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SAAB, Opel und wie's weitergeht... / Muller/NEVS reloaded

Empfohlene Antworten

Mit Fahrgemeinschaften habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht und habe teilweise die ersten in Itzehoe eingesammelt in HH-Stellingen rausgeworfen, die nächsten eingeladen und so ging es bis Salzgitter weiter. Das viertelt den Schadstoffausstoß jeden Autos, egal wie es angetrieben wird.
Das mag alles funktionieren, wenn man a) die dafür benötigte zusätzliche Zeit über hat, b) überhaupt einen entsprechenden Planungsvorlauf hat, und c) auf jegliche Rest-Flexibilität verzichten kann.

Weder habe ich Bock, wenn ich beim Kunden früher fertig bin, wegen eines Mitfahres zu warten, noch kann ich einen Kunden mit halb fertiger Arbeit sitzen lassen, weil ein Mitfahrer seinerseits auf mich wartet.

Meine Frau hatte die Mitfahrerei ein paar mal mit einem alten Studienkumpel von mir gemacht, der in der selben Firma arbeitet. Das ging so lange gut, bis die Schule angerufen hatte (ich war nicht in B, konnte also auch nicht schnell hin), dass einer unserer Jungs sich verletzt hatte und in der Rettungsstelle saß. Er hat dann schnell Überstunden genommen, und ist mit gefahren. Sonst hätte er dort autolos in der Pampa gesessen und >2h nach Hause gebraucht.

Wie wir sehen, ist das also in der Praxis alles Müll.

Mir fehlen da die Anlaufstellen, wo man mal Verbesserungen einbringen könnte. Ich denke, wenn du dein Auto dann irgendwo abstellen könntest und du wüsstest, dass es ab dem Abstellort zügig weitergehen würde, würdest du es auch nutzen:smile:....

 

Damit habe ich mich schon beschäftigt. Leider keine brauchbaren Lösungen gefunden.

 

@Fahrgemeinschaft:

Da man ja von uns Arbeitnehmern volle Flexibilität fordert, klappt das leider auch kaum und sorgt oft vor allem für zusätzlichen Stress und Frust bei allen Beteiligten.

Sofern sich da bei der Gestaltung des Arbeitsumfeldes nichts ändert, sehe ich da leider bei vielen Arbeitnehmern schwarz.

Meine Frau hatte die Mitfahrerei ein paar mal mit einem alten Studienkumpel von mir gemacht, der in der selben Firma arbeitet. Das ging so lange gut, bis die Schule angerufen hatte (ich war nicht in B, konnte also auch nicht schnell hin), dass einer unserer Jungs sich verletzt hatte und in der Rettungsstelle saß. Er hat dann schnell Überstunden genommen, und ist mit gefahren.
Ja wie oft macht der das? Aber eben genau das ist die Flexibilität, die wir in Zukunft mehr brauchen. Aber ich geben zu, mir geht es momentan nicht anders. Tiotal verkorkste Arbeitszeit (nach normalen Gesichtspunkten) und gleich im Zickzack mit zwei Schleifen nach Hause. Geht nur alleine. Mittwoch wird immerhin die Bahn entlastet, nehme noch zwei Personen auf Langstreck mit.
Aber eben genau das ist die Flexibilität, die wir in Zukunft mehr brauchen.
Na, also das erachte ich als falsch.

Es kann doch nicht sein, dass ein Dritter seine Zeiten flexibel nach dem planen muss, was bei mir (oder in diesem Falle meiner Frau) gerade an externen Dingen dazwischen kommt.

Und es reicht auch, wenn durch solche Geschichten ein Elternteil aus der produktiven Arbeit abgezogen wird, und nicht noch ein ansonsten völlig unbeteiliger Dritter. Das ging an der Stelle auch nur, weil er gerade an einem längerfristigen Projekt arbeitet. Hätte er z.B. mit in der Programmredaktion gesessen, oder gerade Dienst im Support gehabt, wäre das alles nicht gegangen. Das, was da mit dem Allerwertesten eingerissen wird, muss ja auch für die Firma bitte halbwegs im Rahmen bleiben.

Ja, aber dann einmal eben die zwei Stunden Bus fahren? Sowas ist ja normal nicht die Regel sondern eher selten. Den jetzigen Luxus werden wir uns vielleicht bis zur Rente noch leisten können, aber auf Dauer geht es so wie heute eben nicht weiter. Und je länger wir weiter machen wie bisher um so harter wird der Umbruch.
Da kann ich jetzt auch nicht so richtig die Katastrophe erkennen. Ich praktiziere Fahrgemeinschaften zur Arbeit seit vielen Jahren. Ja, man muss sich absprechen und Rücksicht nehmen. Aber man spart Sprit, Spritkosten und noch wichtiger, Fahrzeuge im Straßenverkehr.
Dann kannst du dich glücklich schätzen, daß dein Arbeitsumfeld das hergibt. Meines gibt es jedenfalls nicht her. Und ich kenne viele Leute, bei denen es auch so ist.
Ja, aber dann einmal eben die zwei Stunden Bus fahren?
Lass mich kurz überlegen: Mind. 3x Umsteigen (kann auch einmal vergessen haben, weiß nicht so genau, wie er nach Wendenschloss kommt).

Außerdem hatte er nach der Arbeit auch, wie dies ja oft so ist, noch einen Termine, welcher er dann auch hätte in die Tonne treten müssen. Damit wäre nicht nur er als Dritter, sondern noch weitere betroffen gewesen.

Ich halte es für wichtig, so weit wie jeweils möglich autark zu sein.

Aber man spart Sprit, Spritkosten und noch wichtiger, Fahrzeuge im Straßenverkehr.
wird sonst abgefackelt, hält sich daher in Grenzen, und sie kann B zum Glück zum größten Teil umfahren

Dann kannst du dich glücklich schätzen, daß dein Arbeitsumfeld das hergibt. Meines gibt es jedenfalls nicht her. Und ich kenne viele Leute, bei denen es auch so ist.
Klar, so etwas geht nur bei Beamten und Leuten mit ähnlichen nine2five-Jobs. Wer z.B. an Kundenprojekten sitzt, kann zwar mit etwas Glück auch mal früher gehen, wenn es gut lief. Aber in der Regel geht es eher in die andere Richtung.
Leute Ihr schaut immer, ob die eine oder andere Lösung bei Euch passt. Wenn Ihr aber nicht der Maßstab seid, sondern einige oder auch viele andere? Ich jedenfalls kenne viele, die Fahrgemeinschaften aus Kostengründen bilden. Und es würden schnell mehr werden bei höheren Spritkosten. Die Situation hatten wir schon. Und die Arbeitgeber müssen darauf eingehen und tun es auch. Nicht selten werden Fahrgemeinschaften durch spezielle Parkplätze sogar explizit unterstützt. So kenne ich das. Das passt selbstverständlich nicht für jeden. Aber jeder der allein fährt sollte froh sein um jemand anderes, der in Fahrgemeinschaft fährt.
Klar, so etwas geht nur bei Beamten und Leuten mit ähnlichen nine2five-Jobs. Wer z.B. an Kundenprojekten sitzt, kann zwar mit etwas Glück auch mal früher gehen, wenn es gut lief. Aber in der Regel geht es eher in die andere Richtung.
Immer diese Vorurteile und veraltetes Wissen. Gerade da hast du reichlich Arbeitszeiten, die das nicht hergeben. Polizei, Feuerwehr, Lehrer, ... Wenn dann wirst du eher was mit den typischen Verwaltungsangestellten, dann aber egal ob öffentlicher Dienst oder Privatwirtschaft. Beamte werden pauschal bezahlt, Überstunden häufig nicht mal erfasst.
Nicht selten werden Fahrgemeinschaften durch spezielle Parkplätze sogar explizit unterstützt. So kenne ich das. Das passt selbstverständlich nicht für jeden. Aber jeder der allein fährt sollte froh sein um jemand anderes, der in Fahrgemeinschaft fährt.
Siehe P&R Parkplätze an den BAB-Anschlussstellen. Nur für Berufspendler da meist ohne ÖPNV-Anbindung. Auch nicht ideal, aber eben auch ein Baustein.
Damit habe ich mich schon beschäftigt. Leider keine brauchbaren Lösungen gefunden.

 

@Fahrgemeinschaft:

Da man ja von uns Arbeitnehmern volle Flexibilität fordert, klappt das leider auch kaum und sorgt oft vor allem für zusätzlichen Stress und Frust bei allen Beteiligten.

Sofern sich da bei der Gestaltung des Arbeitsumfeldes nichts ändert, sehe ich da leider bei vielen Arbeitnehmern schwarz.

 

Tja,man soll alles machen und alles können. Wird es einem gedankt?

 

Da kann ich jetzt auch nicht so richtig die Katastrophe erkennen. Ich praktiziere Fahrgemeinschaften zur Arbeit seit vielen Jahren. Ja, man muss sich absprechen und Rücksicht nehmen. Aber man spart Sprit, Spritkosten und noch wichtiger, Fahrzeuge im Straßenverkehr.

 

Genau so:top:

 

Lass mich kurz überlegen: Mind. 3x Umsteigen (kann auch einmal vergessen haben, weiß nicht so genau, wie er nach Wendenschloss kommt).

Außerdem hatte er nach der Arbeit auch, wie dies ja oft so ist, noch einen Termine, welcher er dann auch hätte in die Tonne treten müssen. Damit wäre nicht nur er als Dritter, sondern noch weitere betroffen gewesen.

Ich halte es für wichtig, so weit wie jeweils möglich autark zu sein.

wird sonst abgefackelt, hält sich daher in Grenzen, und sie kann B zum Glück zum größten Teil umfahren

Klar, so etwas geht nur bei Beamten und Leuten mit ähnlichen nine2five-Jobs. Wer z.B. an Kundenprojekten sitzt, kann zwar mit etwas Glück auch mal früher gehen, wenn es gut lief. Aber in der Regel geht es eher in die andere Richtung.

 

Also bitte, einen Fahrplan in Zeiten des Smartphones nicht hinzubekommen ist eine billige Ausrede:rolleyes:

Tja, und bei meinem Jobs habe ich die Kondtionen ausgehandelt, z.B. das meine Freitage für mich heilig sind.

Leute Ihr schaut immer, ob die eine oder andere Lösung bei Euch passt. Wenn Ihr aber nicht der Maßstab seid, sondern einige oder auch viele andere? (...)

:top:

Nun können Rentner gut reden. Bin selbst in Rente. Also kann ich mir meine Zeit einteilen, wie es mir passt.

Aber wer noch mitten im Job steckt, muss heutzutage flexibel sein. Wir haben zum Glück gerade eine ganz

gute Konjunktur und das sichert auch den Arbeitsplatz. Aber das nächste Tief kommt zwangsläufig und dann

muss man eben länger arbeiten, wenn der Chef es will. Egal, ob dann noch ein Zug oder Bus fährt. Und ob

das Smartphone die Verbindungen angibt, ist angesichts der "Zuverlässigkeit" des ÖPNV doch reine Theorie.

 

Als meine Tochter in der Ausbildung war, habe ich sie jeden Abend am Bahnhof abgeholt, da zum Laufen zu weit.

Logischerweise bin ich so gefahren, dass ich 5 min. vor fahrplanmäßiger Ankunft dort war. Es kam maximal

1 x pro Woche vor, dass diese unfähige Bahn unter 5 min. Verspätung hatte. Normal war 30 min., es kam aber

mindestens 1 bis 2 x pro Monat vor, dass es zwischen 1 und 2 Stunden Verspätung gab. Die Nahverkehrszüge

sind immer im Nachteil, wenn Fernverkehrszüge und Güterzüge Verspätung haben. Dann steht man schnell

auf dem Abstellgleis und wartet. Ich rede nicht von solchen Fällen, wo sich wieder mal einer vor den Zug

geworfen hat und Schienenersatzverkehr eingesetzt wird oder wenn durch Unwetter Bäume auf die Gleise

gefallen sind. Was die Bäume angeht, verstehe ich nicht, wieso die überhaupt in Reichweite stehen.

Aber solange die Organisation des ÖPNV nicht funktioniert, muss man nicht an die Leute appellieren, das

Auto stehen zu lassen.

 

Als ich meine Ausbildung in Freiburg machte, musste ich kurz nach 4 Uhr aufstehen, da es keinen Bus gab,

der so rechtzeitig am Bahnhof gewesen wäre, dass ich es bis 7 Uhr in die Firma geschafft hätte. Mangels

Auto bin ich dann bei jedem Wetter mit dem Fahrrad an den Bahnhof gefahren (ca. 6 km). Im Winter habe

ich die erste Spur in den Schnee gelegt. Dann mit dem Zug nach Freiburg. Dort vom Bahnhof wieder knapp

4 km. Ich hatte deshalb ein altes Fahrrad auch dort deponiert. Dann war ich zu früh im Geschäft bzw. stand

30 min. vor der Tür. Bequem wäre gewesen, den 1. Bus zu nehmen, der aber so am Bahnhof ankam, dass

man den Zug gerade noch wegfahren sah. Wenn man es braucht, hatte der keine Verspätung. Man konnte

ja nicht darauf spekulieren. Der nächste Zug fuhr so spät, dass ich 30 min. zu spät im Geschäft gewesen wäre.

Am Abend dann das gleiche Spiel. Kam man nicht superpünktlich weg, verpasste man den Zug und stand

1 Std. am Bahnhof. Normalerweise wäre man 18.30 Uhr wieder am Bahnhof gewesen und durfte nun die 6 km

heimradeln, allerdings bergauf. Also kurz nach 4 aus den Federn, ca. 19 Uhr wieder daheim. Mit Pech aber

auch erst 20 Uhr. Hätte ich mir in der Ausbildung ein Auto leisten können (wie mit DM 200,-- im Monat?),

wäre ich tausendmal lieber mit dem Auto gefahren. Wie ich von meinen Enkeln weiß, hat sich in all der

Zeit an dieser Situation nichts geändert. Mein Fazit: Die Verantwortlichen schwätzen die ganze Zeit, was

der Bürger tun soll. Dabei fahren die in ihrer gepanzerten Limousine auf Steuerzahlers Kosten, womöglich

noch mit Eskorte. Solange das so ist, wird man nur die überzeugen können, bei denen es zufällig passt.

Im ländlichen Bereich bist Du total abgemeldet ohne Auto oder wenigstens Motorrad.

Die Verantwortlichen schwätzen die ganze Zeit, was

der Bürger tun soll. Dabei fahren die in ihrer gepanzerten Limousine auf Steuerzahlers Kosten, womöglich

noch mit Eskorte. Solange das so ist, wird man nur die überzeugen können, bei denen es zufällig passt.

Im ländlichen Bereich bist Du total abgemeldet ohne Auto oder wenigstens Motorrad.

 

Das ist fast richtig, denn im Moment sabbelt jeder, der meint was zum Thema sagen zu müssen, z.B. ein Herr Müller. Dabei haben wir aktuell noch nicht ein mal eine beschlussfähige Bundesregierung.

Deswegen ist es momentan völlig chaotisch und planlos, während sich die Autoindustrie gerade mal wieder die Taschen voll macht.

Also bitte, einen Fahrplan in Zeiten des Smartphones nicht hinzubekommen ist eine billige Ausrede:rolleyes:

Nein, René hat vollkommen Recht. Leider sind nicht alle Berufe ÖPNV-kompatibel und schon gar nicht fernab von Ballungszentren.

Tja, und bei meinem Jobs habe ich die Kondtionen ausgehandelt, z.B. das meine Freitage für mich heilig sind.

Dann solltest Du sehr glücklich und dankbar sein. Derartige Sondervereinbarungen sind in den allerwenigsten Berufen möglich. Schön, wenn es für Dich so organisierbar war/ist, andere können davon ein Leben lang nur träumen. Deswegen sind solche Dinge auch nicht zu verallgemeinern. Zu individuell sind die jeweiligen Konstellationen hinsichtlich der örtlichen und auch beruflichen Infrastruktur.

Lieber Frank und alle, die auch ab und an die Rentner von der Seite anschauen und um damit mal aufzuräumen: Jeder Rentner hat ein Arbeitsleben mit Erfahrungen hinter sich, das meistens länger war als bei jedem Anderen. Rentner können also nicht nur "gut reden", man sollte ihnen auch "gut zuhören".

 

Nun dazu:

Wir sind früher mit den Bussen zur Arbeit (nicht Büro) gefahren, morgens Viertel vor Sechs, produzierender Industriezweig. Arbeitsbeginn und Feierabend war pünktlich, weil der Bus wartet nicht. Die Busse und Bahnen waren rammelvoll. Im Frühling, Sommer und Herbst mit dem Fahrad oder Qickly zur Arbeit gefahren. Manchmal bist du halt pitschnass dabei geworden. Später zur weiterführenden Schule ca. 80 km täglich nach Stuttgart, zwei volle Jahre lang. Dabei Fußweg von 10 min, danach Busfahrt von ca. 30min, danach Bahnfahrt von ca. 50 min. Danach Fußweg von 15 min .... und das Ganze dann am späten Nachmittag zurück. Die KFZ-Zeit begann erst später .... Bundeswehr. Jede Menge Fahrgemeinschaften kaum einer kam da alleine. Danach Studium in KA. Klar man hatte eine Bude, finanziert mit BAFöG-Mitteln aber zum gelegentlichen Hin- und Zurückfahren an den Wochenenden dann ein Auto. Fahrt zur Uni, da nahm kaum einer das Auto, viel zu teuer und unpraktisch wegen Parkplatz. Straßenbahn war hier angesagt mit entsprechenden Fußwegen zu den Haltestellen. Später dann immer noch Studium aber verheiratet, neue Wohnung außerhalb, da ging das Drama dann los. Günstige Wohnung aber schlechte Anbindung des ÖPNV. Nach 1 Jahr Quälerei mit nur einem Auto dann Umzug in Stadtnähe mit der Möglichkeit das Fahrrad oder Bus und Straßenbahn zu nutzen. In meiner Münchner/Freisinger Zeit fast alles zu Fuß oder ÖPNV oder Fahrrad. Erst als wir hier im Rhein-Neckar-Dreieck gelandet waren, inzwischen Büro-Job, kam die Autofahrzeit, aber doch meist nur mit einem Fahrzeug. Ich gebe zu, auch Straßenbahn wäre möglich gewesen aber dazu war ich inzwischen zu bequem geworden. Jede Ausrede war mir willkommen: Flexible Arbeitszeit, schlechter Zustand der Straßenbahn, Wetter, etc. Erst die letzten Jahre, obwohl ich Dienstwagen hatte, entdeckte ich zunehmend wieder das Fahrrad. 22km morgens und abends sind nicht zu viel. Nur im Winter und bei entsprechendem Wetter hat man aufs Auto zurückgegriffen. Es waren wenige die es mir gleichgetan haben.

 

Es ist die Bequemlichkeit des Einzelnen, die uns in den Verhaltensmustern erstarren lässt. Die viel gerühmte Jugend, die es heute soooo schwer hat kann ich überhaupt nicht bedauern. Meine beiden: Die eine hat gerade mal 1 km zur Arbeit, die fährt mit dem Auto anstatt zu Fuß zu gehen und etwas für Kreislauf und Gesundheit zu tun. Mein Sohnemann mit absolut geregelter Arbeitszeit fährt täglich gechillt im 3l-V6 Automatic-Daimler zu seinem geregelten Arbeitsplatz anstatt die 10 km wenigstens ab und zu mal mit dem Rad auf durchgehenden Fahrradwegen zu nehmen. Das ist einfach nicht richtig "cool". ÖPNV geht da nicht, weil Schichtarbeit, davon abgesehen ist ÖPNV "bäh".

 

Neee, die heutige Gesellschaft will das so, das ist der Kern der Wahrheit .... und deshalb wird es wohl auch noch lange so bleiben. Die Not ist einfach nicht groß genug, deshalb sage ich immer die Kosten für den Individualverkehr sind effektiv zu gering, gemessen an der allgemeinen wirtschaftlichen und Einkommenssituation. Das Ergebnis sehen wir jeden Tag am Morgen und am Abend und manchmal auch unter dem Tage an den endlosen Staus, dem endlosen Verkehrsstress, dem Stress zur Suche nach Parkplätzen, dem Stress bei Verkehrsunfällen mit eigener Beteiligung, dem täglichen Rennen auf bundesdeutschen Straßen.

 

Insofern hat Frank Recht: Ich habe da jetzt als Rentner wirklich gut reden.:smile::biggrin:

...

 

Es ist die Bequemlichkeit des Einzelnen, die uns in den Verhaltensmustern erstarren lässt. ...

 

 

100+ !

Und der Wahn, dass alles immer und für alle gehen muss. Fahrgemeinschaft geht bei mir derzeit gar nicht. Heißt aber nicht, dass ich das abgehakt habe. Nehme nachher zwei Leute mit, die die ersten km mit dem Nahverkehr hierher kommen. Was geht wird gemacht, wenn es nicht geht, nun ja, vielleicht passt es bei anderen.
Arbeitsbeginn und Feierabend war pünktlich, weil der Bus wartet nicht.
Ja, das geht in Produktion und sicher auch Verwaltung (um mal die Beamten außen vor zu lassen). Aber das geht weder bei Projekt-Arbeit im Haus, und schon gar nicht bei Arbeit beim Kunden vor Ort.

Ich habe das Glück, mir inzwischen Mehrabeit recht effektiv vom Hals halten zu können. Dies aber nur unter dem Strich. Das heißt, was es mal mehr wird, das habe ich dann auch mal wieder früher Feierabend oder im HomeOffice mal zwischendurch Luft für irgend welchen privaten Kram. Aber das geht doch bei weitem nicht bei jedem. Und auch bei mir war es viele Jahre absolut nicht möglich.

Nein, René hat vollkommen Recht. Leider sind nicht alle Berufe ÖPNV-kompatibel und schon gar nicht fernab von Ballungszentren.

 

Natürlich nicht, ich habe bereits im schleswigholsteinischen Nichts gearbeitet. Ohne Auto kommt man dort nirgends hin, aber dort gab es diese angespannte Verkehrssituation nicht. Mein Arbeitsweg war dort 22 km in unter 20 min, weil es nur eine einzige Ampel gab. Im Sommer bin ich die Strecke mit dem Fahrrad gefahren, immer schon am Deich lang.

 

Dann solltest Du sehr glücklich und dankbar sein. Derartige Sondervereinbarungen sind in den allerwenigsten Berufen möglich. Schön, wenn es für Dich so organisierbar war/ist, andere können davon ein Leben lang nur träumen. Deswegen sind solche Dinge auch nicht zu verallgemeinern. Zu individuell sind die jeweiligen Konstellationen hinsichtlich der örtlichen und auch beruflichen Infrastruktur.

 

Das ist auch ein gegenseitiges Geben und Nehmen, denn diese Vereinbarung konnte auch schneller kippen als einem selbst lieb geworden ist. Einfach abhauen ging nicht, wenn Not am Manne war. Aber das kam 3x vor bzw. konnte es auch mal eine Rufbereitschaft sein, wenn es am WE doch mal nicht nach Hause ging.

Trotzdem war es ein Teil der Firmenkultur, dass zufriedene Mitarbeiter gesünder und leistungsfähiger sind :smile:

[mention=6188]saab-wisher[/mention] Danke, mit diesem Beitrag ist das Thema in meinen Augen vollumfänglich beschrieben, analysiert und bewertet.

Es ist die Bequemlichkeit des Einzelnen, die uns in den Verhaltensmustern erstarren lässt. Die viel gerühmte Jugend, die es heute soooo schwer hat kann ich überhaupt nicht bedauern. Meine beiden: Die eine hat gerade mal 1 km zur Arbeit, die fährt mit dem Auto anstatt zu Fuß zu gehen und etwas für Kreislauf und Gesundheit zu tun. Mein Sohnemann mit absolut geregelter Arbeitszeit fährt täglich gechillt im 3l-V6 Automatic-Daimler zu seinem geregelten Arbeitsplatz anstatt die 10 km wenigstens ab und zu mal mit dem Rad auf durchgehenden Fahrradwegen zu nehmen. Das ist einfach nicht richtig "cool". ÖPNV geht da nicht, weil Schichtarbeit, davon abgesehen ist ÖPNV "bäh".

 

Sokrates: "Die Jugend liebt heutzutage den Luxus."...

 

Mein Opa, Baujahr 95 (wohlgemerkt: 19. Jahrhundert) hat Erzählungen zufolge jeden Tag so ca. 10km einfache Strecke zu Fuß zum Arbeitsplatz zurückgelegt, da er weder Führerschein noch Auto hatte.

 

Mal noch viel weiter zurückgehen: Die Jäger und Sammler haben pro Tag noch mehr Kilometer zu Fuß zurückgelegt.

 

Deiner Bequemlichkeitsaussage kann ich prinzipiell zustimmen, aber die Tendenz ist schon tausende von Jahren alt - gut, im Mittelalter als Zeit des intellektuellen und erfinderischen Quasistillstandes wurde ein wenig gebremst.

 

In 30 Jahren wird es vielleicht fast ausschließlich Homeoffice-Arbeitsplätze geben und Deine beiden werden sagen:

 

"Damals, da sind wird noch ins Auto gestiegen und ganze 1000 Meter zur Abeit gefahren." :biggrin:

Bearbeitet von saabracadabra75

Sokrates: "Die Jugend liebt heutzutage den Luxus."...

 

....

 

Ich finde, was Du sagst ist richtig und man sollte beim Rückblick nie den Blick nach vorne außer Acht lassen .... wie beim Autofahren.:smile: Deshalb bin ich auch vorsichtig, was Aussagen angeht, die mit "Früher war das ...." beginnen. Aber es gibt da einen Punkt, wo man mal innehalten muss und sich fragen darf, ob die Entwicklung zur Moderne genau so laufen muss, wie es gerade läuft. Ich denke da hilft der Blick nach hinten, man nennt es auch Erfahrung. Da steckt übrigens auch das Wort "Fahren" im Sinne von "zurückgelegter Strecke auf dem Weg zum Ziel" drin. Da aber das Ziel kein statisches sondern ein dynamisches ist, sollte immer wieder der Weg mit Hilfe der Erfahrung überprüft werden.

 

Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere derzeitige Lebensweise nur Zukunft hat, wenn wir genau das immer wieder tun. Jetzt wird mancher sagen, dass das trivial ist, weil man es sowieso immer wieder tut. Ich meine aber, und das zeigt mir auch die Diskussion hier, dass das nicht selbstverständlich ist. Die Grenzen des Machbaren ergeben sich nämlich aus einer großen Konstante: Die Zeit. Sie ist nicht vermehrbar, mit keinem System und keiner Energie, keiner Technik und keiner Philosophie. Manche definieren Luxus so: Zeit haben.

 

Jetzt Frage ich in die Runde: Wer nutzt hier die moderne Technik um "mehr Zeit" zu haben? Ich meine doch fast jeder, zumindest meint das fast jeder und so wird fast jede technische Errungenschaft auch verkauft! Aber, und das ist die Krux, man hat nämlich nicht mehr Zeit, sondern nur mehr Arbeit, Hetze und Stress. Ich denke Sokrates wusste das auch schon. Übrigens der Vorstoß des Herrn Hück vom Porsche Betriebsrat geht genau in diese Richtung. Das ist gut so. Die Gewerkschaften sollten endlich mal wieder ihre angestammte Rolle einnehmen, pro Arbeitnehmer.

 

Bitte entschuldigt meine philosophischen Ausschweifungen.

Die Gewerkschaften sollten endlich mal wieder ihre angestammte Rolle einnehmen, pro Arbeitnehmer.
Diese Läden vergrößern nur immer weiter die Kluft zwischen den (fast!) unkündbaren Quasi-Beamten in den Riesenbuden, und den vielen, vielen Leuten mit oftmals recht vergleichbaren Jobs in Klein- und Mittelbetrieben. Am Ende wird das, was die großen Firmen 'dank' der Gewerkschaften für die eigenen Leute mehr auf den Tisch legen müssen, wieder bei den Zahlungen an kleinere Lieferanten eingespart. Damit geht die Schere dann von beiden Seiten aus wieder weiter auseinander. An der Stelle betreiben die Gewerkschaften aus meiner Sicht auch nur eine ganz klare Umverteilung zugunsten ihrer Klientel, und zulasten der inzwischen ohnehin weit schlechter gestellten kleineren Läden mit deren Inhabern und Mitarbeitern.

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