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SAAB, Opel und wie's weitergeht... / Muller/NEVS reloaded

Empfohlene Antworten

Aus der seriösen NZZ :

 

"Der um sein Überleben kämpfende Autohersteller Saab verhandelt laut Radio Schweden nun mit chinesischen Investoren. Noch lägen jedoch keine Ergebnisse vor, sagte ein Firmensprecher dem Sender.

Der russische Finanzier Wladimir Antonow reiste am Mittwoch nach einem Treffen mit dem Direktor der schwedischen Schuldenverwaltung, Bo Lundgren, aus Stockholm ab, ohne Zusagen für finanzielle Beihilfen für Saab erhalten zu haben, wie Radio Schweden weiter berichtete. (...) Die EIB hatte am Vortag mitgeteilt, sie sei kein Liquiditätsversorger, sondern könne nur langfristige Investitionen wie einen Teil der Forschung bei Saab finanzieren. Auch habe General Motors (GM) als frühere Mutter dem Geschäft noch nicht zugestimmt."

 

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/geht_saab_nach_china_1.10398891.html

 

Und zum Vergleich macht die n24 Redaktion daraus gleich ein :

 

"Die Verhandlungen mit dem russischen Investor Antonow scheinen gescheitert."

 

Tja, das ist die deutsche Presse. Selbst die NZZ hat einige wichtige Aussagen (die natürlich positiv wären) nicht gebracht, auch stimmen einige Details der NZZ-Meldung nicht. Saab hat nie um finanzielle Hilfen gebeten. Ich versteh nicht, wie die NZZ bzw. Radio Schweden solche Falschmeldungen verbreiten kann. Selbst die sonst kritische schwedische Presse meldet diesbezüglich genau das Gegenteil. Die N24-Meldung ist einfach komplett falsch.

 

Hier nochmals die Links zu den Mitteilungen der schwedischen Presse gestern und heute:

 

http://tauentzien.wordpress.com/2011/04/26/neues-zu-saab-26-04-2011-noch-keine-entscheidung/

 

http://tauentzien.wordpress.com/2011/04/27/neues-zu-saab-27-04-2011/

 

Das Zitat der EIB zeugt davon, dass man offensichtlich noch nicht einemal verstanden hat, um was es geht. Saab wollte nie von der EIB eine Liquiditätsversorgung, sondern einfach eine Verringerung des Kredits. Es geht um weniger Geld von der EIB, nicht um mehr Geld. Bei solchen Aussagen muss man die Fachkompentenz der EIB ernsthaft anzweifeln.

Ah

 

Wenn ich das richtig verstanden habe waren die Mittel der EIB doch zweckgebunden für die Entwicklung alternativer Antriebe. Da man ja schon einen recht großen Teil davon abgerufen hat - was sind denn eigentlich die alternativen Antriebe die Saab da entwickelt? Man wird ja die zweckgebundenen Mittel nicht zur Finanzierung des laufenden Betriebs eingesetzt haben.

Man wird ja die zweckgebundenen Mittel nicht zur Finanzierung des laufenden Betriebs eingesetzt haben.

 

gar nie nicht ... :cool:

Ah

 

Wenn ich das richtig verstanden habe waren die Mittel der EIB doch zweckgebunden für die Entwicklung alternativer Antriebe. Da man ja schon einen recht großen Teil davon abgerufen hat - was sind denn eigentlich die alternativen Antriebe die Saab da entwickelt? Man wird ja die zweckgebundenen Mittel nicht zur Finanzierung des laufenden Betriebs eingesetzt haben.

 

Bisher sind 212 Mio. Euro abgerufen worden. Entwicklet wurde z.B. Saab eXWD, Infos: http://tauentzien.wordpress.com/tag/exwd/

Vladimir hat sich ja heute per Twittermeldung an die geschätzten Zulieferer gewandt, mit der Bitte, noch etwas auszuhalten und eine zeitlang keine Mitarbeiter zu entlassen.

Also da bin ich jetzt doch beruhigt und überzeugt das es aufwärts geht.

 

Es gab ja Gerüchte über Unregelmässigkeiten bei Spyker und so einige hatten ja befürchtet das sich das bei Saab fortsetzt. Eine nicht zweckgebundene Verwendung der Mittel hätte die EIB bestimmt böse werden lassen und zu einer Rückforderung geführt. Wovon wurde eigentlich der laufende Betrieb finanziert? Das habe ich gar nicht mitbekommen....

Also da bin ich jetzt doch beruhigt und überzeugt das es aufwärts geht.

 

Es gab ja Gerüchte über Unregelmässigkeiten bei Spyker und so einige hatten ja befürchtet das sich das bei Saab fortsetzt. Eine nicht zweckgebundene Verwendung der Mittel hätte die EIB bestimmt böse werden lassen und zu einer Rückforderung geführt. Wovon wurde eigentlich der laufende Betrieb finanziert? Das habe ich gar nicht mitbekommen....

 

Vom Verkauf der Fahrzeuge natürlich. Leider ging aber die Erholung nicht so schnell wie beabsichtigt, so dass es jetzt eben zu diesem cash-flow Problem kam. Daher sind ja die Forderungen auch nicht so hoch. Hier mal eine Berechung der Einnahmen und Ausgaben. Natürlich sind jetzt die Kosten viel geringer ohne Produktion:

 

http://tauentzien.wordpress.com/2011/04/09/schwedische-presse-bestatigt-unabsichtlich-saab-business-plan/

 

Unregelmäßigkeiten sind übrigens bei Spyker nicht bekannt geworden, auch bei Saab nicht. Saab wurde und wird völlig von der schweischen egierung (etc.) durchleuchtet. äbe es Unregelmäßigkeiten mit den EIB-Geldern, dann hätte man sofort die Kredite zurückverlangt. Dabei hat die EIB vor Kurzem noch die 2. Tranche des Kredits an Saab genehmigt:

 

http://tauentzien.wordpress.com/2011/03/31/saab-erhalt-problemlos-restzahlung-des-eib-kredits/

Man hat tatsächlich schon den Punkt erreicht wo sich das rechnet und kein Finanzierungsbedarf besteht? Das ist tatsächlich eindrucksvoll.

 

Warum steht eigentlich der Hof dann eigentlich voll mit Lasterfahrern, die die Plane nur dann aufmachen wenn es vorher Cash gibt?

 

Gibt es Informationen wann der "Was passiert eigentlich wenn wir die Lieferanten nicht bezahlen" Lernprozess abgeschlossen ist?

Man hat tatsächlich schon den Punkt erreicht wo sich das rechnet und kein Finanzierungsbedarf besteht? Das ist tatsächlich eindrucksvoll.

 

Warum steht eigentlich der Hof dann eigentlich voll mit Lasterfahrern, die die Plane nur dann aufmachen wenn es vorher Cash gibt?

 

Gibt es Informationen wann der "Was passiert eigentlich wenn wir die Lieferanten nicht bezahlen" Lernprozess abgeschlossen ist?

 

Nein, den break-even Punkt hat man natürlich noch nicht erreicht, sonst gäbe es ja das aktuelle Problem nicht. Die Berechnung zeigen nur die ungefähre Kosten-/Einnahme-Situation monatlich bei der angenommenen Produktions- und Verkaufszahl auf. Diese Jahr wäre man (vor den jetzigen Ereignissen) auf dem Weg gewesen, ca. 60.000 Einheiten zu produzieren, d.h. 5.000 im Monat.

Aber praktisch hat man ja bestenfalls die Hälfte erreicht und auch bei 60.000 wäre man noch in den Miesen, wie hat man das finanziert?
Aber praktisch hat man ja bestenfalls die Hälfte erreicht und auch bei 60.000 wäre man noch in den Miesen, wie hat man das finanziert?

 

Man hatte natürlich ein gewisses finanzielles Polster, das wohl nach dem ursprünglichen Businessplan ausreichend gewesen wäre, die Minus-Phase zu überbrücken. Zu den von mir berechneten Zahlen muss man noch berücksichtigen, dass Saab Parts als 100%-ige Saab-Tochter noch ca. 40 Mio. Euro Gewinn im Jahre beiträgt.

 

Saab ist eigentlich voll liquide und besitzt auch Barreserven aus dem EIB-Kredit, kann aber die vorhandenen Mittel nicht für den laufenden Betrieb einsetzen und die EIB verhindet die Umschichtung des einzigen Kredits. Das ist ja das absurde. Es geht auch darum, dass Antonow investieren darf. Zunächst will er ja erstmal 30 Mio. kurzfristig einbringen. Zusätzlich hat er angekündigt, nach einem Saab-Einstieg als Anteilseigner mehrere hundert Mio. Euro zu investieren. Antonow will nach eigenen Angaben auch die Entwicklung eines 9-2 finanzieren.

 

Passend finde ich folgende Aussage eines Saab-Arbeitnehmers: „Früher hatten wir einen Eigentümer, der Saab nicht wollte. Jetzt haben wir Eigentümer, die Interesse, Lust und das notwendige Geld haben. Warum gibt man ihnen keine Chance?"

Irgendwie haben die Eigentümer das notwendige Geld aber anscheinend nicht - sonst würde man nicht vor den jetzigen Problemen stehen und eine Umschichtung wäre dann ja auch kein Problem. Wenn die Mittel da wären - Kredit ablösen und gut ist.

macht euch locker, wir können es nicht ändern. aber seltsam ist das ganze spiel schon. positiv ist das interesse von den chinesen und antonov. ich würde kein geld in ein unternehmen ohne zukunft stecken wollen. die fabrik von saab ist auch nur so lange was wert so lange da jemand drin produziert.

der weg ist ansich schon ok,..saab fällt durch neue innovationen auf und teileträger innovativer zulieferen. da könnte ich gut mit leben und hoffe aufs überleben!

Irgendwie haben die Eigentümer das notwendige Geld aber anscheinend nicht - sonst würde man nicht vor den jetzigen Problemen stehen und eine Umschichtung wäre dann ja auch kein Problem. Wenn die Mittel da wären - Kredit ablösen und gut ist.

 

Äh, Du hast aber nicht die aktuellen Ereignisse verfolgt, oder? Natürlich ist die Umschichtung ein Problem, da die EIB zustimmen muss. Gleichzeitig braucht man Sicherrheiten. Diese hat Saab aber schon an den schwedischen Staat vergeben, der für das EIB-Darlehen bürgt. Das macht die ganze Sache ziemlich kompliziert. Desweiteren habe ich nicht gesagt, dass die Eigentümer das Geld haben, sondern Antonow, der Eigentümer werden will, hat das Geld. Um Eigentümer zu werden muss aber wieder die Regierung und die EIB zustimmen. Auch kann man von Antonow nicht erwarten, dass er ohne Sicherheiten Millionen investiert, während Schweden und die EIB völlig übersichert sind.

 

Es ist jetzt etwas mühselig, die ganze Entwicklung nochmals darzulegen. Informier Dich einfach in meinem Blog, da sind die einzelnen Ereignisse und Pressemeldungen aus Schweden dargestellt. :smile:

@celeste: Hast dich aber ganz schön lang provozieren lassen, ich hätte ihm den letzten Satz schon in der ersten Antwort geschrieben.

 

@bergsaab: Ich glaube auch, dass weder Antonov noch irgend welche Chinesen Geld für ein Unternehmen ohne Zukunft haben. Das beruhigt mich schon enorm.:smile:

Ach wenn ich mir das Ergebnis anschaue, habe ich schon einen ganz guten Eindruck wie die Entwicklung verläuft :)
@celeste: Hast dich aber ganz schön lang provozieren lassen, ich hätte ihm den letzten Satz schon in der ersten Antwort geschrieben.

 

@bergsaab: Ich glaube auch, dass weder Antonov noch irgend welche Chinesen Geld für ein Unternehmen ohne Zukunft haben. Das beruhigt mich schon enorm.:smile:

 

Liegt wohl an meiner Nebentätigkeit, da wird man geduldig und erklärt Sachen auch mal öfters :biggrin:

Mensch, macht den Laden endlich dich! Ich bin es leid.:goodnight:

Nun mal keine Panik. Vladimir hat doch geschrieben "a challenge such as this must be won at any cost". Also wird alles gut werden !

 

Im Moment ist er anscheinend in Kauflaune und gerade dabei, den englischen Fußballclub und letztjährigen FA Cup Finalisten Portsmouth für rund 20 Millionen Euro zu kaufen, nachdem er letztes Jahr bei Bournemouth nicht zum Zuge kam.

 

Go east : und wie es der Zufall will, ist Vladmir2 auch gerade in Schweden... da geht noch was !

 

http://blogg.aftonbladet.se/19401

 

Erinnert sich noch jemand : http://www.welt.de/wirtschaft/article3856445/So-steuerte-Putin-den-Einstieg-der-Russen-bei-Opel.html

 

War wahrscheinlich Glück für Opel, dass es dann anders lief, als dieser geplante Ausverkauf. Erst das Know How weg und dann die deutschen Arbeitsplätze.

 

Möge es Saab bei den Ost-Plänen besser gehen.

Schauen wir mal - entweder ist es der große Masterplan das Ding gegen die Wand zu fahren und dann die Reste günstig zu übernehmen, oder es sieht ziemlich düster aus. Was dann nach einer Übernahme draus wird - mal sehen.

Saab ist eigentlich voll liquide .....

 

Wahrscheinlich glaubt das nicht mal mehr Victor Muller ...

 

Passend finde ich folgende Aussage eines Saab-Arbeitnehmers: „Früher hatten wir einen Eigentümer, der Saab nicht wollte. Jetzt haben wir Eigentümer, die Interesse, Lust und das notwendige Geld haben. Warum gibt man ihnen keine Chance?"

 

Klingt zwar gut, aber:

GM hat Saab gewollt, sonst hätten sie die bankrotte Firma nicht gekauft und fast 20 Jahre lang Milliarden für die Verluste gezahlt.

 

Dass die heutigen Eigentümer genügend Geld haben, trifft kaum auf Muller zu. Antonovs Millionen reichen auch nicht, um eine Firma mit Verlusten künstlich für längere Zeit am Leben zu halten.

Möglich und wünschenswert wäre eine Finanzspritze, welche die Zeit bis zum Start des neuen 9-3 überbrückt.

 

Muller und Jonsson wurden übrigens gestern im Stockholmer Flughafen gesichtet. Reiseziel war Helsinki, aber man vermutet, dass es von da weiter nach China gehen soll.

für die verluste während der gm-zeit ist gm verantwortlich und sonst niemand. wenn man das gesamte ersatzteilgeschäft einem hersteller wegnimmt, um dies ausserhalb dieses unternehmens direkt zu betreiben, muss man sich nicht wundern.

dazu dann noch die verfehlte modellpolitik - tolles know-how aus den usa.

immerhin zahlt saab bis dato seine mitarbeiter und auch die steuern, also scheint es schon noch eine gewisse liquidität zu geben.

nach weiteren infos verhandeln vm und jaj in singapur mit vier chinesischen automobilherstellern.

 

wie man al schwedischer staat einfach zusehen kann, wie nach volvo die nächste firma an die chinesen geht, werde ich nie verstehen. der know-how-transfer kommt dann in einigen jahren als billig-auto aus china zurück zu uns.

 

leider bestimmen heute überall die buchhalter, "controller", und sonstige selbsternannten "spezialisten". nur der unternehmer hat dabei zwangsläufig nichts mehr zu melden. visionen kann man eben in kein schema pressen, so oft man es auch probieren möchte. - aber visionäre haben die welt bewegt - buchhalter nicht.

... - aber visionäre haben die welt bewegt - buchhalter nicht.
Das werden letztere aber in Zukunft zunehmen tun. Sie werden die Welt bewegen - und zwar in Richtung GANZ unten.

Buchhalter sorgen aber dafür das Visionen produziert werden können, sonst bleiben es einfach nur Visionen.

 

Wie gesagt, entweder es war schon von Beginn an der große Plan dahinter, dass man die Reste günstig nach Russland übernehmen möchte, nachdem das im ersten Anlauf direkt von GM nicht geklappt hat, oder es sieht ziemlich finster aus. Wenn alle so liquide wären, hätte die EIB sicher auch kein Problem bei der Ablösung des Kredits die Sicherheiten freizugeben. Das wird sicher nicht Gegenstand der Verhandlungen sein. Eher schon wieviel man für die Reste ausgeben will.

 

Im übrigen würde es mich schon wundern, wenn Saab Sicherheiten hätte, die sich für über 400 Mio Euro verwerten lassen würden, der schwedische Staat oder die EIB sind da sicher nicht übersichert.

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