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B204L – Einlassventil abgerissen, Kolben/Zylinderkopf zerstört – Ursache und Reparatur?

Empfohlene Antworten

Am 8.9.2026 um 12:31, TalladegaR hat gesagt:

Anschließend habe ich auch den im Kopf verbliebenen oberen Teil des abgebrochenen Ventilschafts ausgebaut. Auch daran kann ich zunächst nichts Außergewöhnliches erkennen. Die Ventilfeder ist intakt; ebenso sehen Ventilführung bzw. der Bereich des Ventilschafts und die Führung des Hydrostößels für mich unauffällig aus.

Zum Vergleich habe ich noch ein Bild des zweiten Einlassventils von Zylinder 3 beigefügt. Dieses steckt momentan noch im Kopf, da ich mir erst noch einen geeigneten Ventilfederspanner besorgen muss.

Ist denn zwischen den Führungen beider Ventile irgend ein Unterschied erkenn bar?

Am 8.9.2026 um 12:42, TalladegaR hat gesagt:

Als Nächstes kam die Ölwanne herunter. Darin habe ich, abgesehen von Resten von Dichtungsmaterial, erstaunlich wenig gefunden. Der einzige auffällige metallische Fremdkörper war ein dünner Span von schätzungsweise etwa 0,3 × 3 mm.

Ein Bild vom Ölsieb hattes Du nicht gemacht, oder habe ich das übersehen?

Am 8.9.2026 um 12:42, TalladegaR hat gesagt:

Danach habe ich den beschädigten Kolben von Zylinder 3 samt Pleuel ausgebaut. Die Kolbenringe sehen für mich zunächst noch intakt aus.

Sahen die am von mir revidierten Motor für mich bei der ersten Demontage zuerst auch. Bis Horst (hft) mit dann die Bilder quasi um die Ohren gehauen hat. Mußt mal, glaube ich, im 9kBereich schauen. da hatte ich damals dazu einen Thread eröffnet.

Am 8.9.2026 um 12:42, TalladegaR hat gesagt:

Deutlich sichtbarer sind dagegen die Lauf- bzw. Verschleißspuren an den Pleuellagerschalen, insbesondere an der oberen Schale.

Wenn das nicht Reflexionen auf dem Bild sind, würde ich sagen, das ist die eigentliche Gleitschicht schlicht durch. Kann aber natürlich täuschen.

Am 8.9.2026 um 12:42, TalladegaR hat gesagt:

Kolben und Pleuel von Zylinder 2 und 3 habe ich außerdem gewogen. Die jeweiligen Gewichte liegen sehr dicht beieinander.

Das sieht ja weitgehend perfekt aus.

Am 8.9.2026 um 12:42, TalladegaR hat gesagt:

Ich habe außerdem den unteren Lagerdeckel des Hauptlagers zwischen Zylinder 2 und 3 abgenommen. Auch dessen Lagerschale zeigt leichte Verschleißspuren.

Aber zumindest auf den Fotos sehen die für mich noch deutlich besser aus.

Am 8.9.2026 um 12:42, TalladegaR hat gesagt:

Bei knapp 280.000 km und nachdem ich nun ohnehin so weit im Motor bin, tendiere ich deshalb inzwischen klar dazu, beim Zusammenbau sämtliche Pleuel- und Hauptlagerschalen zu erneuern.

Ja, wie schon an anderer Stelle geschrieben, würde ich dies auch auf jeden Fall tun

Am 8.9.2026 um 12:42, TalladegaR hat gesagt:

Hier wäre ich allerdings für Hinweise dankbar: Welche Maße sollte ich vor dem Einbau neuer Lagerschalen unbedingt kontrollieren? Reicht es, die Kurbelwellenzapfen auf Beschädigungen zu prüfen?

Beschädigungen an den Laufflächen der KW wären an der Stelle deren Ende. Schleifen lassen dürfte sich beim B204 hinsichtlich Preisen und verfügbarkeit nicht rechnen.

Ansonsten Lagerschalen für Normalmaß, und dann jeweils das Spiel per Flexigauge (oder ähnlichem) prüfen. Das ist so dann nicht die wirklich hohe Schule des Motorenbaus, aber in 90% der Werkstätten dürfte es auch genau so gemacht werden.

Am 8.9.2026 um 12:45, TalladegaR hat gesagt:

Wenn der Motor ohnehin offen ist, möchte ich auch die übrigen Kolben vollständig von den Ablagerungen befreien und alle vier mit neuen Kolbenringen versehen.

Würde ich ebenso machen.

Am 8.9.2026 um 12:45, TalladegaR hat gesagt:

Das Verfahren zum Zuordnen bzw. Vermessen der Kolben auf der ersten Seite verstehe ich allerdings noch nicht ganz. Muss ich dieses Messverfahren zwingend durchführen, wenn ich einen Ersatzkolben derselben Größenklasse finde, oder genügt bei einem ansonsten maßhaltigen, nicht nachgearbeiteten Zylinder die korrekte Größenklasse zusammen mit der passenden Gewichtspaarung?

NaJa, der Zylinder wird natürlich etwas größer als bei Auslieferung, und auch weniger schön rund, sein. Aber das betrifft ja alle 4 Zylinder. Und es geht hier ja um Instandsetzung und nicht um hochkarätiges Tuning. Insofern würde ich bei der Werks-Paarung bleiben. Und ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich den 3. Kolben ersetzen würde. Dazu würde ich mir nochmal ansehen, inwieweit sich das Kolbenhemd wirklich vom Vergleichskolben unterscheidet.

Am 8.9.2026 um 12:45, TalladegaR hat gesagt:

An den Pleueln finde ich dagegen jeweils eine mit Punkten eingeschlagene B-Kennzeichnung – ich nehme an, dass dieses B die Gewichts-/Sortierklasse der Pleuel bezeichnet und mit der AB/A-Klassifizierung der Kolben bzw. Zylinder nichts zu tun hat?

Ja, genau so verstehe ich das auch.

Am 8.9.2026 um 12:45, TalladegaR hat gesagt:

Auch beim Erneuern der Kolbenringe betrete ich Neuland. Braucht man zum Aufziehen wirklich eine Kolbenringzange, oder lassen sie sich bei entsprechender Vorsicht auch von Hand montieren, ohne sie zu überdehnen oder zu beschädigen?

Da es keine Riesen-Investition ist, hatte ich mir die Zange gekauft. Aber probiere einfach mal. die alten Ringe nach Demontage wieder sauber auf den Kolben zu bekommen, und entscheide dann.

Aber an einer Zange zum Zusammendrücken der Ringe zur Montage der Kolben im Zylinder kommt man wieses Erachtens keinesfalls vorbei.

Und beim Einmessen des Kolbenringspalts auf die vorgeschriebene Höhe im Zylinder und wirklich parallele Lage achten.

Am 8.9.2026 um 14:02, René hat gesagt:

Aber an einer Zange zum Zusammendrücken der Ringe zur Montage der Kolben im Zylinder kommt man wieses Erachtens keinesfalls vorbei.

Oder so eine Einführhilfe die auf Bohrungsdurchmesser zusammen läuft. Montagehülse für Kolben heißen die wohl.

Ich würde auch zur Anschaffung einer Kolbenringmontagezange raten. die kosten nun wirklich nicht die Welt.

Und ohne die Einführhilfe, ob als Hülse mit Spannband oder als Zange, führt wirklich kein Weg vorbei und ist ebenfalls für kleines Geld zu kriegen.

  • Autor

Danke für die Tipps bezüglich der Werkzeuge! Dann werde ich mir Kolbenringzange und Einführhilfe wohl auf jeden Fall noch anschaffen.

Am 8.9.2026 um 14:02, René hat gesagt:

Ist denn zwischen den Führungen beider Ventile irgend ein Unterschied erkenn bar?

Soweit ich das bisher erkennen kann, eher nicht. Beide Ventilführungen sehen für mich ziemlich gleich und unauffällig aus.

Am 8.9.2026 um 14:02, René hat gesagt:

Ein Bild vom Ölsieb hattes Du nicht gemacht, oder habe ich das übersehen?

Stimmt, das Bild vom Ölsieb hatte ich vergessen. Reiche ich hiermit nach. Auffällig ist daran allerdings nicht viel – außer ein paar Dichtungsresten habe ich im Sieb nichts gefunden.

image.jpeg

Am 8.9.2026 um 14:02, René hat gesagt:

Wenn das nicht Reflexionen auf dem Bild sind, würde ich sagen, das ist die eigentliche Gleitschicht schlicht durch. Kann aber natürlich täuschen.

Leider sind das tatsächlich keine Reflexionen. Die Gleitschicht ist an diesen Stellen also wirklich durch. Die Lagerschalen werde ich damit definitiv ersetzen.

Am 8.9.2026 um 14:02, René hat gesagt:

ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich den 3. Kolben ersetzen würde.

Was meinst du hiermit genau? Das Kolbenhemd von Zylinder 3 sieht für mich zwar noch erstaunlich gut aus und hat nur leichte Laufspuren, aber der Kolbenboden ist durch die Einschläge des Ventils doch ziemlich stark verformt.

Ich hätte deshalb eigentlich angenommen, dass der Kolben auf jeden Fall ersetzt werden sollte – schon wegen der veränderten Brennraumgeometrie und möglicher, von außen nicht unbedingt erkennbarer Schäden am Kolben selbst. Oder hältst du die Verformung des Kolbenbodens in diesem Fall tatsächlich noch für unkritisch?

Am 10.9.2026 um 10:43, TalladegaR hat gesagt:

... aber der Kolbenboden ist durch die Einschläge des Ventils doch ziemlich stark verformt.

Das sah für mich eher nach tieferen "Kratzern" aus. Hast Du davon mal ein "schönes" Bild?

  • Autor

Klar, hier nochmal eine bessere Aufnahme:

image.jpeg

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