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1.300 km Autobahn oder Verkehrserziehung für Schwererziehbare ?

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blind, ohne hin zu sehen? Und zwar nicht nur laut - leise sondern bis auf Konfig alles? Bei der letzten Miethure aus IN bin ich verzweifelt. Gut da war fast nur noch Besserung möglich.

 

Zu Lenkassistent: Wie war das gerade noch mit der Überwachung, ob der Fahrer noch am Lenkrad ist und den drei Bananen? Flensburg Füssen ohne Bremsen Test der Autobild.

Wie meinst Du das, bzw. was meinst Du genau? Ich sehe da viele Leerzeichen, die den Sinn entschärfen. Drei Bananen, Flensburg, Füssen (die Stadt?), ohne Bremsen (ohne das Bremsen, oder ohne Bremsen am Fahrzeug?), Test als die Schlagworte. Meinst Du "von Flensburg nach Füssen ohne Bremsentest der Autobild", oder "Flensburg - Füssen ohne ein Bremsen, ein Test der Autobild"? Oder meinst Du was ganz anderes?
Du könntest es verstehen - wenn nur der Wille vorhanden wäre...
  • 3 Wochen später...

Naja, halbwegs paßt das hier rein.

 

Wie bringt man Jemandem bei, das es an der Zeit ist das Selber-Auto-Fahren besser dran zu geben ohne ihn direkt zu beleidigen? :dontknow:

 

Ich sitze vorhin auf einem Supermarkt-Parkplatz im Auto und warte darauf das ein Peugeot gegenüber endlich sein Ausparkmanöver vollendet. (Das war für sich schon eine Schau, rückwärts ausparken in gefühlt dreizehn Zügen.) Und beim letzten Zug dann nimmt er meinen Wagen als Bremsmarkierung, doppst also an und will weiterfahren. :argh:

Also aussteigen und hinterher, so schnell war er ja nicht. Im Wagen sitzt ein Herr, geschätzt Ende siebzig, und weiß erstmal von nichts.

Dann aber kommt die Erinnerung, „Ja, doch, da war ein leichter Stoß. Aber wissen Sie wie mein Wagen aussieht, wie oft da schon andere Leute ihre Türen reingehauen haben oder Einkaufswagen gegengerammt sind?“

(Gut, diese Tatsache ist vollkommen altersunabhängig, ebenso wie die traurige Tatsache sich nach „einem leichten Stoß“ nicht um die Folgen kümmern zu wollen (Mir ist es schon passiert das ein Parknachbar seine Tür gegen meinen Wagen schlägt und danach nur geschaut hat ob bei ihm irgendwas passiert ist, auch sehr schön. asdf). Darum soll es auch gar nicht gehen.)

 

Es ist nichts passiert, dem Saab-Stoßfänger sieht man auch an das er seiner Aufgabe in den letzten Jahrzehnten schon mal nachgekommen ist.

 

Aber so, wie der Herr ausgeparkt ist, kommen mir schon Zweifel an seiner Fähigkeit ein KFZ noch sicher im Griff zu haben.

In der Verwandtschaft gibt es auch zwei Kandidaten. Bei dem Einen ist die körperliche Beweglichkeit durch Krankheit stark eingeschränkt, das merkt man, grade bei Rangiermanövern, seinem Fahrstil auch an. Die Andere will sich jetzt noch schnell ein neues Auto kaufen, „weil, mit 80 nimmt mich doch kein Verkäufer mehr ernst.“ Da ist der Fahrstil (noch) unauffällig, die Reaktionen sind aber natürlich nicht mehr so fix.

 

Eine allgemein gültige Antwort auf die Eingangsfrage gibt vermutlich nicht, aber an welchen Anzeichen soll man das Ende der Teilnahme am motorisierten Straßenverkehr festmachen? :dontknow:

Natürlich kann man auf Einsicht und Vernunft hoffen, aber mal ehrlich, bei der Einschätzung der eigenen Fähigkeiten liegen doch die Meisten (auch die Jüngeren) gern mal weit daneben. :driver:

Ich durfte einmal die Erfahrung machen, sich mit einem Age-Suit für einige Stunden im Alltag bewegen zu dürfen.

Für die Uneingeweihten: das ist ein Simulationsanzug, der die Bewegungsfreiheit auf den Stand eines 80jährigen bringt. Zusätzlich werden noch die Sinne (sehen, hören und fühlen) stark beeinträchtigt.

 

Ich habe für diejenigen, die sich mit diesen Einschränkungen noch im Alltag bewegen einen riesen Respekt bekommen.

Es gibt Angebote einiger Fahrschulen, Senioren auf freiwilliger Basis hinsichtlich ihrer (altersgerechten) Fahrtauglichkeit zu überprüfen und zu beurteilen. In den anschließenden Analysegesprächen wird eine Empfehlung ausgesprochen: egal, in welche Richtung es tendiert.

Über Allem steht: das Ganze erfolgt von den "Betroffenen" aus freien Stücken. Sowohl die Überprüfung, als auch die daraus entstehenden Konsequenzen.

 

Ich selbst konnte innerhalb der engsten Familie keinen Denkprozess auslösen. Im Gegenteil: das gab richtig Stress.

Die "Idee" nahmen aber Freunde der Familie auf und führten sie durch. Schon aus reiner Neugier.

Und: alle haben Konsequenzen gezogen. Von "ich gebe sofort den Schein ab" bis "ich mache das jetzt jährlich und wenn es soweit ist..." waren die Reaktionen.

 

Die Gespräche zu diesem Thema zu initiieren und auch durchzuführen sind nicht ohne....

Die Gespräche zu diesem Thema zu initiieren und auch durchzuführen sind nicht ohne....
Das kenne ich, ein heikles Thema. Die aktuelle Kandidatin ist 88 und fährt noch überraschend gut, zumindest in ihr bekannter Umgebung. Der Kandidat davor war eigentlich immer schon ein schlechter, unsicherer Fahrer. Bei ihm lagen Eigen- und Fremdwahrnehmung weit auseinander. Da ich bei uns das Ressort "Unangenehme Wahrheiten und Tacheles" betreue, hatte ich einige unschöne Gespräche mit ihm.

Uns wird es einmal nicht anders gehen, die eigene Mobilität wird kaum jemand leichtmütig aufgeben wollen.

Da ich bei uns das Ressort "Unangenehme Wahrheiten und Tacheles" betreue, ...
Ach, Du auch? :hello:

 

Ja, da überlege ich auch schon länger, wann ich das wie handhaben werde. Vaddern wird in 14 Tagen 84. Er fährt nicht mehr viel, aber so gute 5,5Tkm/a rollt er auf den Swiss die letzten 7 Jahre recht konstant rauf.

Er hatte bisher sein Leben lang nie einen Unfall verzapft. Und auch wenn seine Reaktionen sicher nachgelassen haben, so ist er da wohl immer noch fixer, als Muttern es vor 40 Jahren war. Und die Hütte steht auch immer sehr ordentlich gerade rückwärts eingeparkt. Noch (!) sehe ich also keinen echten Handlungsbedarf. Aber wann wäre es so weit?

 

Weihnachten ist hier ein 76jähriger am Lenkrad mit einem tödlichen Herzinfarkt zusammen gebrochen und in den Wald gefahren. Über das Alter ist Vaddern schon rd. 8 Jahre rüber. Außerdem passiert so etwas auch schon Leuten in meinem Alter und teilweise deutlich jünger. Reines Alter ist also wohl auch ein recht untauglicher Indikator.

 

Mein Opa mütterlicherseits, seines Zeichens KFZ-Meister und zu meinen Kindertagen in den Siebzigern im Osten (!) mit einem Kapitän 2.6 unterwegs, war dann einfach, als es ihn zu sehr anstrengte, nicht mehr gefahren. Er hatte den Lappen behalten, aber das Auto abgegeben.

...

, nicht mehr gefahren. Er hatte den Lappen behalten, aber das Auto abgegeben.

Das ist sicherlich der Idealfall.

Aber diese Einsicht bei Jedem zu erwarten wäre wohl etwas naiv.

 

Wenn ich mich hinstellen würde und meiner Mutter sagen würde „Schaff das Auto ab und ruf Dir von den gesparten Unterhaltskosten bitte ein Taxi“ gäbe es mit Sicherheit den vom Nordisch beschriebenen Streß. Leider müßte da vorher etwas passieren.

 

Dazu kommt noch das meine Einschätzung über die Fahrtauglichkeit anderer sicher auch alles andere als objektiv ist. Da ist dieses Seniorenangebot bei Fahrschulen vielleicht die bessere/neutrale Möglichkeit.

Das Thema der älteren VerkehrsteilnehmerInnen ist hier schon mehrfach kontrovers diskutiert worden. Ich "durfte" auch jede Menge Erfahrungen sammeln in der eigenen Familie (da war erst Schluss, als die Polizei einschritt und das Fahrzeug wegen des allgemeinen Gefährdungspotenzials des Betreffenden beschlagnahmte ...). Das war "Fremderziehung" pur.

 

Wer auf Mobilität setzen muss, z.B. weil er / sie auf dem Land wohnt, wird die Frage völlig anders sehen (können), als jemand, der / die vorwiegend in der Stadt(mitte) unterwegs ist. Vernunft spielt bei solchen "Abgabe-Entscheidungen" selten eine Rolle - die "Dafür-Menschen" sind auch in anderen Lebensvollzügen eher reflektierte Typen, während die "Dagegen-Menschen" den Statusverlust beklagen / befürchten oder Gründe haben, die sie in Zugzwang bringen. Lösungen, die praktikabel sind (wie z. B. Seniorenfahrdienste) werden nicht wahrgenommen oder als Stigma erlebt ("nun ist es wirklich für alle ersichtlich vorbei").

 

Wer sich sein Leben lang über das Auto / die Automarke definiert hat, wird schlecht einen Ersatz finden können. Oder gibt es Rollatoren mit entsprechendem Markenimage?

 

Sicher sind die o. e. Simulationsanzüge eine gute Möglichkeit, frühzeitig zur Meinungsbildung beizutragen und vernunftorientierte Entscheidungen zu fördern.

 

Öffentliche Regulierungen (wie z.B. verpflichtende "Tauglichkeitsprüfungen" ab dem 70. Lebensjahr in NL, was den Führerschein anbetrifft), führen auch nicht zu ungeteilter Zustimmung / zu genereller Einsicht.

Bearbeitet von truk13

Wer nichts zu befürchten hat kann sich doch testen lassen oder?

Allerdings sollte die Überprüfung nicht so unmenschlich sein wie die MPU.

 

Aber um mal eine Lanze für die älteren und erfahrenen Fahrzeugführer zu brechen, meistens "nerven" Sie nur.

Weil sie den jungen zu langsam Fahren oder mal etwas länger an der Kreuzung stehen. Richtig gefährliche Situationen habe ich bisher eher mit anderen Zielgruppen erlebt. Am beliebtesten die Mitte 20/30 Jährige die bei 160 lieber auf Ihr Handy guckt oder der notorische Nicht-Fahrer der nur in der Mitte schleicht und dann mit 109km/h den Vordermann überholt der 107km/h fährt. Alle anderen haben Sich nach Ihm zu richten.

 

Genug getrollt .... :biggrin::ciao:

 

http://img5.auto24.ee/auto24/320/989/34772989.jpg

Es am Alter festzumachen, ist unmöglich. Ich denke, dass ein Walter Röhrl mit 90 immer noch besser fahren wird als 90% der Rest der Menschheit, sofern keine körperliche Behinderung dazu kommt. Es kommt doch immer darauf an, wie, wieviel und was man im bisherigen Leben fuhr. Ich nehme z.B. für mich in Anspruch, durch weit über 2 Millionen km ohne selbstverschuldeten Unfall deutlich mehr Routine zu haben als Leute, die im ganzen Leben nur 250.000 km im Kurzstreckenbereich herumgegurkt sind.

 

Wer so gut wie nie auf Autobahnen unterwegs war, stellt sich dort auch entsprechend an. Einschätzung der Abstände/Tempi anderer, plötzliches Ausscheren aus Angst "eingeklemmt" zu werden, notorisches Linksfahren bis hin zu oberlehrerhaftem Einbremsen anderer (weil das Verbrecher sind, die schneller als man selbst fahren), provozieren Gefahren. Das kann aber eben der alte Opa genauso sein, wie ein militanter Umweltschützer von 20. Übung macht den Meister, so abgedroschen das klingt. Gut zu beobachten auch, dass Ehefrauen mit Führerschein ohne eigenes Auto zu Hause immer auf dem Beifahrersitz hocken. Ausgerechnet mit der vollbeladenen Urlaubskarre sollen sie dann den Mann ablösen. Da steigt das Risiko mangels Übung und jeglicher Erfahrung mit derart verändertem Gesamtgewicht.

 

Ich stelle bei mir selbst fest, dass ich kritische Situationen erahne, bevor sie entstehen. Ich sehe es dem Lkw oder dem langsamen Pkw an, dass er jeden Moment ausschert oder dass mir jemand gleich die Vorfahrt nimmt. Der Fuß ist in Gedanken schon auf der Bremse. Die berühmte Schrecksekunde entfällt. Die Vielfahrer unter uns werden es bestätigen.

 

Wer nur immer im Flachland oder innerorts unterwegs ist, ist dann auch im Urlaub auf Gebirgsstraßen überfordert. Für den Vielfahrer ist alles Routine und er geht es ohne Aufregung an. Plötzlicher Wintereinbruch kann den Vielfahrer auch nur insofern bedenklich machen, dass einige ungeübte Fahrer schon mit einer Riesenangst auf die Piste gehen und bei jeder Kleinigkeit voll in die Eisen steigen, statt vorausschauend zu fahren und längere Bremswege einzukalkulieren.

 

Eine alljährliche Fahrprüfung würde schön Geld in gewisse Kassen spülen, zumal wenn eine theoretische Prüfung dazu gehört. Wir sollten uns nichts vormachen, die besteht man nur, wenn man kurz vorher gebüffelt hat. In der Praxis macht man trotzdem alles richtig und ob der 1a-Theoretiker überhaupt kapiert hat, was er auswendig gelernt hat, steht auf einem anderen Blatt.

 

Sicher steht hin und wieder in der Revolverpresse, dass ein Urgroßvater irgendetwas ganz Blödes gemacht hat. Ich bin aber überzeugt, dass diese Fälle nur einen Bruchteil der Unfälle "junger Rotzer" ausmachen, die nach dem Discobesuch zugedröhnt oder besoffen Unfälle bauen. Wenn man die Statistiken der Versicherer anschaut, sind Führerscheinneulinge die größe Gefahr im Straßenverkehr. Die Selbstüberschätzung ist eher größer (und ohne die Routine zu besitzen) als die älterer Leute. Letzten Endes haben die womöglich auf Elektronikkisten Autofahren gelernt, aber nicht die Beherrschung von Grenzbereichen.

Ich bin ja immer noch dafür, daß wie bei den Piloten zu machen: genauso wie die zum Erhalt der Flugberechtigung jährliche Mindestflugstunden nachweisen müssen (oder wenn sie die nicht zusammenkriegen ein paarmal mit Instruktor fliegen müssen) sollte es auch für Autofahrer jährliche Mindestkilometer geben.

 

Wer weniger als 40.000 im Jahr fährt, geht halt zur Nachschulung.:cool:

Wenn man dafür Provision von der Mineralölindustrie bekäme ...

 

Ist vom Ansatz nicht falsch, wenn es ausschließlich um die Verkehrssicherheit ginge. Aber in Bezug auf Umwelt, Ressourcen und eigenen Geldbeutel kontraproduktiv. Ich nehme gern mal das Fahrrad oder gehe zu Fuß, weil es mit dem Auto zwar bequemer, aber total blödsinnig wäre. Und 40.000 km sind für den Privatfahrer kaum drin. 15.000 wären ja schon ganz gut, um in der Übung zu bleiben. Und wie kontrolliert man das?

Wer weniger als 40.000 im Jahr fährt, geht halt zur Nachschulung.:cool:
Na Martin, ich hoffe mal, die Fahrlehrervereinigung bezahlt Dich wenigstens anständig. :eek:

.....mein Junior macht grede den Mopedführerschein....und da guck ich gelegentlich auch mal in die Übungsunterlagen, bzw hab die Tage sogar mal versuchsweise den Theorietest gemacht.

 

Ich bin erst 46.....hab nun seit 28 Jahren den Führerschein (fast Unfallfrei und nur 2x Strafzettel wegen überhöhter Geschwindigkeit (Glück gehabt ! ) )

aber ich muss gestehen:

ich würd derzeit gnadenlos durch die Prüfung rasseln !

 

Man muss ja nicht gleich die ganz große Keule schwingen und zur Pflichtprüfung aufrufen,

aber ab nem gewissen Alter ne Nachschulung, oder zumindest alle 2-4 Jahre ein Infoschreiben mit den wichtigsten neuesten Gesetzesänderungen und Verkehrsregeln.

Auch ein Theorietest in digitaler Form ließe sich für 99% der Autofahrer(innen) von zuhause aus machen.

Vielen würden dabei die Augen auf gehen !

 

Ich selbst bin dafür, daß ab Renteneintritt in regelmäßigen Abständen ein Sehtest, Gehörtest, Reaktionstest und eine kleine Einweisung in aktuelle Verkehrsgesetzgebung erfolgt.

 

Warum ab Renteneintritt ?

ganz einfach: weil jemand der Rente/Pension bezieht aus altersbedingten oder gesundheitlichen Gründen nicht mehr voll am Arbeitsleben teilnehmen kann......und aus diesen alters/gesundheiltlichen Gründen gibt es auch Einschränkungen für den Straßenverkehr.

 

 

Ich selbst saß ne Zeit lang im Rollstuhl, lag wegen Ärztepfusch ne Woche im Koma und musste mich mühsam wieder ins Alltagsleben zurück kämpfen....damals hatte ich auch Angst nie wieder Auto oder Motorrad fahre zu können, bzw hatte Angst dauerhaft auf andere Leute angewiesen zu sein.

Ich hatte Glück, kam wieder auf die Beine und steh zum Glück auch wieder voll im Arbeitsleben.

Trotzdem hab ich noch im Krankenstand ein Fahrsicherheitstraining belegt um von nem Instruktor bestätigt zu bekommen, daß ich 100% fitt für den Straßenverkehr bin.

 

Mein Vater,( 81jährig) hat sich vor 7 Jahren zur goldenen Hochzeit noch nen Neuwagen gegönnt......trotz regelmäßiger Nutzung unsres sehr guten Nahverkehrssystemes (Karlsruher Verkehrsverbund) will er noch nicht ganz auf den Toyota verzichten.

Aber überlegt hat er es sich schon des öfteren..........um nun selbst für Touren ins nahe Elsass dann die Bahn zu nehmen !

 

Leider ist der Nahverkehr nicht überall so gut wie hier um Karlsruhe/Bruchsal

Ich habe eben mal ein paar Beiträge gelesen und möchte mal eine eigene Erfahrung zu dem Thema berichten:

 

1996 fuhr mir eine 81-jährige Dame langsam, aber ungebremst im 90° Winkel am hellichten Tage in meinen damals etwa 5 Monate alten knallroten Kombi. Ich hatte als Linksabbieger gewartet und die Dame fuhr mittig zwischen linkem und rechten Bordstein aus der Seitenstraße auf mich zu. Da die Frau mittig auf der nicht allzu breiten Straße fuhr, konnte ich nicht einbiegen.

 

Nach dem Unfall verstand die Frau nicht einmal, was passiert war. Sie sagte immer wieder, daß ihr Auto einfach stehen geblieben sei und sie nicht wisse warum... Sie hat nicht einmal begriffen, daß ein Unfall passiert war! Wäre sie nicht seitlich in einen stehenden Wagen gefahren, sondern z. B. über ein Kind auf einem Fahrrad, wäre sie vermutlich einfach weiter gefahren.

 

Die Unfallaufnahme durch die Polizei gestaltete sich entsprechend schwierig, die alte Dame war einfach restlos verwirrt. Sie ließen der Frau zu meiner Verwunderung aber ihren Führerschein und untersagten nicht einmal die Weiterfahrt! Ich protestierte, da die Gefährdung der Allgemeinheit ja mehr als offensichtlich war. Ich bekam eine erschreckend ehrliche Antwort: Würden die Beamten den Führerschein tatsächlich einbehalten, hätte die alte Dame den mit anwaltlicher Hilfe schon zurück, bevor die Polizisten den Bericht fertig geschrieben hätten... Die Dame war bereits polizeibekannt.

 

Ach ja: Der Wagen der Dame war rundherum mit Beulen und ähnlichen Schäden übersät. Von der Versicherung erfuhr ich, daß der Dame bereits gekündigt worden war, mein Schaden wurde allerdings dank der entsprechenden gesetzlichen Vorgaben bezahlt.

 

Es war nur ein fast neues Auto. Zum Glück.

 

Und der Vollständigkeit halber: Ein knappes halbes Jahr später ist die im selben Stadtteil wie ich lebende Frau verstorben. Sie ist bis dahin im Viertel regelmäßig auf die aberwitzigste Art(*) zum Einkaufen und anderen Erledigungen gefahren. Sie war einfach nicht mehr gut genug zu Fuß...

 

 

Gruß Michael

 

 

(*) Ein Bekannter hat sie einmal gesehen, als sie ein gutes Stück aus unerfindlichen Gründen den Gehweg statt der Straße befuhr.

Nachdem wir gestern den Tag auf der Autobahn verbracht haben glaube ich doch, daß Alter das geringste Problem im Straßenverkehr ist. Fast alle fahren vernünftig - was in Anbetracht der Verkehrsdichte und des Wetters auch dringend angeraten war, nur ein paar Asoziale versuchten, Vorteile auf Kosten anderer herauszufahren (rechts überholen bei zäh fließendem Verkehr und notwendigen Abständen wegen des Schnees, mit Gewalt wieder links einscheren und das auf Schnee, über den Parkplatz mit ca. 80 km/h abkürzen, über die Ausfahrt abkürzen und vorne in der Einfahrt mit Gewalt wieder hereinboxen), Vorfahrt auf der Landstraßeneinmündung mit Gewalt mißachten und den Vorfahrtberechtigten in den Gegenverkehr drängen) ist ein Privileg weniger Vollpfosten - gestern saßen die witzigerweise fast alle in schwarzen oder anthrazitfarbenen Audis (Q5, RS6), der letztere in einem Lancia Zeta. Ein Unfall wegen solcher Hirnis, und alle stehen Stunden im Stau.

Das waren alles Fahrer in den besten Jahren. Man hat sie fast alle wiedergetroffen, einen Schnitt von 40km/h konnte man gestern nicht übertreffen.

Bearbeitet von Marbo

Lancia Zeta? So viele gibt es davon ja nicht. Frank, warst Du das? :biggrin:

 

Pauschalieren darf man eben nie, sonst trifft es immer mal die falschen, und andere falsche werden nicht getroffen. Wo muss man ansetzen? Genau an der Sache selbst. Nicht mal Erfahrung führt notgedrungen zu gutem Autofahren. Natürlich hilft sie. Aber Menschen verarbeiten Erfahrenes anders. Meine Mutter hat viel Fahrerfahrung, kann aber trotzdem nicht Autofahren… :rolleyes: also bei Jahreskilometerleistungen von unter 40.000 km nach weiterführenden Tests und Ausbildung zu schreien halte ich für genauso ungerecht wie das gleiche zu tun bei Menschen ab dem Rentenalter, und wie Marbo schreibt, eine ganz wichtige Chaotengruppe erfasst man damit gar nicht.

 

Was sinnvoll wäre in meinen Augen, ist ein kontrollierter Aufbau der Fahrerfahrung. Z.B. nach dem Erwerb des Führerscheins bei 10.000, 20.000, 30.000, 50.000 und 100.000 km jeweils eine weitere Prüfungsstunde, die neben dem Üblichen auch mehr und mehr auf mechanische Dinge (ressourcenschonender Umgang mit Motor, Kupplung, Getriebe, Bremsen etc) und Routineverhalten abzielt. Bei Versagen muss innerhalb kurzer Zeit wiederholt werden. Bei mehrmaligem Versagen ist der Lappen wieder weg. Nur wenig ist schlimmer, als dumme Angewohnheiten… :rolleyes: Kenne genug solcher Kandidaten, die sich irgendeinen Sch…ß angewöhnt haben, und nicht mehr drüber nachdenken, weil es ja so sein muss, weil sie es schon lange so machen.

 

Das Problem. Welche Fahrlehrer wären dafür qualifiziert? Alle ganz sicher nicht… :rolleyes:

 

Tja, und dann noch eine Blackbox in jedem Auto oder gar im Handy, die mitlogt, und bei Bedarf konsultiert werden kann. Ich persönlich würde lieber auf diese Art "überwacht", wenn ich im Gegenzug davon ausgehen kann, dass das alle anderen auch sind, und sich jeder etwas beobachtet fühlt. Ist gar nicht so schlecht. Gefahr geht von den Menschen aus, die entweder meinen, sie könnten sich alles erlauben, und solchen, die nicht darüber nachdenken, entweder weil sie nicht mehr können, wie die Dame, die gerne knallrote Autos rammt (vielleicht lag es aber wirklich auch an der Farbe :biggrin: ), oder weil sie sich auf ihre Angewohnheiten verlassen. Wir alle reagieren anders in Prüfungssituationen als im richtigen Leben. Aber vielleicht sollten wir alle etwas umsichtiger sein, und viele können das vermutlich gar nicht oder nur dann, wenn sie sich beobachtet fühlen. Andere Verkehrsteilnehmer zählen da ja leider nicht. Wäre dann Aussage gegen Aussage. Wie oft habe ich schon den Mittelfinger geerntet, weil ich mir erlaubt habe, meinen Vordermann darauf hinzuweisen, dass rechts neben ihm noch eine frei Spur ist oder seine Nebenleuchten meine Netzhaut verbrennen. Einsicht so gut wie nie, nur der Stolz war verletzt.

@ Ralf: Der Zeta ist schon lange verkauft. Fahre z.Zt. SAAB 9000 CS Turbo!!!
Ich möchte selbstbestimmt entscheiden, wann ich den Lappen abgeben - meine Erfahrung - Jüngere sind meist gefährlicher im Autoalltag, als ältere Mitmenschen.

Das würde ich auch gerne.

Aber ich fürchte jetzt schon das ich den richtigen?? Zeitpunkt für diesen endgültigen Schritt verpassen werde. Mangels Eingeständnis meiner nachgelassenen Fähigkeiten.

 

Die Autobahn ist, wenn es um das Alter geht, gar nicht das Problem. Da sagen Viele rechtzeitig daß es ihnen zu hektisch zugeht und sie meiden diese. Gefährlicher sind die bekannten Wege „im Dorf und ums Dorf herum“.

Aber vielleicht sollten wir alle etwas umsichtiger sein, und viele können das vermutlich gar nicht oder nur dann, wenn sie sich beobachtet fühlen. Andere Verkehrsteilnehmer zählen da ja leider nicht. Wäre dann Aussage gegen Aussage. Wie oft habe ich schon den Mittelfinger geerntet, weil ich mir erlaubt habe, meinen Vordermann darauf hinzuweisen, dass rechts neben ihm noch eine frei Spur ist oder seine Nebenleuchten meine Netzhaut verbrennen. Einsicht so gut wie nie, nur der Stolz war verletzt.
Tja, das ist aber weit weniger ein Problem des 'Fahren könnens', sondern ganz klar ein sehr deutliches Zeichen mangelnder sozialer Kompetenz. Ebenso bei den Typen, von denen Martin in #723 geschrieben hat.

Ist meines Erachtens ein absolut grundlegendes Problem der Gesellschaft, nicht (nur) des Straßenverkehrs.

Ist meines Erachtens ein absolut grundlegendes Problem der Gesellschaft, nicht (nur) des Straßenverkehrs.

 

Da wäre ich nicht sicher, außerhalb seines Autos würde sich wahrscheinlich keiner von denen derartig aufführen.

Ein bißchen schon, finde ich. Die Gesellschaft wird alleine schon des Drucks im Berufsleben wegen immer ellenbogenlastiger und das wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus. Daß es auf der Straße so besonders deutlich wird liegt wohl daran, daß einem ein Auto das Gefühl von Kraft und Macht vermittelt und charakterlich eher schwache Zeitgenossen dadurch besonders beflügelt werden. Ich stimme René zu.

 

 

Gruß Michael

Da wäre ich nicht sicher, außerhalb seines Autos würde sich wahrscheinlich keiner von denen derartig aufführen.

Da wäre ich mir nicht sicher……

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