Da hat mein Papa absolut Recht. Hier braucht es definitiv mal ein Update. Im wahrsten Sinne des Wortes blieb in den letzten Jahren kaum eine Schraube an ihrem Platz. Ich versuche es mal "kurz" zu halten. Der Wagen ist einige Zeit lang ganz ordentlich gefahren. Die undichte Klima wurde gefixt und noch nen paar Kleinigkeiten. Aber mit der Zeit haben wir vermutlich den Grund für den langen Stillstand heraus gefunden. Der Motor war im Eimer und hatte einen Lagerschaden. Bei gemächlicher Fahrweise war davon aber absolut nichts zu merken. Er lief sehr ruhig. Bei höheren Geschwindigkeiten / bei mehr Leistung gab es ein leichtes Klackern, was aber jetzt auch nicht so schlimm klang. Bis die Öldrucklampe bei warmen Motor im Stadtbetrieb gelegentlich anfing zu glimmen. Es dauerte nicht lange und der 9000 hat sich dann angehört wie ein Saugdiesel ohne Abgasanlage beim Kaltstart im Winter. Bis dahin ist schon viel Geld in das Auto geflossen. Das sollte nicht für die Katz gewesen sein. Außerdem hat dieses Projekt insgesamt einen emotionalen Wert. Also war die Entscheidung klar. Der Motor muss neu. Ich hatte noch einen passenden Spender mit passendem, laufendem Motor stehen. Der Motor wurde komplett zerlegt und frisch gemacht. Die Aktion hat leider etwas länger gedauert als geplant, ist im April 2024 aber abgeschlossen worden und der Wagen lief wieder rund. Pünktlich für die anstehenden Treffen an der Tanke in Hamburg, dem Saab Saturday und das Saab Festival in Trollhättan. Einen großen Makel aber hatte der Wagen noch: Er hat sich noch nicht für das H Kennzeichen qualifiziert. Insbesondere die Karosserie hat unter den 8 Jahren Stillstand gelitten. Es hat bis hierher zwar für den TÜV gereicht, aber es war jetzt dringender Handlungsbedarf. Der Anspruch meines Papas war ein nahezu neuwertiger Zustand des Wagens. Hierzu hat er seit 2021 NOS Ersatzteile für Interieur und Exterieur gesammelt. Diese sollten an eine frischlackierte Karosserie angebaut werden. Karosserieseitig war das Dach ein KO Kriterium, an dem das ganze Projekt hätte scheitern können. Um die Schiebedachkassette ist das Blech von innen nach außen durch gerostet. Man musste nicht groß kratzen und im Dach waren Löcher. Der Karosseriebauer war aber zuversichtlich und so wurden im Frühjahr 2025 die ersten Zierleisten abmontiert. Alles nach der Arbeit in einer Werkhalle, beim Arbeitgeber meines Papas. Ich war leider keine große Hilfe, da der Weg für mich im Arbeitsalltag umständlich war. So verpasste ich das Gefluche, wenn man wieder ein Clip oder irgendwas anderes zu Bruch ging. Im Dezember 2025 wurde das Auto durch den Karosseriebauer abgeholt, Anfang Januar stand eine frisch lackierte, rubinrote Karosserie in der Werkhalle und das fröhliche puzzeln konnte beginnen. Jetzt konnte ich mich etwas öfter einbringen, aber die meiste Arbeit hat mein Papa in Eigenregie erledigt. Und wie es immer so ist, ergeben ich dabei immer neue Themen. Am meisten Kopfzerbrechen hat uns die Front bereitet. Der Wagen hatte rechts vorne mal einen Schaden erlitten. Uns fehlte rechts ein Zentimeter an Höhe, weil der vordere Träger hinter der Stoßstange etwas krumm war. Ich kann nicht sagen, wie oft am Ende Kotflügel und Fahrzeugfront demontiert und wieder montiert wurden und Halter angepasst wurden, bis es am Ende gepasst hat. Jetzt konnten endlich die ganzen tollen NOS Teile innen und außen verbaut werden, sowie die frisch bezogenen Himmel, Hutablage, A und C Säulen Verkleidungen. Ein 9000 V6 griffin spendierte als Schlachter noch ein Sonnenrollo und das Glasschiebedach, dass wir anstatt des originalen Stahlschiebedachs verbaut haben. Außerdem wurde die Soundanlage aus dem Griffin angepasst, damit sie in dem älteren rubinroten CDE funktioniert. Mein persönliches Highlight ist die neuwertige Zegna Ausstattung mit den elektronischen Sitzen und Memory, die ich in den Niederlanden gefunden habe. @fly war damals so lieb und hat sie mir aus seinem Camping Urlaub mitgebracht. Die originale Zegna Ausstattung war leider ziemlich verlebt. Jetzt ist es direkt viel wohnlicher. Das ursprünglich geplante Fertigstellungsdatum 1.5. konnte nicht gehalten werden aufgrund der vielen kleinen nervigen Arbeiten, die man nicht auf Anhieb sieht. Alle Dichtungen und Teile, die wir nicht neu oder neuwertig gefunden haben, musste gereinigt werden. Ein paar Bahnen zusätzliche Dämmmatten sind verklebt worden, wodurch der Wagen jetzt so wahnsinnig leise rollt. Und und und... letztendlich ist der Wagen am 27.5. fertig aus der Halle gerollt. Am 28.5. hatte der Wagen seinen Termin beim Gutachter und am 30.5. stand der Wagen beim Saab Saturday in Riesebeck. Pünktlich zum Renteneintritt meines Papas. Ein Gutachten mit der Note 2+, der Sonderpreis für das Projekt beim Saab Saturday und die Einstufung als Oldtimer durch den TÜV sind ein gerechter Lohn für die viele Arbeit die mein Papa in den Wagen investiert hat.