen, dass sie anders sind als der Rest der fahrfähigen Welt. Diese drei Marken sind Alfa Romeo, Citroën und Saab. Citroën ist die Marke der Künstler, Alfa Romeo jene für die Frauenfreunde, die sich nicht binden mögen, die eine unberechenbare Geliebte einer zuverlässigen Ehefrau vorziehen. Und Saab ist die Marke der eher anonymen Intellektuellen und Selbständigen, etwa der Verlagsleiter, Journalisten und Architekten. Saab-Fahrer haben gewöhnlich ihre ganz eigenen Ansichten und Lebensgewohnheiten.“
-
Kaum Geld, wenig Ahnung und trotzdem den Wunsch nach einem 9000CC
Einen 9000 mit dreistelligem Kaufpreis, der KEINE reine Wundertüte ist - das ist auf jeden Fall viel wert. Mit Kontakten in Rhein-Main kann ich nicht helfen. Ideen, die ich spontan hätte: - Als ich noch in Berlin wohnte (lange her…), fuhr ich für faire Preise und Saab-Kompetenz zu Bischoff ins Märkischen Viertel. Evtl. kann Jörg da nochmal einen KVA für die fälligen Arbeiten einholen, falls ”Tüv-fertig machen in Berlin” für ihn eine Option ist. Die Wohlfahrt sind die aber natürlich auch nicht. - Vielleicht ist ne Idee, Kontakt zu Tom vom Saabblog aufzunehmen. Er scheint seinen Texten zur Folge ja exzellent verdrahtet mit Saab Ratzmann in Frankfurt. Ich finde, so ne Geschichte würde dem Blog redakionell gut tun, im Sinne von: Wir alle schimpfen immer über Endverbraucher und Wartungsstau. Aber was ist, wenn man wirklich mit schmalem Taler UND Idealismus einen Saab auf der Straße halten will? Was ist Pflicht? Wo kann man sparen? Welches Auto kann man sich trauen, welches lässt man lieber stehen? Nur so ne abseitige Idee von mir…
-
Kaum Geld, wenig Ahnung und trotzdem den Wunsch nach einem 9000CC
Selbstkorrektur: Ist natürlich kein Anniversary. Interessant finde ich ihn trotzdem.